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Wenn Sie um 11 Uhr hochschrecken sollten: Keine Panik, es ist ein Probe-Alarm

Wie schnell und wie gut kann die deutsche Bevölkerung im Ernstfall gewarnt werden? Das soll heute getestet werden. Eine mittlerweile wichtige Rolle spielt das Handy. Was Sie zum Warntag wissen müssen.

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Beim letzten Warntag im September 2020 musste der Katastrophenschutz einen Fehlschlag einräumen. Symbolfoto: dpa

Beim letzten Warntag im September 2020 musste der Katastrophenschutz einen Fehlschlag einräumen. Symbolfoto: dpa

Auf ein Neues: Deutschland steht am Donnerstag (8. Dezember) vor einem Warntag. Nachdem der letzte Versuch mit einem eher mäßigen Erfolg für Spott und Häme gesorgt hatte, soll es jetzt besser funktionieren. Um 11 Uhr soll simuliert werden, wie die deutsche Bevölkerung im Ernstfall informiert werden soll. Wie wichtig das ist, hat zuletzt die Flutkatastrophe im Ahrtal gezeigt. Rechtzeitige und konsequente Warnungen hätten vermutlich Menschenleben retten können.

Auch die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta werden sich am Warntag beteiligen. Darüber haben wir bereits berichtet. Das äußert sich vor allem akustisch. Denn: Die Sirenen, von denen in den letzten Jahrzehnten immer mehr abgebaut wurden, werden vor Ort ausgelöst. Gerade weil es aber immer weniger Sirenen auf den Dächern der Städte und Dörfer gibt, wird der Warnton um 11 Uhr (ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton) nicht überall zu hören sein. Die Entwarnung um 11.45 wird mit einem einminütigen Dauerton signalisiert.

Schon jetzt ist aber klar: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) setzt aufgrund der großen Lücken im Sirenen-Netz gar nicht mehr auf dieses Warnmittel. Denn der Warntag soll vor allem digitalen Kanälen stattfinden. Während es Hinweise auch in Funk- und Fernsehen geben wird, kommt dem Handy die größte Bedeutung zu.

Behörde empfiehlt, die NINA-Warn-App zu installieren

Da gibt es zum Beispiel die Warn-Apps – etwa Biwapp, Katwarn oder NINA. Letztere wird übrigens vom BBK empfohlen. Die NINA-App wird von den Behörden bei Bund, Ländern und Kommunen über das Modulare Warnsystem herausgegeben. Mithilfe dieser App werden Wetterwarnungen, Hochwasserinformationen und Bevölkerungsschutz-Warnungen wie etwa Großbrände oder Gefahrstoffausbreitungen veröffentlicht. Das Problem: Fallen das Internet und das mobile Datennetz gleichzeitig aus, ist die App nutzlos. Denn es können keine Warnungen mit dem Handy empfangen werden.

Deshalb ruhen die Hoffnungen auf das Cell Broadcast System.  Das funktioniert, indem eine Warnnachricht an alle kompatiblen Geräte geschickt werden, die in einer Funkzelle eingebucht sind. Der Warntext soll dann ohne Zusatzanwendung direkt auf dem Bildschirm erscheinen, außerdem soll ein lautes Tonsignal ertönen. In vielen Ländern hat sich dieses System bereits bewährt. Der Vorteils des Systems: Es können alle Handys in den betroffenen Funkzellen angesteuert werden, ohne dass die Behörde die einzelnen Telefonnummern kennen müssen.

Ist Ihr Handy auch für Probe-Alarme aktiviert?

Die Funktion für das Cell Broadcast System ist mittlerweile in vielen Handys fest installiert. Eine Liste der Handys, die das System unterstützten, gibt es hier. Denn: Ältere Modell bieten diese Funktion nicht an.

Aber Achtung: Das bedeutet jetzt nicht automatisch, dass es alle dieser genannten Handys beim Probe-Alarm ausgelöst werden. Bei iPhones zum Beispiel muss manuell ausgewählt werden, dass der Warnton auch bei einem Probe-Alarm ausgelöst werden soll. Reale Warn-Anlässe sind automatisch aktiviert.  Wer also beim Warntag die Selbsterfahrung machen will, sollte seine Einstellungen checken: beim iPhone im Menüpunkt „Mitteilungen“ ganz unten, bei Android-Geräten in der Regel über ein Untermenü wie „Sicherheit und Notfall“.

Beim ersten bundesweiten Warntag im September 2020 gab es erhebliche Pannen. Die Testwarnung des BBK verzögerte sich um 30 Minuten. Das Bundesinnenministerium hatte den Probealarm deshalb damals als „fehlgeschlagen“ bezeichnet.

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