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Weihnachts-Gottesdienste im OM: Darauf müssen sich die Bürger einstellen

2G, 3G oder keine Beschränkung. Die Regeln im Oldenburger Münsterland sind in den Gemeinden an Weihnachten unterschiedlich. OM Online hat sich vor Ort umgehört.

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Online-Gottesdienst: Pfarrer Christoph Schäfer aus Steinfeld begrüßt zum Weihnachts-Gottesdienst Mitte Dezember. Foto: J. Scholz

Online-Gottesdienst: Pfarrer Christoph Schäfer aus Steinfeld begrüßt zum Weihnachts-Gottesdienst Mitte Dezember. Foto: J. Scholz

Draußen ist es kalt und grau. Ein typischer Tag im Dezember. Drinnen brennen auf dem Altar Kerzen. Die Vechtaer Klosterkirche ist im Altarbereich festlich geschmückt. Pfarrer Christoph Schäfer steht mittendrin im Talar. Sein Blick ist angespannt.

Schäfer hält gerade die Begrüßungsansprache zum Weihnachts-Gottesdienst. Mitten im Satz unterbricht er – ein kleiner Versprecher. "Kann ich das nochmal machen?", fragt der evangelische Pfarrer aus Steinfeld. Er bekommt eine zweite Chance.

Denn: Vor ihm sitzen nicht Hunderte Gläubige und empfangen die Weihnachtsbotschaft. Schäfer spricht in eine kleine Kamera. Er und die evangelische Kreispfarrerin Martina Wittkowski zeichnen den Weihnachts-Gottesdienst auf.

Die Kirchengemeinden planten Gottesdienste unter der 2G-Regel

Die Corona-Pandemie sorgt erneut für deutliche Einschnitte bei den Weihnachts-Gottesdiensten im Oldenburger Münsterland. Zumal die Hoffnungen auf ein normales Weihnachtsfest groß waren. Mehr Impfungen und die 2G-Regel hätten es möglich gemacht. 

"Wir haben zwölf Gottesdienste geplant. Sechs davon sollten unter 2G-Regeln stattfinden", berichtet Pfarrer Michael Borth aus Essen. Die Hoffnung bei ihm und anderen Pfarrern: Zu 2G-Gottesdiensten können mehr Menschen kommen, da die Teilnehmer-Begrenzungen nicht so streng sind.  Doch spätestens seit der jüngsten Corona-Verordnung in Niedersachsen ist klar: Daraus wird nichts. Denn auch bei 2G-Gottesdiensten gelten die Abstandsregeln.

Vechtas Probst kritisiert die Kontrolle der 2G- oder 3G- Regeln

Für viele Gemeinden hieß es darum in den vergangenen Tagen: umplanen. Für andere Gemeinden stellte sich die 2G-Frage gar nicht erst. "Wir dürfen als Kirche niemanden wegschicken", sagt Vechtas Propst Michael Matschke. Daneben seien Kontrollen nur schwer umsetzbar. "Ich bin Pfarrer, kein Polizist", sagt Matschke.

Doch was gilt jetzt in den Weihnachtsgottesdiensten im Oldenburger Münsterland? Womit müssen Gläubige an Weihnachten rechnen? OM Online hat sich umgehört.

Grundsätzlich gilt: Im Landkreis Cloppenburg müssen alle Gottesdienste mindestens unter der 3G-Regel stattfinden. Die Regel gilt für den Landkreis Vechta aktuell nicht. Das Bischöflich Münstersche Offizialat in Vechta teilt auf Nachfrage mit, dass die Kirchengemeinden die Gottesdienste in eigener Verantwortung gestalten. Wenn 2G gilt, dann müsse auch ein alternativer Gottesdienst angeboten werden.

In den Gottesdiensten darf in diesem Jahr wieder gesungen werden

In Vechta gelten in den Gottesdiensten die allgemeinen Corona-Regeln. Abstand und Maskenpflicht bis zum Platz ist damit angesagt. Zudem darf, wie in fast allen Gottesdiensten im Oldenburger Münsterland, gesungen werden.

Liturgische Abstriche müssen dennoch gemacht werden. Denn: Es gibt keinen Chorgesang. Für die Gottesdienste muss sich online angemeldet werden. Etliche Plätze sind bereits vergeben, heißt es aus dem Pfarrbüro.

Die katholische Kirchengemeinde in Cloppenburg setzt hingegen –wie vom Kreis gefordert – auf die 3G-Regel. Auch hier sind schon viele Gottesdienste ausgebucht. Um mehr Menschen einen Gottesdienst zu ermöglichen, gibt es mehr Termine. Auf Draußen-Gottesdienste wird in diesem Jahr aber verzichtet. 

Von der Kamera ins Internet: Pfarrer Christoph Schäfer aus Steinfeld bei der Videoaufnahme. Foto: J. ScholzVon der Kamera ins Internet: Pfarrer Christoph Schäfer aus Steinfeld bei der Videoaufnahme. Foto: J. Scholz

Jeder kann in die Gottesdienste in Damme und Lohne kommen. Kontrollen bezüglich der 3G-Regel gebe es nicht. Auch hier werden mehr Gottesdienste angeboten. Von der Idee volle 2G-Gottesdienste zu veranstalten, hielt Lohnes Pfarrer Rudolf Büscher nie etwas. Die Gefahr für ungeimpfte Kinder wäre zu groß gewesen.

Die St.-Viktor-Gemeinde in Damme bietet zusätzlich zu den Gottesdiensten auch einen Livestream an. Da die Gottesdienste zu Heiligabend in Lohne bereits ausgebucht sind, bietet die Kirchengemeinde "Weihnachten@home" an. Damit kann auch zu Hause Weihnachten gefeiert werden.

Musik vom Kirchenchor erwartet die Gläubigen in Garrel. Pfarrer Paul Horst ist optimistisch, dass die Gottesdienste festlich werden. In Garrel seien zudem noch einige Plätze frei.

In Essen und Bethen wird es keinen Chorgesang geben

Einen wirklichen Festgottesdienst wird es in Essen und Bethen hingegen nicht geben. Pfarrer Michael Borth hat sich auf einen Gottesdienst mit Chorgesang gefreut. Doch an Weihnachten wird nur die Gemeinde singen. Ab Dienstag (21. Dezember) beginnt die Gottesdienst-Anmeldung in Essen und Bethen. Zusätzlich gibt es auch einen Gottesdienst für zu Hause. 

2G-Gottesdienste bieten im Landkreis Vechta teils die Dominikaner in Füchtel an. Freiwillig. Es bringt mehr Sicherheit, betont Pater Ludger Fortmann. 

Deutlich unterschiedlicher von den Regeln her ist es in den evangelischen Gemeinden im Oldenburger Münsterland. Einige setzten auf 2G, andere auf 3G oder teils im Kreis Vechta auch auf keine Beschränkungen. Jede Gemeinde entscheidet dies für sich selbst. "Das ist dieses Jahr alles mühsam und anstrengend", berichtet Kreispfarrerin Wittkowski.

Wittkowski: An Weihnachten soll sich niemand in den Kirchen anstecken

Wichtig sei: Niemand soll sich an Weihnachten im Gottesdienst infizieren. Darum wird, wenn kein 2G oder 3G gilt, in den evangelischen Kirchen an Weihnachten nicht gesungen.

Auf Kirchenkreisebene hat Wittkowski zusammen Pfarrer Christoph Schäfer und Florian Kubiczek einen Video-Gottesdienst aufgenommen. An diesem haben sich auch viele Gläubige aus den Gemeinden beteiligt. In der evangelischen Kirche ist dies der erste Weihnachtsgottesdienst in Video-Form. Ab Montag (20. Dezember) ist er online auf dem YouTube-Kanal des Kirchenkreises zu finden.

Nach einigen Stunden hat Kreispfarrerin Wittkoswki ihren Videogottesdienst im Kasten. Predigen vor der Kamera sei schon etwas merkwürdig, berichtet sie. "Ich stelle mir dann immer Leute vor", sagt Wittkowski. Die Menschen begeistern möchte sie trotzdem. Zudem sagt sie: "Ich hoffe, dass die Weihnachtsbotschaft den Menschen vor allem in diesem Jahr Mut macht."

  • Info: Genaue Gottesdienstzeiten und freie Plätze sind auf den Internetseiten der Kirchengemeinden zu finden. Eine Übersicht der evangelischen Gottesdienste gibt es auf www.ev-kirchenkreis-om.de.

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