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Werkzeugklau: Der Bruder soll's gewesen sein

Ein reisender Einbrecher hat in Bösel teures Werkzeug gestohlen. Das streitet er allerdings ab – und fliegt damit auf. Das Gericht verurteilt ihn.

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Symbolfoto: dpa

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Wegen Einbruch-Diebstahls in mehreren Fällen hat das Cloppenburger Amtsgericht einen reisenden Einbrecher zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Der 57-jährige Angeklagte sucht den Feststellungen zufolge gerne verschiedene Dörfer auf, um sich nach kleineren Werkstätten und Garagen umzusehen. Wird er fündig, stiehlt er vornehmlich Werkzeug. So auch in Bösel im Jahr 2020.

Zu einem Tatort in Bösel war er mit seinem eigenen Auto (mit echtem Kennzeichen) gefahren und hatte dann nachts angefangen, Werkzeug und Kabeltrommel zu verladen. Ein fremdes Auto nachts vor einer Werkstatt: Das musste auffallen. Ein Zeuge war dann auch auf den Dieb aufmerksam geworden und hatte sich das Kennzeichen des Täter-Fahrzeugs notiert. So war der Angeklagte schnell als Einbrecher überführt. Oder doch nicht?

10.000 Euro müsste der 57-Jährige zurückzahlen

Im Verfahren hat der 57-Jährige die Taten bestritten. Dabei waren im Rahmen einer Hausdurchsuchung noch Beuteteile bei ihm gefunden worden. Doch dafür hatte er eine Erklärung: Die Beutestücke seien ihm von seinem Bruder übergeben worden. Für Aufklärung hätte nun eben der Bruder des Angeklagten sorgen können. Doch der Bruder ist bereits lange tot. Das Gericht glaubte auch nicht, dass die Beute von einem Toten stammt. Es hielt vielmehr den 57-Jährigen für den Einbrecher.

Mit der Geldstrafe von 1200 Euro ist der Angeklagte noch gut davongekommen. Doch das ist nicht alles. Weil Straftaten sich nicht lohnen dürfen, müssen Täter das, was sie durch ihre Taten erlangen, an den Staat (möglich zur Weiterleitung an die Geschädigten) zurückzahlen. Das wären im Fall des Angeklagten 10.000 Euro. Ob der 57-Jährige das aber jemals zahlen kann, ist eher unwahrscheinlich. Es bleibt nun abzuwarten, ob er das Urteil akzeptiert.

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