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Wenn es am Dümmer um die Oberstufe geht

Seit 1988 ist der Lingener Studiendirektor Karl-Heinz Ossing jährlich dienstlich zu Gast im Jugend- und Freizeitheim. Ungezählte Schülerinnen und Schüler hat er dort auf die Oberstufe vorbereitet.

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Regelmäßiger Gast: Karl-Heinz Ossing war das erste Mal 1988 mit Franziskus-Gymnasiasten am Dümmer. Foto: Lammert

Regelmäßiger Gast: Karl-Heinz Ossing war das erste Mal 1988 mit Franziskus-Gymnasiasten am Dümmer. Foto: Lammert

Es dürfte keinen Gast im Jugend- und Freizeitheim des Landkreises Vechta in Dümmerlohausen geben, der die Entwicklung des Hauses in den vergangenen 33 Jahren so eng verfolgt hat wie Karl-Heinz Ossing. Und das nicht als Tourist, sondern als jemand, der stets dienstlich im Haus gewesen ist.

Der Studiendirektor des Franziskusgmnasiums in Lingen war 1988, als er dort gerade als Lehrer angefangen hatte, das erste Mal mit Schülerinnen und Schülern am Dümmer. Allerdings sind die Dümmertage im Schulprogramm schon viel länger verankert. Vielleicht bereits seit 1982, vielleicht jedoch noch eher, sagt der Lehrer für Mathematik und Katholische Religion.

Vorbereitung in dieser Form ist wahrscheinlich einmalig

Die Tage haben eine ganz bestimmte, wichtige Bedeutung: Das Gymnasium bereitet die Schüler bei den von dienstags bis freitags dauernden Aufenthalten auf die Oberstufe vor. Das sei in dieser Form wohl einzigartig, meint der gebürtig aus Borken stammende Ossing, der in Münster studiert hatte.

Die Vorbereitung erfolgt unter anderem mit Arbeit in Kleingruppen. Da geht es etwa um die Selbstwahrnehmung im Vergleich zur Fremdwahrnehmung, oder darum, dass die Jugendlichen bei Konflikten ihrer eigenen Rolle bewusst werden und lernen, was sie zur Lösung beitragen können.

Beim Aufenthalt geht es auch um die Zeit

Auch der Umgang mit der Zeit steht auf dem Programm, wenn die Jugendlichen mittags 2 Stunden Freizeit haben.

Da dürften Jugendliche und Lehrkräfte einige wichtige Erkenntnisse mit nach Hause nehmen, wenn sie heute zurückfahren. Allerdings sind es keine 11.-, sondern 93 12.-Klässler, mit denen Karl-Heinz Ossing und seine 7 Kolleginnen beziehungsweise Kollegen am Dümmer weilten.

Die Schüler hatten im vergangenen Schuljahr wegen der Corona-Pandemie nicht an den Dümmer fahren können, wären aber wahrscheinlich tief enttäuscht gewesen, wenn es nicht möglich gewesen wäre, die Tage nachzuholen.

"Die Schüler brennen darauf."Karl-Heinz Ossing, Lehrer

"Die Schüler brennen darauf", sagt der Studiendirektor. Im November kehrt er – ausnahmsweise ein 2. Mal innerhalb eines Schuljahres – dann regulär mit 11.-Klässlern zum Dümmer zurück.

"Das Haus ist optimal für uns geeignet", erklärt der Lingener. Die Schule habe es bei ihren Aufenthalten komplett für sich. Heißt im Klartext: Die Schüler stören niemanden, werden im Umkehrschluss aber auch von niemandem gestört.

Gruppe hat komplettes Haus für sich

Dass die Jugendlichen sowie die Lehrkräfte unter sich sind, hat den für alle Beteiligten Nebeneffekt, dass dieses Mal niemand trotz der Corona-Pandemie innerhalb des Hauses eine Maske tragen muss. Überhaupt seien 85 der Schüler bereits doppelt geimpft, und von den übrigen die meisten ein Mal.

Noch ein Vorteil des Hauses aus Sicht der Schule: die Lage. „Wir sind nicht in der Stadt. Es zieht die Jugendlichen nicht vom Gelände“, erklärt Karl-Heinz Ossing. Das wäre in Städten gewiss ganz anders.

"Ich bin ziemlich begeistert von der Küche."Karl-Heinz Ossing, Lehrer

Auch die Zimmeraufteilung innerhalb des Jugend- und Freizeitheims  sei für die Zwecke der Schule optimal. Und noch etwas gefällt ihm sehr gut: "Ich bin ziemlich begeistert von der Küche."

Doch auch wenn das Haus etwas abseits liegt, manchmal ist es mit der Ruhe vorbei. Der Studiendirektor erinnert sich an einen Vorfall vor 3 Jahren. Da löste ein Defekt in der Elektrik an einem der Tage gegen 22.30 Uhr einen Feueralarm aus.

"Die Schüler fanden das aufregend."Karl-Heinz Ossing, Lehrer

Feuerwehren rückten mit zahlreichen Fahrzeugen inklusive einer Drehleiter an. "Die Schüler fanden das aufregend." Die Aufregung legte sich schnell. Und ausnahmsweise dürfte auch die Feuerwehr nicht böse gewesen sein, dass es ein Fehlalarm war.

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