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Weniger Kirchenaustritte im Corona-Jahr 2020 in der Region

Die Rückgänge bei der Zahl der Menschen, die der katholischen und evangelischen Kirche den Rücken kehren, sind deutlich. Doch die Daten können wegen der Corona-Krise nicht als Trendsignal gelten.

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Austritt aus der Kirche: Weiterhin wollen viele Menschen nicht mehr einer Kirche angehören. Doch die Zahl der Austritte nimmt ab. Foto: dpa/Wagner

Austritt aus der Kirche: Weiterhin wollen viele Menschen nicht mehr einer Kirche angehören. Doch die Zahl der Austritte nimmt ab. Foto: dpa/Wagner

Im Corona-Jahr 2020 ist die Zahl der Kirchenaustritte in der Region gesunken. Das gilt sowohl für den Offizialatsbezirk Oldenburg des katholischen Bistums Münster wie für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg. Das entspricht der deutschlandweiten Entwicklung.

Der Offizialatsbezirk Oldenburg verzeichnet für 2020 insgesamt 1.689 Kirchenaustritte, das entspricht 0,66 Prozent aller 254.518 Katholiken im Oldenburger Land. Ein Jahr zuvor lag hier die Zahl der Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, bei 2.089 (0,81 Prozent der Mitglieder). Der Rückgang bei den Austritten beträgt im Jahresvergleich 19,15 Prozent. Das geht aus den statistischen Angaben hervor, die das Bistum Münster am Mittwoch bekannt gab.

Statistik stark von Pandemie beeinflusst

Im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg beläuft sich im Jahr 2020 die Zahl der Austritte auf 4.694. Das waren laut Mitteilung 1.047 Personen weniger als im Vorjahr. Der Rückgang beträgt demnach 18,2 Prozent. Die Zahl der Christinnen und Christen, die Ende 2020 zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg gehörten, beläuft sich auf 390.072 (1,97 Prozent weniger als 2019).

Der Evangelisch Lutherische Kirchenkreis Oldenburger Münsterland zählte Ende 2020 insgesamt 49.443 Gemeindemitglieder, das waren 251 weniger als 2019 (-0,51 Prozent).

Die statistischen Angaben seien stark von der Pandemie beeinflusst und mit großer Vorsicht anzusehen, hieß es von beiden Kirchen. Der Bischof des katholischen Bistums Münster, Dr. Felix Genn, erklärte zu den Zahlen: „Einen gewissen Rückgang hatten wir in den vergangenen Jahren immer zu verzeichnen. (...) Umgekehrt dürfen wir uns die Tatsache, dass 2020 weniger Menschen aus der Kirche ausgetreten sind, nicht schönreden.“

Die Amtsgerichte seien zeitweise geschlossen gewesen, „und viele Menschen hatten zudem sicher andere Sorgen“, führte Genn aus. Er rechnet mit „deutlich höheren Austrittszahlen“ für das Jahr 2021.

„Jeder Austritt, jeder Mensch, der sich abwendet, ist für mich schmerzhaft, ist ein Verlust für unsere Kirche.“Thomas Adomeit, Evangelisch-Lutherischer Bischof aus Oldenburg

Auch der Evangelisch-Lutherische Bischof Thomas Adomeit sagte, es sei derzeit nicht angezeigt, aus den Zahlen für 2020 einen generellen Trend abzulesen. Und dennoch sei festzustellen, dass viele Menschen aus der oldenburgischen Kirche ausgetreten sind. „Jeder Austritt, jeder Mensch, der sich abwendet, ist für mich schmerzhaft, ist ein Verlust für unsere Kirche“, betont Adomeit.

Deutschlandweit sank die Zahl der Kirchenaustritte bei den Katholiken im Vergleich zu 2019 um 18,8 Prozent auf 221.390. Aus der evangelischen Kirche traten vergangenes Jahr 220.000 Menschen aus, 18 Prozent weniger als im Vorjahr.

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