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Wenn beim Wahlkampf im Sozialen Netzwerk die Zukunft hintenüberfällt

Kolumne: Aus der Nachbarschaft – In Corona-Zeiten wird der kommunale Wahlkampf zu einer besonderen Herausforderung. Kleine Parteien haben es besonders schwer. Und dann sind da ja noch die Themen.

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Die Kommunalwahlen werfen ihre Schatten voraus. In meiner Heimatgemeinde Bakum wie im Kreis Vechta. Die Zeit bis zum Wahltermin im September ist nur noch kurz. Unterbrochen wird der Wahlkampf durch die Sommerferien, die im Bundesland Niedersachsen in diesem Jahr erst sehr spät liegen. Die Corona-Pandemie erschwert den Wahlkampf gerade in den Dörfern.

Hier lebt er vom persönlichen Kontakt, der nur eingeschränkt möglich ist. Ein Haustürwahlkampf kann in Zeiten von Corona nicht durchgeführt werden. Auch ein Spielplatzfest, bei dem sich die Kandidaten für den Kreistag und Gemeinderat zwanglos mit Bürgern bei Bratwurst und Bier treffen können, wird wohl nicht ohne Weiteres stattfinden können.

Für die kleineren Parteien ist es noch schwieriger, sich zu präsentieren

Die in Bakum stärkste Partei, die CDU, musste ihre Mitgliedervollversammlungen mehrfach verschieben. Anfang Juni soll eine Versammlung in der Sporthalle durchgeführt werden, auf der auch der amtierende Bürgermeister Tobias Averbeck offiziell nominiert werden soll. Für den über die Grenzen Bakums bekannten jungen Bürgermeister und für die langjährigen Abgeordneten in Rat und Kreistag dürfte dies kein großes Problem sein. Anders sieht dies für die jungen Frauen und Männer aus, die erstmals kandidieren und noch nicht allen Bakumer Einwohnern bekannt sind. Für die kleineren Parteien ist es noch schwieriger, ihre Kandidaten zu präsentieren. Im Vorteil sind die Parteien, die schon seit längerer Zeit auch in den Sozialen Netzwerken aktiv sind. Vorrangig dafür werden Instagram und Facebook verwendet.

"Wie sieht die Zukunft unseres Landkreises unter einem Landrat Tobias Gerdesmeyer aus?"Georg Rosenbaum

Den Auftakt machte im digitalen Bakumer Wahlkampf Bürgermeister Averbeck in einem Video, das von der CDU Bakum auf Facebook geteilt wurde. Die CDU präsentiert regelmäßig Fotos mit Steckbriefen ihrer Kandidatinnen und Kandidaten.

Auch in der Kreisstadt sind vor allem die Stadtverbände der CDU und SPD aktiv. Wir erfahren zum Beispiel, an welchem Ort in Vechta die jeweiligen SPD Stadtratskandidaten sich am liebsten aufhalten oder was ihnen ihre Stadt bedeutet.

Wie bereitet sich der Landkreis auf den Klimawandel und die "neue" Landwirtschaft vor?

Wahrscheinlich interessiert die Vechtaer Einwohnerinnen und Einwohner allerdings mehr, wie ihre Stadt in den nächsten 20 Jahren sich weiterentwickelt, ob es dann noch Einzelhandel in Vechta geben wird. Wie sieht die Zukunft unseres Landkreises unter einem Landrat Tobias Gerdesmeyer aus? Wie bereitet sich der Landkreis auf den Klimawandel und den Wandel in der Landwirtschaft vor?

Das wären die wirklich interessanten Themen im Kommunalwahlkampf!


Zur Person

  • Der Autor Georg Rosenbaum ist Kaufmann und wohnt in Bakum. Gebürtig stammt er aus Oldenburg.
  • Kontakt: redaktion@om-medien.de.

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