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Whatsapp-Konto von Garrelerin mit einem Trick gekapert

Ein Moment der Unachtsamkeit reicht und alle Kontakte von Elena Reimche sind in fremden Händen. Dann werden die Bekannten um Geld gebeten.

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Elena Reimche ist technisch beschlagen und eine vorsichtige Frau. Die Trickbetrüger haben sie dennoch überrumpelt. Foto: Thomas Vorwerk

Elena Reimche ist technisch beschlagen und eine vorsichtige Frau. Die Trickbetrüger haben sie dennoch überrumpelt. Foto: Thomas Vorwerk

Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit reicht, um die Kontrolle über sein Smartphone zu verlieren. Genauer gesagt über den Messengerdienst WhatsApp, denn darauf haben es derzeit Betrüger mit einer Masche abgesehen.

Code kommt per SMS

Elena Reimche saß zu Hause, als sie die Nachricht erreichte. „Hallo, tut mir leid, ich habe Ihnen versehentlich einen 6-stelligen Code per SMS geschickt. Können Sie ihn mir bitte weitergeben? Es ist dringend.“ Da die Garrelerin beruflich in zahlreichen Gruppen vertreten ist und Codes gerade in der aktuellen Phase häufig für Videokonferenzen benötigt werden, hat sie sich nichts dabei gedacht. „5 Minuten später kam der Anruf einer Kundin, ob ich Geld benötige“, erklärt sie im Gespräch mit der Redaktion.

Da war es schon zu spät. Mit dem 6-stelligen Code haben Betrüger ihren Account übernommen und fleißig Nachrichten an ihre Kontakte verschickt. „Hallo, kannst du mir vielleicht bis morgen früh 1.200 Euro ausleihen? Es ist dringend und ich kann gerade nicht an mein Spargeld kommen. Ich schick dir das Geld morgen wieder zurück“, ist einer dieser Texte. Die Masche ist nicht neu, scheint aber gerade hochaktuell zu sein.

Mindestens 7 Kontakte aus dem Adressbuch betroffen

7 ihrer Kontakte sind betroffen, so viel weiß sie. Geld ist allerdings in keinem Fall geflossen. Wenn man nachfragt, wie die Summe denn übermittelt werden soll, wird eine Bankverbindung genannt. „Das Konto gehört einem Kevin in Lingen“, hat sie erfahren. Bei der Polizei, wo sie sich unmittelbar gemeldet hat, wurde die Vermutung geäußert, dass auch Kevin nichts davon weiß, dass er in dieses System hineingezogen wurde.

Bekannte aufgefordert den Kontakt zu blockieren

Elena Reimche hat bis in die Nacht SMS an die Menschen in ihrem Adressbuch geschickt und darum gebeten, keine Codes zu senden und sie zunächst als Kontakt zu blockieren. „Aber man ist ja auch in Gruppen, in denen man nur mit seiner Telefonnummer steht, ohne die Kontaktdaten zu haben. Diese Menschen kann man nicht erreichen.“

„Ich fühle mich wie ausgeraubt“, meint Elena Reimche. Die ersten beiden Tage habe sie kaum etwas essen können. Unterschwellig war da die Unsicherheit, was mit ihren Daten noch passieren kann. Sicherheitshalber hat sie sich ein neues Handy und eine neue Nummer zugelegt.

Polizei rät, Anzeige zu erstatten

Die Polizei rät, in jedem Fall Anzeige zu erstatten, sollte einem so etwas widerfahren. Codes sollte man grundsätzlich nicht an Dritte weitergeben, rät auch Whatsapp. Der Messenger empfiehlt zudem, die Verifizierung in zwei Schritten für den Dienst einzurichten.

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