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Was ist eigentlich ein Ärfkenmauder?

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – In der Dinklager Redaktion habe ich eine Schreibtischunterlage auf Plattdeutsch gefunden. Nun weiß ich, was ein Ärfkenmauder ist.

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Ärfkenmauder, Mieglämmken, Kauhsteert, Neiwindsaot… Nein, ich zähle hier keinen ausgedachten Kauderwelsch auf. Das war Plattdeutsch. Sie haben alles verstanden? Dann sind Sie wahrscheinlich waschechter Südoldenburger.

In der Dinklager Außenstelle unserer Redaktion habe ich eine Schreibtischunterlage mit „Dit & Dat up Platt“ gefunden. Und war erschrocken, wie wenig davon mir etwas sagte. Denn ich dachte immer „Ik snack ok Platt“ oder würde es zumindest verstehen – geschrieben besser als gesprochen.

Schließlich haben wir schon in der Grundschule den Ammerländer Löffeltrunk auswendig gelernt: „Ik heb di tosapen!“ (Trinksprüche sind als Unterrichtsstoff aber durchaus fraglich.) Ich hab doch damals sogar den plattdeutschen Vorlesewettbewerb gewonnen. Obwohl ich nie über die gängigen Floskeln hinauskam.

"Ich möchte nicht, dass diese sympathische Sprache irgendwann ausstirbt, weil wir jungen Menschen sie nicht mehr weitertragen."Fenja Hahn

Gut, ein Ärfkenmauder ist ein Gespenst, das Kinder von den Erbsen im Garten abhalten soll (das weiß ich von der Übersetzung auf der Rückseite). Das gehört vielleicht nicht zum Allgemeinwissen. Vielleicht liegt mein Unverständnis auch daran, dass ich eher mit dem Nordoldenburger Platt aufgewachsen bin als mit dem Südoldenburger.

Ganz bestimmt liegt es aber daran, dass ich während meines Studiums das Niederdeutsch-Seminar nie in meinen Stundenplan einbauen konnte. Schade, denn ich möchte nicht, dass diese sympathische Sprache irgendwann ausstirbt, weil wir jungen Menschen sie nicht mehr weitertragen.

"Dass Lehramtsstudierende Niederdeutsch und Saterfriesisch für die Schule lernen, ist schon mal ein Anfang."Fenja Hahn

Dat Ollnborger Land ist ja sogar ein Dreisprachenland, denn mit dem Saterland haben wir hier die kleinste Sprachinsel Europas. Und das ist wirklich cool. Damit die letzte Varietät der ostfriesischen Sprache weiter besteht und all die Mundarten des Plattdeutschen ebenso, müssen wir wat utklamüseln.

Dass Lehramtsstudierende Niederdeutsch und Saterfriesisch für die Schule lernen, ist schon mal ein Anfang. Gerade in Grundschulen in unserer Region wird Niederdeutsch oft vermittelt. Aber auf den weiterführenden Schulen ist es leider noch nicht wirklich angekommen. Das wäre doch aber für den Spracherhalt durchaus sinnvoll.

Am besten fangen wir mit uns selbst an: Ich möchte mehr Platt in meinen Wortschatz einbauen. Nun weiß ich ja, dass ein Mieglämmken eine Ameise ist. Aber jetzt ist Feierabend – nein, ich korrigiere: Daddeldu. In diesem Sinne: Mit Platt fang an, mit Platt hör up – dann büs Du jeden Dag gaut drup!


Zur Person:

  • Fenja Hahn ist Volontärin der OM-Medien.
  • Die Autorin erreichen Sie per E-Mail unter redaktion@om-medien.de.

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