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Wenn Corona auch dem Vierbeiner zusetzt

Die Hundeschule von Michael Schrand in Peterswald darf wieder Gruppentrainings anbieten. Die Nachfrage ist groß - denn die Coronarestriktionen wirken sich auch auf die Hunde aus.

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Aufgepasst: Welpen haben noch eine Menge zu lernen. Symbolfoto: dpa/Benjamin Nolte

Aufgepasst: Welpen haben noch eine Menge zu lernen. Symbolfoto: dpa/Benjamin Nolte

Michael Schrand ist froh. Seit 2 Wochen darf der Garreler Hunden und ihren Herrchen beziehungsweise Frauchen wieder in Kleingruppen den richtigen Umgang miteinander näherbringen. Coronabedingt durfte er nach einer Winterpause seiner Hundeschule in Peterswald im Januar nicht wie geplant mit dem Gruppentraining wieder loslegen. "Jetzt haben die Behörden eingesehen, dass wir doch irgendwie systemrelevant sind", sagt Schrand mit Hinweis auf ein Gerichtsurteil, das andere Hundeschulen erstritten haben.

Bei der Möglichkeit, Einzelunterricht zu geben, habe er zuletzt ein richtiges "Hin und Her" erlebt: In der einen Woche war das Training mit nur einem Hund und Halter erlaubt, in der nächsten wieder nicht. Jetzt hofft der 42-Jährige auf Beständigkeit, denn bei seinen vierbeinigen Schülern sei einiges zu tun und aufzuarbeiten. "Es sind ganz viele Auffälligkeiten bei den Hunden entstanden, weil sie keine oder kaum Sozialkontakte haben", weiß Schrand zu berichten.

Besonders bei den Welpen zeige sich das Problem, dass sie in Coronazeiten keine anderen Hunde kennengelernt haben und dann auf diese ängstlich oder aggressiv reagieren. Jede Rasse habe ihre eigene Körpersprache – und diese müssten anderen zu deuten lernen. Dass beispielsweise aufgerichtete Ohren nicht zwangsläufig eine Bedrohung bedeuteten, könnten Hunde nur im Umgang mit anderen Hunden lernen.

Homeoffice bringt Probleme mit sich

Probleme ergäben sich auch daraus, dass aktuell viele Hundehalter im Homeoffice arbeiten, dieses aber irgendwann auch wieder gegen den eigentlichen Arbeitsplatz eintauschen. Hunde, die in der Homeoffice-Phase angeschafft wurden, hätten nie gelernt, alleine zu sein, so Schrand. "Wenn man dann plötzlich nicht mehr da ist, nimmt einem ein Hund auf einmal die Bude auseinander." Einige Tiere entwickelten Trennungsängste oder Kontrollzwänge.

Oft sei es so, dass Hunde nicht direkt vom Züchter kämen. Professionelle Züchter sorgen laut Schrand jedoch in der Regel dafür, dass die Welpen stubenrein werden und schon mal mit anderen Tieren wie etwa Pferden und Hühnern in Kontakt kommen. "Wenn das alles in der Frühprägung nicht passiert, hat man als Besitzer später die ganzen Aufgaben. Und da sind einige dann doch überfordert", erklärt Schrand und betont: "Wir haben einiges aufzuholen."

Tipps aus dem Internet findet Schrand "heikel"

Als weder Gruppen- noch Einzeltraining möglich war, habe er die Menschen nur telefonisch beraten können. "Ich muss aber Hund und Verhaltensmuster sehen", betont Schrand und verweist auf die Bedeutung von Hundeschulen. Sich im Internet Tipps zum Umgang mit Hunden zu holen, hält der Garreler für "heikel".

Sehr viele Menschen hätten sich in diesen Zeiten einen Hund angeschafft und suchten doch den Rat im direkten Austausch. Die Nachfrage ist offenbar groß. "Ich weiß gar nicht, wohin mit den Leuten", sagt der 42-Jährige schmunzelnd. Um dem Bedarf zu entsprechen, habe er zusätzlich Kleingruppen für je sechs Hunde und sechs Menschen aufgemacht. "Es ist eine große Aufgabe, allen gerecht zu werden."

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