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Wenige Plätze: Löningens Dechant bittet Kirchenbesucher um Verständnis

Vor dem Eingang der Vituskirche spielten sich zuletzt unschöne Szenen ab. Bertholt Kerkhoff kann den Unmut zwar verstehen, weist aber auf die Corona-Bestimmungen hin.

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Strenge Auflagen: Kirchenbesucher in Löningen müssen sich wie überall an die Hygieneregeln halten. Foto: Meyer

Strenge Auflagen: Kirchenbesucher in Löningen müssen sich wie überall an die Hygieneregeln halten. Foto: Meyer

Maximal 50 Menschen dürfen derzeit an den Gottesdiensten in der Löninger Pfarrkirche St. Vitus teilnehmen. So sehen es die geltenden Corona-Auflagen vor. Wie Pfarrer Bertholt Kerkhoff bestätigt, kam es wegen der Beschränkung in den vergangenen Wochen immer wieder zu Diskussionen vor dem Kirchenportal.

Besuchswillige, die wegen ihrer fehlenden Anmeldung abgewiesen wurden, hätten sich teils heftige Auseinandersetzungen mit dem Ordnungsdienst geliefert. "Manche setzten sich sogar über das Eintrittsverbot hinweg und gingen einfach durch", berichtet Kerkhoff. Für die ehrenamtlichen Helfer seien das unangenehme Situationen gewesen. "Sie fragen sich dann zu Recht, warum sie sich den Dienst freiwillig antun." Der Dechant schritt ein und appellierte im Vitusboten an alle Gemeindemitglieder, die Situation so anzunehmen, wie sie ist. "Das bedeutet, dass wir zur Not von unserem Hausrecht Gebrauch machen müssen." Nach der Veröffentlichung habe sich die Lage fürs Erste wieder entspannt, sagt er.

Besucher müssen 10 Quadratmeter um sich haben

Kerkhoff bedauert die Entwicklung, von der auch aus anderen Pfarrgemeinden berichtet wird. "Ich habe Verständnis für den berechtigten Wunsch der Gläubigen, an der Sonntagsmesse teilnehmen zu dürfen." Natürlich bestehe die Gefahr, dass einige, die sich durch die Abweisung verprellt fühlen, den Kirchenbesuch aus Groll künftig ganz meiden. "Auf der anderen Seite müssen wir aber darauf achten, dass die Regeln, die wir selbst nicht aufgestellt haben, eingehalten werden."

Der Pfarrer ließ durchblicken, dass er ebenfalls Schwierigkeiten mit der Teilnehmerbegrenzung hat. Vorgeschrieben ist, dass jeder Besucher um sich herum mindestens 10 Quadratmeter freien Raum haben muss. In der riesigen St.-Vitus-Kirche könnten – so gesehen – eigentlich deutlich mehr Menschen gemeinsam den Gottesdienst feiern.  "Außerdem darf die Gemeinde während der Messe ja nicht singen." Trotzdem besteht die Obergrenze. In den wesentlich kleineren Kirchen in Bunnen, Benstrup und Evenkamp liege die maximale Teilnehmerzahl bei jeweils um die 30. Trotz der Zweifel an ihrer Sinnhaftigkeit sei die Pfarrei aber verpflichtet, die Vorgaben des Landkreises umzusetzen. "Da gibt es keinen Ermessensspielraum" , betont Kerkhoff.

"Es tut uns um jeden leid, dem wir keinen Platz anbieten können."Bertholt Kerkhoff, Pfarrer

Der Pfarrer weist darauf hin, dass die Teilnehmerlisten in der Regel montags in der Kirche ausgelegt werden. "Bewusst sehen wir davon ab, dies bereits am Wochenende zu tun, um auch denen eine realistische Chance auf einen Gottesdienstbesuch zu geben, die am vorhergehenden Samstag oder Sonntag keinen Platz bekommen haben", erklärt er. Angehörige eines Verstorbenen, die ein Sechswochengedenken angemeldet haben, müssen sich ebenfalls eintragen. 

"Wir freuen uns über jeden Gottesdienstbesucher und es tut uns leid um jeden, dem wir keinen Platz anbieten können", sagt Bertholt Kerkhoff. Die derzeitige personelle Situation erlaube jedoch keine zusätzlichen Messen. Momentan fällt Kaplan Heinrich Thoben krankheitsbedingt aus. Am vergangenen Samstag hat die Gemeinde außerdem Pfarrer John Orakundil verabschiedet. Am 2. Mai wird der indische Geistliche Löningen in Richtung Duisburg verlassen. Sein Nachfolger, Pater Jacob, soll am 8. Mai und damit etwas früher als geplant, seinen Dienst antreten. "Aber natürlich braucht er etwas Zeit, um sich einzuleben und die Gegebenheiten hier kennenzulernen", so Kerkhoff.

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