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Was tun gegen Zukunftsangst?

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Immer mehr jungen Menschen haben Angst vor der Zukunft. Die globalen Probleme nehmen immer weiter zu. Gibt es einen Ausweg?

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Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach. 4 Prozent vom Brutto-Jahresgehalt minus eine Grundzulage ergeben die jährliche Einsparsumme. Nach 40 Jahren – so das Versprechen – gibt es zusätzlich zu der normalen Rente eine schöne Riester-Rente. Die Zukunftsplanung scheint so einfach zu sein.

Voller Stolz trägt mir jüngst ein Banker diese Rechnung vor. Ob ich nicht auch anfangen wolle zu riestern, fragt er mich. Das sei gut für die Altersvorsorge, bekräftigt er. Er mache das schon seit einiger Zeit. Die Zukunft könne bei ihm kommen.

An dieser Stelle bin ich ins Nachdenken gekommen. Ist die Zukunftsplanung wirklich so einfach? Können ein paar Euro im Monat einen wirklich für die Zukunft absichern? Und wie sieht meine Zukunft überhaupt aus?

Die Corona-Pandemie hat den Trend "Angst vor der Zukunft" verstärkt

Der Klimawandel, die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg oder auch die steigende Inflation: Die Probleme, denen wir uns Tag für Tag stellen müssen, werden immer größer. Und so ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr junge Menschen in den Umfragen der Meinungsforschungsinstitute angeben: Sie haben Angst vor der Zukunft. Deutlich verstärkt hat diesen Trend die Corona-Pandemie, und die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine dürften die Zahl der Ängstlichen auch noch einmal erhöht haben. Doch wovor haben die jungen Menschen Angst und wie kann den Problemen begegnet werden? Ein Erklärungsversuch mit drei Beispielen:

Bildung: In den vergangenen 2 Jahren war der Zugang zu Bildung stark eingeschränkt. Schulen und Universitäten waren geschlossen oder nur virtuell verfügbar. In den ersten 25 Lebensjahren verbringen junge Menschen die meiste Zeit in den Bildungseinrichtungen. Diese Konstante im Leben Vieler brach durch die Corona-Pandemie weg oder wurde gestört. Lernlücken und eine fehlende soziale Entwicklung lassen sich als Folgen beobachten. Wie kann dem begegnet werden? Aufholprogramme und eine Neustrukturierung des Bildungssystems wären Lösungsansätze.

Krieg: Krieg war bisher immer weit weg. In Büchern oder Nachrichtensendungen tauchte er zwar auf, doch wirklich vorstellbar dürfte er für die Wenigsten gewesen sein. Seit dem 24. Februar hat sich das verändert. Die Fragen sind: Wie gehen wir um mit dem Krieg und seinen Folgen? Braucht es wieder eine Wehrpflicht? Muss die Nato in den Krieg eingreifen? Werden wir im Winter mit Wolldecken in unseren Häusern sitzen? Was tun wir gegen steigende Preise? Wie kann das System Demokratie verteidigt werden? Über all das und etliche weitere Fragen muss in den kommenden Monaten ernsthaft diskutiert werden.

"Bei all den genannten Problemen ist wichtig: Mit Angst lassen sie sich nicht lösen"Jan-Christoph Scholz

Klimawandel: Eine der größten Herausforderungen für die Menschheit ist der Umgang mit dem Klimawandel. Vor allem die heute jungen Menschen werden die Auswirkungen spüren. Wasserknappheit, Überschwemmungen, Hitze und das Artensterben werden und müssen das politische und gesellschaftliche Handeln der nächsten Jahre prägen. Die jungen Menschen fordern bei Fridays for Future dies schon lange ein.

Bei all den genannten Problemen ist wichtig: Mit Angst lassen sie sich nicht lösen. Deshalb müssen die Politik, aber auch wir als Gesellschaft, die Ängste ernst nehmen und ihnen entgegentreten. Ein erster Schritt: Wir brauchen mehr Dialog und Partizipation zwischen den Generationen. Heute und auch in Zukunft.


Zur Person:

  • Jan-Christoph Scholz ist Volontär der OM-Medien.
  • Sie erreichen den Kolumnisten per E-Mail an: redaktion@om-medien.de.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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