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Wichtige Auszeichnung: Der Dümmer ist nun „Lebendiger See 2022“

Die Vertreter des Naturschutzrings freuten sich über eine Urkunde. Mindestens ebenso groß dürfte die Freude über die 20.000 Euro gewesen sein, die der Global Nature Found auch zur Verfügung stellte.

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Das passt: Über die Auszeichnung freuten sich der Naturschutzring-Vorsitzende Werner Schiller (Mitte) und Frank Apffelstaedt (rechts) Die Urkunde überreichte Thomas Schaefer. Foto: Lammert

Das passt: Über die Auszeichnung freuten sich der Naturschutzring-Vorsitzende Werner Schiller (Mitte) und Frank Apffelstaedt (rechts) Die Urkunde überreichte Thomas Schaefer. Foto: Lammert

Gut 5 Kilometer vom Dümmer entfernt, im Amtshof Lemförde, haben Vertreter des Naturschutzrings Dümmer am Montag eine wichtige Auszeichnung angenommen. Der Global Nature Found (GNF) und das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland haben dem Dümmer den Titel "Lebendiger See des Jahres 2022" verliehen und die Urkunde im Rahmen einer Feierstunde an Frank Apffelstaedt vom Naturschutzring überreicht.

Mit der Auszeichnung würdigt der GNF die Arbeit der Naturschützer am Dümmer, das wertvolle Ökosystem zu schützen. Zudem übergab Thomas Schaefer, Leiter "Living and Lakes" beim GNF, einen Scheck über 20.000 Euro. Während die Auszeichnung schon seit längerem bekannt war, ahnten die Verantwortlichen des Naturschutzrings vom Geld nichts. Das möchten sie in verschiedene Projekte, wie etwa zum Erhalt der Schilfgürtel im See verwenden.

Samtgemeinde Altes Amt Lemförde muss bei Tourismus nacharbeiten

Trotz der Auszeichnung bleibe rund um den See viel zu tun, erklärte Lars Mentrup, der Bürgermeister der Samtgemeinde Altes Amt Lemförde. Er räumte ein, die Samtgemeinde sei noch nicht auf die zusätzliche Zahl an Gästen aufgrund des Marissa-Ferienparks eingerichtet. Denn der Park sei schneller fertig geworden als geplant. Es sei eine der wichtigen Aufgaben, das Miteinander von Tourismus und Naturschutz am See zu steuern.

Peter Eggers von der Domänenverwaltung des Landes Niedersachsen, dem der See gehört, dankte allen an der Dümmersanierung Beteiligten, dass es trotz aller Spannungen ob der unterschiedlichen Nutzungsansprüche gelungen sei, einen Weg für eine positive Entwicklung des Dümmers zu finden. Er sprach sich dafür aus, weitere Sanierungsschritte wie den Bau des Schilfpolders an der Hunte zur Reduzierung des Nährstoffeintrags in den See zu gehen.

33 Prozent der deutschen Seen und Gewässer sind in einem guten Zustand

Thomas Schaefer zeichnete ein düsteres Bild von den Seen und Feuchtgebieten. Weltweit seien rund 85 Prozent im Bestand bedroht. In Deutschland sehe es wegen des seit 150 Jahren geltenden Gewässerschutzes etwas besser aus. Hier seien etwa 33 Prozent der Gewässer in einem guten Zustand.

Auf und rund um den Dümmer sei noch nicht alles perfekt, aber die unter Naturschutz gestellten Fläche im Umland des Sees und darüber hinaus viele Naturschutzbildungsangebote zeugten vom großen Engagement zum Schutz des Sees.

Deutschland-Achter setzt sich für Gewässerschutz ein

Mit zum Netzwerk Lebendige Seen gehören dank der Unterstützung der Wilo-Foundation die Ruderer des Deutschland-Achters. Dessen Steuermann Jonas Wiesen stellte fest, es müsse auf und an den Seen und Gewässern gelingen, die Nutzungsinteressen so zu vereinbaren, dass alle profitieren und die Seen keinen Schaden nehmen. Gerade die Ruderer wüssten, wie wichtig der Schutz der Seen und Gewässer sei, schließlich benötigten sie beide für ihren Sport.

Ausgezeichnet: Der Dümmer darf jetzt den Titel Lebendiger See des Jahres 2022“ tragen. Foto: LammertAusgezeichnet: Der Dümmer darf jetzt den Titel „Lebendiger See des Jahres 2022“ tragen. Foto: Lammert

Frank Apffelstaedt ging auf die Geschichte des Dümmers ein, verwies dabei unter anderem auf die 1953 erfolgte Eindeichung des Sees und die damit verbundenen Folgen wie die zunehmende Verschlammung. Er erinnerte an das 1987 vorgelegte Konzept zur langfristigen Sanierung des Dümmers mit der Suche nach einer tragfähigen Lösung, wie die Belange des Naturschutzes, der Landwirtschaft, der Wasserwirtschaft und des Tourismus' vereinbart werden können.

Dazu gehörten auch die Flächenankäufe in der Dümmerniederung durch das Land Niedersachsen, das die Flächen unter Naturschutz gestellt hat. Hinzu komme die professionelle Gebietsbetreuung durch hauptamtlich bei Verwaltungen und Verbänden angestelltes Fachpersonal.

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