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Wasserwerk Vechta erreicht Klimaneutralität

Der Eigenbetrieb hat erstmals einen ökologischen Fußabdruck erstellt. Durch die finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten können die Emissionen in der Sparte "Wasser“ ausgeglichen werden.

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Kommunaler Eigenbetrieb mit Vorbildfunktion: Das Wasserwerk Vechta hat seinen Kohlendioxidausstoß unter die Lupe genommen und durch verschiedene Kompensationsmaßnahmen die Klimaneutralität in der Sparte „Wasser“ erreicht. Foto: Speckmann

Kommunaler Eigenbetrieb mit Vorbildfunktion: Das Wasserwerk Vechta hat seinen Kohlendioxidausstoß unter die Lupe genommen und durch verschiedene Kompensationsmaßnahmen die Klimaneutralität in der Sparte „Wasser“ erreicht. Foto: Speckmann

In der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses hat Werkleiter Benjamin Kampers schon erste optimistische Andeutungen gegenüber der Politik gemacht. Nun liegt die Nachricht schwarz auf weiß vor: Das Wasserwerk Vechta ist in der Sparte „Wasser“ klimaneutral. Das hat das international agierende Beratungsunternehmen „Climate Partner“ dem kommunalen Eigenbetrieb in Form einer Urkunde bescheinigt.

Im Schulterschluss mit den Experten hat das Wasserwerk erstmals einen ökologischen Fußabdruck für die Sparte „Wasser“ erstellt. Darin fließen alle Kohlendioxidemissionen ein, die durch die Tätigkeit eines Unternehmens innerhalb eines Jahres erzeugt werden. Von Heizung und Energieverbrauch über Mitarbeiterfahrten bis hin zum Büromaterial. Auch Rohstoffe, Verpackung, Logistik und Entsorgung kommen zum Tragen.

„Wo es möglich ist, vermeiden und reduzieren die Mitarbeiter die Kohlendioxidemissionen“, erklärt Diplom-Ingenieur Kampers. Das Wasserwerk betreibe bereits eigene Blockheizkraftwerke zur Versorgung öffentlicher Einrichtungen. Zudem befänden sich aktuell mehrere Projekte im Bereich Photovoltaik in der Umsetzung. Neben der Ausstattung von städtischen Liegenschaften sei auch eine Freiflächenanlage für das Wasserwerk geplant.

Wasserwerk-Leiter Diplom-Ingenieur Benjamin Kampers (links) und Bürgermeister Kristian Kater freuen sich über die Urkunde zur Klimaneutralität. Foto: Fischer Stadt VechtaWasserwerk-Leiter Diplom-Ingenieur Benjamin Kampers (links) und Bürgermeister Kristian Kater freuen sich über die Urkunde zur Klimaneutralität. Foto: Fischer/ Stadt Vechta

Laut Mitteilung der Verwaltung soll der „Corporate Carbon Footprint“ nach der ersten Bilanz für das Jahr 2020 künftig regelmäßig aktualisiert werden, um einen Überblick über den Erfolg der Maßnahmen zu erhalten. Bereits jetzt habe das Wasserwerk in Bezug auf die Sparte „Wasser“ die Klimaneutralität erreicht, indem alle unvermeidbaren Emissionen durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten ausgeglichen würden.

Ausgleichszahlung beträgt 22 Euro pro Tonne

Der errechnete Ausstoß für das Jahr 2020 beträgt rund 151,1 Tonnen Kohlendioxid. Weil durch die Verwendung von Datenbanken, Annahmen oder Schätzungen naturgemäß Abweichungen entstehen können, wird ein Sicherheitsaufschlag von 10 Prozent auf das Gesamtergebnis erhoben. Somit beläuft sich die Summe auf 166,2 Tonnen. Die Ausgleichszahlung beträgt 22 Euro pro Tonne, also insgesamt rund 3656 Euro.

Der finanzielle Ausgleich erfolgt über internationale Projekte von „Climate Partner“. Dazu gehört etwa der Schutz von 1,15 Millionen Hektar Regenwald in Kolumbien. Auch in Pará an der Amazonasmündung in Brasilien wird die kommerzielle Abholzung vermieden. Stattdessen schaffen die Projektpartner für die ansässigen Familien alternative Einkommensquellen, zum Beispiel durch den Handel mit der Açaí-Frucht.

Neben den Maßnahmen auf internationaler Ebene werden zudem Projekte in Deutschland finanziell gefördert. Dazu habe sich „Climate Partner“ verpflichtet, so die Verwaltung weiter. Im Zuge des Vechtaer Emissionsausgleichs fließe ein Förderbetrag in den Schutz von Auen, Mooren und Meer in Rostock. Und es werde bundesweit für jede kompensierte Tonne ein Baum gepflanzt, um heimische Wälder an den Klimawandel anzupassen.

Vechta hat bereits ein Klimaschutzkonzept

Eine Kompensation in Vechta findet nicht statt. Vor-Ort-Maßnahmen würden sich aufgrund der strengen Anforderungen Deutschlands an Klimaschutzprojekte nicht eignen, erklärt die Verwaltung auf Nachfrage. Um trotzdem regionales Engagement im Klimaschutz zu unterstützen, würden sogenannte Kopplungsprojekte angeboten. Dementsprechend habe sich das Wasserwerk für die Aktivitäten in Deutschland entschieden.

„Wir wollen auch unsere Bevölkerung und Unternehmen motivieren, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Das Wasserwerk kann ein Vorbild dafür sein, wie man es macht.“Bürgermeister Kristian Kater (SPD)

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) begrüßt das Engagement des Wasserwerks. Die Auszeichnung unterstreiche auch die Bemühungen der Stadt Vechta insgesamt, klimaneutral zu werden, sagt der Verwaltungschef. Die Kommune nehme sich mit ihrem jüngst verabschiedeten Klimaschutzkonzept viel vor. Dafür habe die Verwaltung bereits umfangreiche Daten erfasst, um etwaige Einsparpotenziale zu ermitteln.

„Wir wollen auch unsere Bevölkerung und Unternehmen motivieren, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Das Wasserwerk kann ein Vorbild dafür sein, wie man es macht“, so Kater weiter. Doch das erhaltene Label sei auch für die Kommune nur ein Anfang. Sie werde weiter daran arbeiten, „dass wir in Zukunft die städtischen Energieverbräuche mehr und mehr auf Erneuerbare Energien umstellen“.

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