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Wechsel in Neuenkirchen: Lahrmann wird neuer CDU-Vorsitzender

Die Neuenkirchener Christdemokraten haben ihren Vorstand komplett neu gewählt. Gleichzeitig üben sie heftige Kritik an der eigenen Partei auf Bundes- und Landesebene.

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CDU-Politiker nach der Wahl: Dem neuen Vorstand gehören an (von links) Mükrermin Özdemir, Helmut Steinkamp, Tobias Lahrmann, Renate Pohlmann, Jan Thamann, Anneke Timphaus, Felix Quebbemann, Rolf Steinkamp-Bergmann und Stefan Wehinghaus. Es gratulierten Andre Hüttemeyer und Martin Menke. Foto: Lammert

CDU-Politiker nach der Wahl: Dem neuen Vorstand gehören an (von links) Mükrermin Özdemir, Helmut Steinkamp, Tobias Lahrmann, Renate Pohlmann, Jan Thamann, Anneke Timphaus, Felix Quebbemann, Rolf Steinkamp-Bergmann und Stefan Wehinghaus. Es gratulierten Andre Hüttemeyer und Martin Menke. Foto: Lammert

Die Neuenkirchener Christdemokraten setzen auf eine noch junge Führungskraft. Bei ihrer Generalversammlung am Freitag im Saal Otte wählten sie den 31-jährigen verheirateten, zweifachen Vater Tobias Lahrmann zu ihrem neuen Vorsitzenden.

Der inzwischen mit seiner Familie in Nellinghof lebende Lahrmann wurde vor acht Jahren Vorstandsmitglied, als er das Amt des stellvertretenden Schriftführers übernahm und sich gemeinsam mit Felix Quebbemann um den Auftritt des CDU-Gemeindeverbandes in den sozialen Medien kümmerte. Später wurde er Schriftführer. Er löste nun Martin Menke ab, der nach acht Jahren als Vorsitzender auf eine erneute Kandidatur verzichtete.

Wehinghaus und Steinkamp-Bergmann sind Stellvertreter

Gleichzeitig mit dem Grapperhausener schieden weitere Mitglieder aus dem Vorstand aus. Dem Gremium gehören an als stellvertretende Vorsitzende Stefan Wehinghaus und Rolf Steinkamp-Bergmann, als Schriftführerin Anneke Timphaus, als deren Stellvertreter Felix Quebbemann, als Mitgliederbeauftragte Nicole Angelbeck, als neue Kassiererin und Nachfolgerin von Ulrich Schick Renate Pohlmann, als stellvertretender Kassenwart Bernhard Hermesch sowie als Beisitzer Helmut Steinkamp, Jan Thamann und Mükremin Özdemir. Die Kassenprüfer sind Reinhard Lahrmann und Rainer Huesmann.

Hüttemeyer lobt Generationswechsel ohne Not

Im Anschluss an die Wahlen lobte der CDU-Kreisvorsitzende Andre Hüttemeyer, die Neuenkirchener CDU habe den Generationswechsel ohne jegliche Not eingeläutet. "Lieber zu früh, als zu spät, wie wir es in der CDU leider viel zu häufig erfahren."

Der Visbeker, der sich um den Posten des CDU-Kandidaten bei der Landtagswahl 2022 im Wahlkreis Vechta bewirbt, kündigte an, im Falle seiner Wahl auch Neuenkirchen-Vörden und Damme nicht aus den Augen verlieren zu wollen, auch wenn beide Kommunen weiter zum Wahlkreis des amtierenden Landtagsabgeordneten Christian Calderone gehören sollten.

"Die CDU vernachlässigt den ländlichen Raum."Andre Hüttemeyer, CDU-Kreisvorsitzender

Seiner Partei hielt der Kreisvorsitzende mit Blick auf die verlorene Bundestagswahl den Spiegel vor und bemängelte: "Die CDU vernachlässigt den ländlichen Raum." Sie stelle die Städte in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, aber das nur mit einem marginalen Erfolg. Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel habe den ländlichen Raum hintan gestellt.

Mit Blick auf die laufende Suche der Bundes-CDU nach einem Nachfolger des noch amtierenden Vorsitzenden Armin Laschet stellte sich Andre Hüttemeyer hinter die Forderung nach einer Mitgliederbefragung. Sie sei zwar für die Delegierten eines CDU-Bundesparteitages nicht bindend, aber: "Sie ist auch notwendig, weil wir wissen wollen, was die Basis will."

Bundestagswähler wollten kein "Weiter so"

Weiter forderte der Kreisvorsitzende eine Rückbesinnung der CDU auf Kernthemen. Im Bundestagswahlkampf seien die Themen der Union nicht griffig gewesen, hätten nach einem "Weiter so" geklungen, das die Mehrheit der Wähler nicht gewollt habe.

Auch aus den Reihen des Gemeindeverbandes gab es Kritik. So bemängelte Rainer Huesmann die viel zu späte Veröffentlichung des Wahlprogrammes. Thomas Buschermöhle betonte, ein wichtiger Grund für die Wahlniederlage sitze in Bayern. Der CSU-Chef Markus Söder habe nur gegen den Kanzlerkandidaten Armin Laschet gearbeitet. So trage er große Mitschuld am schlechten Ergebnis. Denn: "Der Wähler will keine zersplitterte Partei."

Karlheinz Rohe, der neue Fraktionschef der CDU im Neuenkirchen-Vördener Gemeinderat, fragte, wo denn diejenigen seien, die seinerzeit Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten gekürt hätten.Von ihnen übernehme keiner Verantwortung, alle seien abgetaucht. Er forderte, die CDU müsse den Menschen zukünftig wieder Lösungen anbieten.

Auch Althusmann steht in der Kritik

Aber nicht nur bei der Bundespolitik ließen die örtlichen Christdemokraten ihrem Ärger freien Lauf. Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet auch der niedersächsische Landesvorsitzende der Union, Dr. Bernd Althusmann. Wenn die CDU glaube, mit ihm bei der Landtagswahl gegen Ministerpräsident Stephan Weil von der SPD bestehen zu können, täusche sie sich, sagte Reinhard Lahrmann. In ähnlicher Richtung äußerte sich Felix Quebbemann.

Andere nahmen den Vorsitzenden in Schutz. Er sei vor der vergangenen Landtagswahl eingesprungen, als die CDU am Boden gelegen habe, erklärte Stefan Wehinghaus. Und Andre Hüttemeyer stellte die Frage, ob es denn eine personelle Alternative gebe. Dabei müsste es sich um eine bekannte Persönlichkeit handeln, erklärte Karlheinz Rohe in dem Zusammenhang.

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