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Wenn Schule auf Arbeitswelt trifft

Die St.-Johannes-Schule in Bakum will ihren Schülern Einblicke in das Berufsleben ermöglichen. Auch Arbeitgeber könnten davon profitieren.

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Gemeinsam Zukunft schaffen: Johanna Hollah (von links), Jessica Beuse, Bettina Willms, Nicole Bramlage, Tomke zur Brügge und Anna Schaffrath. Foto: Ebert

Gemeinsam Zukunft schaffen: Johanna Hollah (von links), Jessica Beuse, Bettina Willms, Nicole Bramlage, Tomke zur Brügge und Anna Schaffrath. Foto: Ebert

Schulabschluss - und dann? Damit Jugendliche aus Bakum und umzu diese Frage für sich beantworten können, hat die Bakumer St.-Johannes-Schule nun zwei weitere Kooperationsvereinbarungen mit Arbeitgebern aus der Region unterschrieben.

In Zukunft sollen Schüler der 9. und 10. Klassen der Oberschule durch Unterricht und Praxis die Arbeit des Wohn- und Pflegezentrums Haus St. Johannes in Bakum kennenlernen. Außerdem will die Schule mit der Lebensmittelfirma Wernsing aus Addrup in Essen/Oldenburg zusammenarbeiten. 

Türen sollen sich öffnen

Begleitet und organisiert werden die beiden Lernpartnerschaften vom Landkreis Vechta und der Universität Vechta. Ziel sei es, für Schüler "die Türen von Unternehmen zu öffnen", sagte Johanna Hollah vom Amt für Wirtschaftsförderung des Landkreises.

Die Amtsleiterin Nicole Bramlage ergänzte: Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen könnten junge Menschen "für Perspektiven vor Ort sensibilisieren". Gleichzeitig könne der Landkreis Unternehmen helfen, Fachkräfte zu finden.

Konkret dürfte das etwa bedeuten: Schüler besuchen die Lebensmittelfirma Wernsing und das Haus St. Johannes, während die  potentiellen Arbeitgeber ihrerseits den Schulunterricht in Bakum besuchen.

Profilfach Wirtschaft ist der Anknüpfungspunkt

So könnten unternehmerische Herausforderungen und Prozesse auch im Unterricht thematisiert werden. Wernsing etwa verfolge das Ziel,  bis zum Jahr 2022 am Standort Addrup klimaneutral zu wirtschaften, erklärte Personalreferntin Jessica Beuse.

Aus dieser Herausforderung könne "Unterricht erwachsen", sagte Dr. Christoph Merschhemke vom Bonner Institut Unternehmen & Schule, das die Vereinbarung vermittelt hat. Gerade beim Profilfach Wirtschaft der St.-Johannes-Schule böten sich hier Anknüpfungspunkte.

Dabei könne es auch um die Frage gehen, wie Lebensmittel produziert werden, sagte Anna Schaffrath von der Universität Vechta. Sie begleitet mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt den Austausch  zwischen Schulen und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Es gehe aber auch darum, Fragen von Sozial- und Umweltverantwortung anzusprechen.

Auch die Altenpflege sucht nach Fachkräften

Auch für das Haus St. Johannes ist die Frage, wie Fachkräfte gewonnen werden können, wichtig. "Wir sind natürlich daran interessiert, dass sich Jugendliche für unsere Berufe in der Altenpflege begeistern können", erklärte die Einrichtungsleiterin Renate Machner schriftlich. Aufgrund des Infektionsschutzes hatte sie darauf verzichtet, an der Unterzeichnung der Vereinbarungen persönlich teilzunehmen.

Tomke zur Brügge, Gerontologin beim Verein "Perspektive: Pflege!" erklärte bei der Unterzeichnung, Ziel der Kooperation zwischen Schule und Pflegeheim sei es auch, "die Generationen wieder zusammenzubringen". Sie verwies darauf, dass in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta ab 2020 erstmals die Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann angeboten werden.

Gute Perspektiven für die berufliche Zukunft

Diese Ausbildung ersetze die bisherige Dreiteilung der Pflegeausbildung in Kinderkrankenpfleger, Krankenpfleger und Altenpfleger. Die Universalausbildung könne den Beruf vielleicht auch attraktiver machen, da er nun mehr Wechselmöglichkeiten biete.

Schulleiterin Bettina Willms unterstrich, dass die Bakumer Oberschule schon bisher in der Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region gute Erfahrungen gesammelt habe. Die neuen Kooperationspartner passten "genau in unser Profil und in die Ausrichtung der Schule" und könne helfen, Schülern "gute Perspektiven für ihre berufliche Zukunft" aufzuzeigen.

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