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Wenn zwei sich streiten, sind die Schiedsleute zur Stelle

Die Räte im Alten Amt Löningen haben Josef Pahls und Georg Haupt als Schiedspersonen gewählt. Die werden in ihrem Ehrenamt viel Geduld brauchen und sollten gut zuhören können.

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Schiedspersonen: Georg Haupt (links) und Josef Pahls sind von den Räten mit dieser Aufgabe betraut worden.    Foto: Siemer

Schiedspersonen: Georg Haupt (links) und Josef Pahls sind von den Räten mit dieser Aufgabe betraut worden.    Foto: Siemer

Die vier Räte der Stadt Löningen und der drei Gemeinden Lindern, Lastrup und Essen haben in den letzten Wochen Georg Haupt aus Lindern und Josef Pahls aus Lastrup zu gleichberechtigten Schiedspersonen für den Schiedsamtsbezirk des Alten Amtes Löningen gewählt.

Der 61-jährige Pahls ist der allgemeine Vertreter des Lastruper Bürgermeisters und schon ein „alter Hase“ in diesem ehrenamtlichen Aufgabenbereich. Er hat diese Aufgabe in seiner Heimatgemeinde bereits 1994 übernommen.

Der 66-jährige Georg Haupt, der vor seiner Verrentung 33 Jahre für die Löninger Remmers AG im kaufmännischen Bereich tätig war, war vom Rat seiner Heimatgemeinde vorgeschlagen worden. Er werde sich durch die Teilnahme an mehreren Seminaren schnell die rechtlichen Grundlagen aneignen, versprach der Rentner. Das notwendige Fingerspitzengefühl und die Eignung für diese Aufgabe bescheinigten ihm Rat und Verwaltung durch die Wahl.

Amtsgerichte sollen entlastet werden

Aber was tun Schiedsleute? Sie sollen bei einem Streit versuchen, außergerichtlich eine Lösung zu finden. Das soll die Amtsgerichte entlasten.

„Ich war damals noch im Rathaus für das Ordnungsamt zuständig, daher war es naheliegend, diese Aufgabe zu übernehmen“, erläutert Pahls bei einem gemeinsamen Pressetermin mit seinem neuen Kollegen. Theoretisch könnte jede Kommune eine eigene Schiedsperson beauftragen. Das sei aber nicht nötig. Die Zahl der Fälle gehe seit Jahren zurück. Daher habe der zuständige Amtsgerichtsdirektor den Vorschlag zu einem gemeinsamen Bezirk gemacht, erläutert Pahls.

In seiner 28-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit hat der 61-Jährige bisher fast 20 offizielle Schiedsverfahren geleitet. Hinzu kommen noch einmal ähnlich viele inoffizielle Verfahren, über die es gelungen sei, durch Gespräche im Vorfeld einen Streit gütlich beizulegen.

Nachbarschaftsstreit ist der Klassiker

Der klassische Fall sei der Nachbarschaftsstreit, in dem es um Äste, Zäune und Überwuchs an der Grenze gehe, so Pahls. Er habe aber auch schon Fälle gehabt, in denen sich die Parteien massiv beleidigt hätten und jetzt kurz vor einer Unterlassungsklage standen. 

„Das Wichtigste ist für mich das Zuhören, das Anhören beider Seiten. Dafür braucht man Geduld“, erläutert Pahls.

Erst nach Scheitern der Gespräche kann geklagt werden

„Ansprechen zwecks Rat und Vermittlung oder zum Einleiten eines offiziellen Schiedsverfahrens kann uns jeder“, betonen beide. Hinweise auf einen Streit könnten aus den Rathäusern oder auch von der Polizei kommen. Darüber hinaus können Streitende auch von Gerichten zunächst an die Schiedspersonen verwiesen werden, denn die hätten die Möglichkeit, ein Verfahren zunächst abzulehnen. Erst nach einem Schiedsverfahren, das nicht mit einer Einigung, sondern einer ausgestellten „Erfolglosigkeits-Bescheinigung“ abgeschlossen worden sei, könne geklagt werden.

„Wir sind keine Schiedsrichter und keine Recht sprechenden Richter und sind nicht zu einer Entscheidung befugt“, erklärt Josef Pahls. Im Erfolgsfall endet das Verfahren, an dem die Streitenden persönlich, wenn gewünscht auch mit Rechtsanwälten, teilnehmen müssen, mit einer von beiden akzeptierten und schriftlich fixierten Vereinbarung. Die sei dann aber auch bindend für beide. Der Verstoß könne auch Konsequenzen haben, betont Josef Pahls.

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