Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Wenn Anhalten zum Kunststück wird

Der Leiter der Cloppenburger TÜV-Station sensibilisiert Verkehrsteilnehmer für winterliche Straßenverhältnisse.

Artikel teilen:
Heckscheibe nicht vergessen: Oftmals sorgen Autofahrer im Winter nur auf der Frontscheibe für freie Sicht. Dabei ist die auch im Heck- und Seitenbereich unverzichtbar.     Symbolfoto: Rolf Haid/dpa

Heckscheibe nicht vergessen: Oftmals sorgen Autofahrer im Winter nur auf der Frontscheibe für freie Sicht. Dabei ist die auch im Heck- und Seitenbereich unverzichtbar.    Symbolfoto: Rolf Haid/dpa

Die kalte Jahreszeit hält für Verkehrsteilnehmer zahlreiche Besonderheiten bereit. Um trotz rutschiger und glatter Straßen unfallfrei ans Ziel zu gelangen, gibt es einiges zu beachten. Sascha Tejkl, Leiter der TÜV-Station in Cloppenburg, gibt Tipps rund um das Fahren bei Glätte und Schnee.

Selbstverständlich gehört die passende Bereifung ebenso zur Winter-Ausstattung wie der obligatorische Eiskratzer. Zwar sollte man sich nie vollständig auf elektronische Hilfsmittel verlassen, als Unterstützung auf glatten Straßen eignen sie sich jedoch hervorragend: der Automatische Blockierverhinderer (ABV, auch bekannt als Antiblockiersystem kurz: ABS) und das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP). Ist die Straße rutschig und eine Bremsung nötig, kommt es schnell dazu, dass sich der Wagen nicht mehr lenken lässt. Er gerät ins Schleudern.

Bester Bremsweg bei maximaler Pedalbetätigung

Ein mit ABV ausgestattetes Fahrzeug hat in einem solchen Szenario folgenden Vorteil: „Der Automatische Blockierverhinderer sorgt dafür, dass bei einer Vollbremsung die Reifen nicht blockieren und man nicht so schnell ins Rutschen gerät“, erklärt Sascha Tejkl. Damit gelinge es jedem Fahrer, bei voller Betätigung des Bremspedals den besten Bremsweg zu erzielen.

Das ESP, auch Schleuderschutz genannt, erleichtert das Fahren im Winter ebenso wie der ABV. „Es setzt ein, wenn man mit zu viel Tempo in eine Kurve fährt und sorgt dafür, dass einzelne Räder abgebremst werden. Ein Ausbrechen oder Umkippen in einer Kurve kann dadurch verhindert werden“, konkretisiert Tejkl. Will man prekäre Situationen vermeiden, sind ein umsichtiger Fahrstil und ein gedrosseltes Tempo nach wie vor entscheidend.

„Bei einer Vollbremsung soll dem Hindernis im Idealfall ausgewichen werden, um dann weiterzufahren."Sascha Tejkl, Leiter der TÜV-Station in Cloppenburg

Vor allem bei winterlichen Straßenverhältnissen kann es zu Situationen kommen, in denen eine Gefahrenbremsung notwendig ist. Bei einem Schaltwagen sollten Kupplung und Bremse gleichzeitig betätigt werden. Warum das so ist, erklärt der Stationsleiter: „Bei einer Vollbremsung soll dem Hindernis im Idealfall ausgewichen werden, um dann weiterzufahren. Das ist aber nur möglich, wenn der Motor bei dieser Bremsung nicht ausgeht. Andernfalls wird man selbst schnell zu einem Hindernis und stellt ein Sicherheitsrisiko für andere am Verkehr Teilnehmende dar.“ Häufig genügt bei witterungsbedingter Glätte bereits das normale Anhalten, um in eine problematische Situation zu geraten. Zu oft werden Anhaltewege auf glatter Fahrbahn falsch eingeschätzt.

Unter Bäumen und Vordächern droht ­Gefahr von oben

Neben dem Autofahren selbst gilt es auch beim Parken im Winter, noch aufmerksamer zu sein als sonst. „Das Fahrzeug sollte immer so umsichtig abgestellt werden, dass Räum- und Streufahrzeuge nicht behindert werden“, sagt ­Tejkl. Bei Schneefall rät der TÜV-Experte Fahrern, sich genau zu merken, wo man geparkt hat, um den eigenen Wagen schneller wiederzuerkennen, wenn alle unter einer Schneedecke liegen.

„Am besten ist es, die Windschutzscheibe mit einer Thermo-Ab­deckung vor Frost zu schützen, so spart man sich das Eiskratzen. Gleichfalls ist es ratsam, die Scheibenwischer hochzuklappen, damit die Gummilippen nicht festfrieren.“ Ebenfalls wichtig zu beachten: Wer unter schneebehangenen Bäumen parkt, muss sich vor herunterfallendem Schnee und Eis in Acht nehmen. Das gilt zudem beim Parken unter Vordächern, denn Dachlawinen sind tückisch und können Auto und Mensch unter einer Decke aus Schnee und Eis verschütten.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Wenn Anhalten zum Kunststück wird - OM online