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Wer kann Ukrainern in Dinklage Sprachkurse geben?

Rund 70 Kriegsflüchtlinge leben derzeit in der Burgwaldstadt. Im evangelischen Gemeindehaus tauschen sie sich einige von ihnen jetzt mit Vertretern von Kirche und Stadt aus.

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Ganz schön weit weg: Lesia Nikitina zeigt auf der Karte, dass sie von Kiew nach Dinklage gekommen ist.  Foto: Röttgers

Ganz schön weit weg: Lesia Nikitina zeigt auf der Karte, dass sie von Kiew nach Dinklage gekommen ist.  Foto: Röttgers

Wolfgang Bollmann bringt das Problem auf den Punkt. „Wir haben nicht genügend Leute, die Sprachkurse geben." Der Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Dinklage ist aktuell auf der Suche nach Ehrenamtlichen, die den Geflüchteten aus der Ukraine Deutschunterricht geben. Dabei seien Räume und Unterrichtsmaterial bereits vorhanden.

Es fehle jetzt nur an den helfenden Händen. „Ob pensionierte Pädagogen oder aktive Lehrer, die nachmittags ein paar Stunden Zeit opfern könnten, oder einfach andere Personen, die sich lehrbefähigt und berufen fühlen, die deutsche Sprache zu vermitteln – wir nehmen so viel wie möglich gerne an“, bittet Böllmann um Unterstützung. Nach aktuellem Stand leben 70 Flüchtlinge im Stadtgebiet, teilt Jens Brönstrup vom Familienbüro der Stadt Dinklage mit.

12 Geflüchtete kommen zum Kennenlern-Treff

Zusammen mit Pfarrer Fridtjof Amling von der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dinklage hatte der Sozialpädagoge unlängst zu einem Kennenlernen in das Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus eingeladen. 12 Geflüchtete kamen, um bei Kaffee, Tee und Gebäck erste Informationen zu bekommen und von sich selbst zu erzählen.

Erster Informationsaustausch am Gemeindehaus: Flüchtlinge aus der Ukraine mit Pfarrer Fridtjof Amling (vorne links), dem Ehrenamtsbeauftragtem Wolfgang Bollmann (2. Reihe links) und dem Leiter des Familienbüros der Stadt Dinklage Jens Brönstrup (hinten rechts). Foto: RöttgersErster Informationsaustausch am Gemeindehaus: Flüchtlinge aus der Ukraine mit Pfarrer Fridtjof Amling (vorne links), dem Ehrenamtsbeauftragtem Wolfgang Bollmann (2. Reihe links) und dem Leiter des Familienbüros der Stadt Dinklage Jens Brönstrup (hinten rechts). Foto: Röttgers

Wie zum Beispiel Lesia Nikitina. Sie ist von Kiew nach Dinklage geflohen. Die 37 Jahre alte Frau ist mit ihrem dreieinhalb Jahre alten Sohn Daniil hier. Nikitina spricht Deutsch und ist bei der Übersetzung zwischen ihren Landsleuten und den Dinklagern behilflich. Auch die 25 Jahre alte Hanna Stasiuk versteht und spricht Deutsch. Sie hilft ebenfalls bei der Überwindung von Sprachbarrieren und bei Behördengängen. Sie ist mit ihrem eineinhalb Jahre alten Sohn Myroslav hier. Ihre Ehemänner sind jeweils in der Ukraine geblieben.

„Überwiegend sind nur Frauen mit ihren Kindern zu uns gekommen“, berichtet Brönstrup. Viele Kinder seien bereits im schulpflichtigen Alter und besuchten die Schulen. Einige Kleinkinder werden in den  hiesigen Kindergärten betreut. Einige der Frauen hätten Arbeit gefunden. „Mittlerweile hat es sich unter den Flüchtlingen herumgesprochen, dass sie zuerst beim Einwohnermeldeamt ihre Daten mitteilen, um dann möglichst schnell und gezielt weitere Hilfen bekommen zu können“, erklärt Brönstrup.

Stadt Dinklage auch auf der Suche nach Wohnraum

Er geht davon aus, dass noch weitere Flüchtlinge aus der Ukraine nach Dinklage kommen werden, da sie hier zum Teil Verwandte und Bekannte hätten und damit Anlaufstationen vorfänden. Ansonsten verlaufe die Aufteilung auch im Landkreis Vechta nach dem sogenannten „Königssteiner Schlüssel“, der die Verteilung des Länderanteils bei Finanzierungen regle, informierte der Familienbüroleiter. Auf der Basis von Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl werde festgelegt, wie viele Flüchtlinge ein Bundesland aufzunehmen habe. So solle eine angemessene und gerechte Verteilung auf die Bundesländer sichergestellt werden.

Neben ehrenamtlichen Helfern für Sprachkurse und bei der Begleitung für Behördengängen ist die Stadt Dinklage auf der Suche nach Wohnraum. „Wer eine separate Wohnung mit eigenem Eingang anbieten kann, darf sich gerne bei der Stadt melden“, sagt Brönstrup. Wer darüber hinaus helfen möchte, dem empfiehlt er, statt Sachspenden Einrichtungen der Flüchtlingshilfe lieber direkt finanziell zu unterstützen. Die evangelisch-lutherische Gemeinde finanziere ihre Flüchtlingshilfe ausschließlich durch Spenden, informierte Pfarrer Amling.

Für die Flüchtlinge soll es am 9. und 16. Mai – jeweils montags ab 17 Uhr – weitere Treffen im evangelischen Gemeindehaus geben. Für den 20. Juni (Montag, 17 Uhr) ist um die Kirche ein Grillabend geplant. Fleisch und Getränke stellt die evangelische Kirchengemeinde.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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