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Was Sie über die Corona-Mutation im Kreis Vechta wissen müssen

Die mit der Coronavirus-Mutation aus Großbritannien infizierten Personen kamen 2020 nach Deutschland zurück. Welche Folgen das für den Kreis Vechta hat, verrät Gesundheitsamtsleiterin Sandra Guhe.

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Sanitäter bringen einen Corona-Patienten in das Royal London Hospital: Von Großbritannien aus verbreiten sich Mutationen des bekannten Coronavirus. Die neue Variante B.1.1.7 ist nun auch erstmals im Kreis Vecha nachgewiesen worden.

Sanitäter bringen einen Corona-Patienten in das Royal London Hospital: Von Großbritannien aus verbreiten sich Mutationen des bekannten Coronavirus. Die neue Variante B.1.1.7 ist nun auch erstmals im Kreis Vecha nachgewiesen worden.

Seit Dienstag ist klar: Die Coronavirus-Mutation aus Großbritannien hat den Kreis Vechta erreicht. Die infizierten Personen kamen laut Kreissprecherin Eva-Maria Dorgelo Ende 2020 von einem Aufenthalt aus Großbritannien nach Deutschland zurück. Nach der Rückkehr begaben sie sich unverzüglich in Selbstisolation.

Doch was bedeutet das neuartige Virus für den Kreis Vechta? Geht davon eine größere Gefahr mit schweren Krankheitsverläufen aus? Bleibt der Impfstoff wirksam?

Sandra Guhe, Leiterin des Gesundheitsamts Vechta, beruhigt: "Die Datenlage zu dieser neuen Variante des Coronavirus ist noch begrenzt. Bisher gibt es aber keine Hinweise darauf, dass sie schwerere Krankheitsverläufe verursacht. Auch die Impfstoffe bleiben nach jetzigem Kenntnisstand weiterhin wirksam."

Virus hat "deutlich erhöhte Ansteckungsgefahr"

Das Typische an der neuen Variante des Coronavirus sei die "deutlich erhöhte Ansteckungsgefahr". Klinisch-diagnostische und genetische Analysen wiesen auf eine deutlich erhöhte Reproduktionszahl hin. "Außerdem ist anzunehmen, dass eine Infektion mit der neuen Variante mit einer deutlich höheren Viruslast einhergehen könnte. Vor diesem Hintergrund wird vermutet, dass die Übertragbarkeit viel höher ist als bei den bisher zirkulierenden Virusvarianten."

Guhe verweist insofern auf die Ergebnisse der Testungen der beiden mit der neuen Virusvariante infizierten Menschen und ihrer 4 engen Kontaktpersonen, die am Dienstagabend (12. Januar) vorgelegen hätten. Alle waren vom Gesundheitsamt vor Ablauf der Quarantäne "zur Sicherheit" erneut getestet worden. "Die Ergebnisse der beiden Reiserückkehrer sind negativ ausgefallen", freute sie sich. Die beiden Reiserückkehrer konnten die 14-tägige Quarantäne beenden, "da sie nicht mehr infektiös sind und räumlich von den Kontaktpersonen getrennt waren".

Impfstoffe bleiben wirksam: Sandra Guhe, Leiterin des Vechtaer Gesundheitsamts. Foto: KühnImpfstoffe bleiben wirksam: Sandra Guhe, Leiterin des Vechtaer Gesundheitsamts. Foto: Kühn

Von positiven Kontaktpersonen gehe "keine Risiko" aus

Die Testungen der 4 Kontaktpersonen waren jedoch positiv ausgefallen. "Für diese wird die Quarantäne entsprechend verlängert und erst beendet, wenn bei einem weiteren Test ein negatives Ergebnis vorliegt." Da alle Personen einem Haushalt angehören und die Quarantäne für die Kontaktpersonen sofort angeordnet wurde, geht Guhe davon aus, dass von diesen Fällen "weiterhin kein Risiko für die Einwohner im Landkreis Vechta ausgeht. Weitere Kontaktpersonen konnten außerdem nicht ermittelt werden".

Ob die 4 inzwischen infizierten Kontaktpersonen auch an der Mutation des Virus erkrankt sind, konnte Guhe noch nicht sagen. Es sei jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, da die Kontaktpersonen zu Anfang der Quarantäne noch negativ getestet worden waren.

AHA+L Regeln einhalten ist jetzt entscheidend

Mit Blick auf die insgesamt veränderte Situation im Landkreis sei es jetzt umso wichtiger, die bekannten AHA+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen sowie regelmäßiges Lüften, Anm. der Redaktion) konsequent zu beachten, mahnt Guhe. "Je besser es gelingt, die Übertragung von SARS-CoV-2 zu verhindern, desto eher lässt sich die Ausbreitung der neuen, möglicherweise noch stärker ansteckenden Variante eindämmen."

Das Land Niedersachsen reagiert auf die Feststellung der Mutation im Kreis Vechta und will seine Tests anpassen. Bislang wird Verdachtsfällen auf mutierte Virenformen nur anlassbezogen nachgegangen. Jetzt aber wolle das Landesgesundheitsamt seine Laborkapazität ausbauen, um "stichprobenhaft Tests auf die mutierte Virenform aus Großbritannien vornehmen" zu können, sagte am Dienstag die Vizechefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder.

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