Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Was passiert mit den Tannenbäumen nach den Sammelaktionen?

Knut ist vorbei: Der Weihnachtsbaum ist abgeschmückt, rausgeschmissen und abgeholt. Doch was ist eigentlich dann? OM Online hat bei Vereinen im Nordkreis Cloppenburg nachgefragt.

Artikel teilen:
Wie grün sind deine Blätter? Die Tannenbäume der Sedelsberger wurden von der Landjugend abgeholt – egal in welchem Zustand.   Foto: KLJB Sedelsberg

Wie grün sind deine Blätter? Die Tannenbäume der Sedelsberger wurden von der Landjugend abgeholt – egal in welchem Zustand.   Foto: KLJB Sedelsberg

Oh, der Tannenbaum! Es ist wieder an der Zeit ihn rauszuwerfen. Nachdem der Dreikönigstag (6. Januar) und der St.-Knuts-Tag (13. Januar) verstrichen sind, werden auch im Norden des Landkreises Cloppenburg die Weihnachtsbäume nach und nach eingesammelt. Doch was passiert eigentlich danach mit all den Tannenbäumen? OM Online hat bei Vereinen aus den vier Kommunen Barßel, Bösel, Friesoythe und Saterland nachgefragt. 

In Friesoythe lösen sich die Bäume in Rauch auf

In Friesoythe ist die Landjugend allein im Kernort mit fünf Traktoren samt Anhänger unterwegs. Jedes Gespann wird im Laufe der Sammlung dreimal vollgeladen, insgesamt kommen die Jugendlichen also auf 15 Ladungen an Bäumen. Die werden nach Heetberg und Schlingshöhe gebracht und dort auf den Osterfeuerplätzen gesammelt. „Eigentlich ist das dann auch das Material für die Osterfeuer“, sagt Josef Preut, einer der Organisatoren. „Wenn es coronatechnisch möglich ist, ein Osterfeuer zu machen“, schiebt er hinterher.

Wenn nicht, werden die Bäume trotzdem verbrannt – allerdings zu einem anderen Zweck. „Dann werden sie mit Holzhackern klein gemacht und landen als Holzschnipsel in Heizanlagen“, sagt Preut. Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Am Ende lösen sich die Friesoyther Weihnachtsbäume in Rauch auf.

Spaß bei der Arbeit: Wegen der Corona-Pandemie wurden die Bäume in kleineren Gruppen eingesammelt.    Fotocollage: KLJB SedelsbergSpaß bei der Arbeit: Wegen der Corona-Pandemie wurden die Bäume in kleineren Gruppen eingesammelt.    Fotocollage: KLJB Sedelsberg

Im Saterland lässt sich die Landjugend notfalls helfen

Osterfeuer oder Holzschnipsel sind auch die Optionen für die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Sedelsberg. Als die Jugendlichen vergangenen Samstag unterwegs waren, konnten sie circa 15 Treckerladungen an Bäumen einsammeln. Diese liegen nun auf dem Platz neben dem DRK, wo normalerweise das Osterfeuer stattfindet, berichtet der Vorsitzende Jan-Gerd Fortwengel. Ob dieses stattfinden kann, sei noch nicht klar. "Ansonsten lassen wir die Bäume von einem Lohnunternehmen abfahren, häckseln und einlagern."

Unterstützung bei der Entsorgung bekommt auch die KLJB Bösel. Sie arbeitet schon lange mit dem Lohnunternehmen Jöring aus Glaßdorf zusammen, erzählt Vorsitzender Marcel Oltmann. Die gesammelten Bäume von circa 20 Hängerladungen seien dort zum Schreddern in guten Händen. Was anschließend mit den Hackschnitzeln passiert, weiß Oltmann nicht: "Da haben wir dann keine Aktien mehr drin."

Böseler Lohnunternehmen verkauft Hackschnitzel weiter

Aber Heinz Jöring kennt die Antwort. Der Lohnunternehmer aus Bösel erklärt, dass das klein gehäckselte Holz weiterverkauft wird. Dann werde es zum Heizen benutzt oder als Mulch im Garten verwendet. "Das hält Unkraut ab", erklärt Jöring.

Das Häckseln der Tannenbäume für die Böseler Landjugend sei eine alte Tradition, sein Vater habe damit schon vor 30 Jahren angefangen. Mittlerweile führt der Sohn das Unternehmen und hat mit der landwirtschaftlichen Sparte auch den Häcksler verkauft. Aber die Partnerschaft behalte er trotzdem bei, er organisiere die Bäume nun weg. 

In Elisabethfehn hofft man auf das Osterfeuer

Die Hoffnung auf Normalität haben die Verantwortlichen des SV Viktoria Elisabethfehn noch nicht verloren. Üblicherweise werden die Tannenbäume beim Osterfeuer am Dorfgemeinschaftshaus mit mehreren Vereinen verbrannt, erläutert Vorsitzender Wilhelm Kassens. Aber Corona änderte alles. Nachdem der Verein vergangenes Jahr gar nicht gesammelt hat, wird jetzt eine zentrale Abgabe angeboten. An den Sportplätzen an der Schleusenstraße und Kuckuckstraße nehmen Vereinsmitglieder die Bäume in Empfang. Die Plätze dienten auch die Jahre zuvor schon als Lager, berichtet Kassens.

Falls das Osterfeuer erneut ausfallen muss, sei noch keine Lösung in Sicht. Das Holz werde man dann irgendwie schreddern müssen. "Monatelang vorauszuplanen, bringt ja zu Zeiten von Corona nichts. Wir lassen es auf uns zukommen", sagt der Vorsitzende. 

Hackschnitzel von 600 bis 800 Bäumen gehen an Kraftwerke

Genauso ungewiss ist das Osterfeuer für die Landjugend Thüle. Fest steht dagegen laut dem Vorsitzenden Niklas Schrandt das Spendenziel der Sammelaktion. Das Geld soll in das eigene Zeltlager und die Spielplatzgemeinschaft in Thüle fließen. Wenn die noch zu sammelnden Bäume nicht verfeuert werden, schreddere sie das Friesoyther Lohnunternehmen Scheper.

Jan Scheper berichtet, dass er zu der Zeit 600 bis 800 Bäume mit einem großen Schredder zu Hackschnitzeln verarbeitet. Seine Arbeit koste die Vereine nichts. "Das Holz wird dann durch einen Zwischenhändler an Kraftwerke verkauft." So würden die Weihnachtsbäume am Ende Hitze oder Strom erzeugen.

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Was passiert mit den Tannenbäumen nach den Sammelaktionen? - OM online