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Wer hat wen geschlagen?

Drei junge Männer aus Lohne (20) sollen im vergangenen Jahr einen Gleichaltrigen auf offener Straße überfallen, ihn verprügelt und sein Handy geraubt haben. Das prüfte nun das Gericht erneut.

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Symbolfoto: dpa

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Die ursprüngliche Anklage hatte es in sich: Drei junge Männer (20) aus Lohne sollen im Mai 2022 auf offener Straße in Lohne einen Gleichaltrigen überfallen, zusammengeschlagen und dessen Handy geraubt haben. Doch von diesen Vorwürfen blieb nichts mehr übrig. Das Oldenburger Landgericht hat am Donnerstag in zweiter Instanz die Verfahren gegen das Trio ohne Auflagen eingestellt.

Damit hob die Kammer ein früheres Urteil des Amtsgerichtes in Vechta wieder auf. Das hatte die drei 20-Jährigen in einem ersten Prozess um die Sache zumindest noch wegen der angeklagten gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen und den Angeklagten aufgegeben, an das Opfer je 250 Euro zu zahlen. Doch das ist vom Tisch. Der mitangeklagte Raub war schon vor dem Vechtaer Amtsgericht fallen gelassen worden, jetzt ist auch die gefährliche Körperverletzung nur noch Makulatur.

Wer hatte wen geschlagen?

Der Fall konnte jetzt nicht mehr abschließend geklärt werden. Bezüglich des angeblichen Raubes steht nun fest: Bei dem Gerangel mit dem Gleichaltrigen war dessen Handy aus der Hose gefallen. Einer der Angeklagten hatte das Handy dann an sich genommen, weil er dachte, das Handy gehöre ihm (gleiches Modell, gleiche Farbe). Zu Hause aber sah er, dass sich sein Handy an der Ladestation befand. Er hatte dann das fremde Handy dem attackierten Gleichaltrigen zurückgegeben.

Und die gemeinschaftlich begangene Körperverletzung? Hatte das Trio den Gleichaltrigen geschlagen und getreten und nur einer? Das konnte am Donnerstag nicht mehr aufgeklärt werden. Das Opfer meinte, alle drei hätten zugeschlagen. Es konnte aber nicht sagen, welcher von ihnen was getan hatte. Einer der drei Angeklagten, dem das Opfer noch Geld schulden soll, gab eine Auseinandersetzung mit dem Gleichaltrigen zu, will aber in Notwehr gehandelt haben. Die anderen beiden hätten nichts mit der Sache zu tun, meinte einer der  Angeklagten. Das Gericht resümierte und riet allen Beteiligten, sich  wieder zu vertragen. Positiv für die Männer sprach, dass alle drei einen Ausbildungsplatz haben. So konnte das aufwendige Verfahren endgültig eingestellt werden.

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