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Was hinter dem "Science Shop" im Oldenburger Münsterland steckt

Der Wissenschaftsladen dient als lokale Anlaufstelle zwischen Forschung und Bürgern. Die Einrichtung existiert seit mittlerweile 10 Jahren.

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Setzen sich für den Austausch zwischen Wissenschaft und Bürgern ein: Das Science-Shop-Team aus Hannah Hoff (von links), Dr. Daniel Ludwig und Katrin Hedemann. Foto: Universität Vechta / Schmidt

Setzen sich für den Austausch zwischen Wissenschaft und Bürgern ein: Das Science-Shop-Team aus Hannah Hoff (von links), Dr. Daniel Ludwig und Katrin Hedemann. Foto: Universität Vechta / Schmidt

Vor 10 Jahren starteten die Universität Vechta und der Landkreis Cloppenburg das Projekt „Wissenschaftsladen“. Durch die Kooperation, die auf Initiative des damaligen Cloppenburger Landrats Hans Eveslage hervorging, sollte durch die im Nachbarkreis gelegene Universität auch ein Hochschulstandort in Cloppenburg geschaffen werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. 10 Jahre später blickt der Science Shop Vechta/Cloppenburg (SSVC) auf seine erste Dekade zurück. Doch was ist eigentlich ein Wissenschaftsladen? Und welche Funktion stellt dieser für den Landkreis Cloppenburg dar?

„Der Wissenschaftsladen oder Science Shop dient als lokale Anlaufstelle für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft in der Region“, erklärt Dr. Daniel Ludwig, der den Science Shop mit aufgebaut hat. „Gleichzeitig schafft er überregionale Verbindungen durch die Beteiligung an bundesweiten und internationalen Netzwerken und Projekten.“ Für die Bürgerinnen und Bürger bedeute dies, dass Wissenschaft für sie erlebbar werde. Durch den Wissenschaftsladen könnten sie sich selbst einbringen oder Erkenntnisse aus der Forschung erfahren und diskutieren.

Um diese Erfahrung zu ermöglichen, gab es bereits mehrere Projekte. Mit der „Klima-Tour“ konnten Bürgerinnen und Bürger mit dem Fahrrad erkunden, wo sich der Klimawandel in ihrem eigenen Lebensumfeld bereits auswirkt. Die Route führte an sichtbaren Merkmalen von Dürre und Orten mit spürbar unangenehmer Hitzeentwicklung vorbei, heißt es in der Mitteilung. Dabei seien Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung, etwa die Vorsorge gegenüber Starkregen, vorgestellt worden. Die Teilnehmenden konnten anschließend über ihre eigenen Ideen diskutieren. Die Beobachtungen und Vorschläge aus der Bevölkerung werden dann in einer digitalen Karte, bei der alle mitmachen dürfen, eingetragen.

Vor 10 Jahren war der Wissenschaftsladen mit dem großen Thema "Nachhaltigkeit" gestartet

Der Science Shop hat auch das Projekt „ReKuTe“ ins Leben gerufen. Bei diesem wird versucht, das Wohlbefinden und die Gehirnaktivität von Demenzerkrankten zu fördern. Als neuen Ansatz zielt dabei die Musiklehrerin Anke Feierabend in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Theo Hartogh von der Universität Vechta darauf ab, früher erlernte Musikkenntnisse von Demenzerkrankten wiederzubeleben. Die Musiklehrerin gab dabei einer dementen 79-jährigen Schülerin, die als Jugendliche Geige gespielt hatte, erneut Geigenunterricht.

Vor 10 Jahren war der Wissenschaftsladen mit dem großen Thema „Nachhaltigkeit“ gestartet. Trotz der vielen vergangenen Jahre gehöre aber eben auch zur Nachhaltigkeit, dass die Ergebnisse der Arbeit nach den Projektenden weiter zur Verfügung stehen und genutzt werden, heißt es in der Mitteilung. Ein Beispiel dafür sei das Projekt „KulTour Cloppenburg“. Der gemeinsam mit Cloppenburgern entwickelte digitale Stadtführer wird nun vom Heimatbund Oldenburger Münsterland weiterbetrieben

Mit Musik gegen Demenz: Anke Feierabend (rechts) gibt einer Demenzerkrankten Geigenunterricht. Foto: Universität Vechta  WießnerMit Musik gegen Demenz: Anke Feierabend (rechts) gibt einer Demenzerkrankten Geigenunterricht. Foto: Universität Vechta / Wießner

„Besonders wichtig für unseren Science Shop sind aber auch unsere Netzwerke“, sagt Dr. Ludwig. „Unsere Partnerschaft im Living Knowledge Network, das Wissenschaftsläden über Ländergrenzen hinweg verbindet, war sogar entscheidend für die Einwerbung des ‚EnRRICH-Projekts‘. Das war 2015 unser erstes internationales Vorhaben. "Auf Drittmittel wie aus dem diesem EU-Projekt fußt der Science Shop wesentlich seit seinem Bestehen", heißt es weiter. Zudem spiegle das Projekt auch die tragende Säule des Wissenschaftsladens wider: der Austausch von Wissen, über den auch Impulse von Bürgern in die universitäre Forschung einfließen. Schließlich sei, um das soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohl des Oldenburger Münsterlandes langfristig zu sichern, erforderlich, dass universitäre Forschung und Lehre sich nicht ausschließlich auf akademische Fragestellungen konzentrieren.

  • Info: Wer die Arbeit des Science Shops Vechta/Cloppenburg genauer kennenlernen möchte, hat am 24. September (Samstag) die Gelegenheit dazu: Das Team des Science Shops ist ab 11 Uhr beim Cityfest in Cloppenburg für Fragen verfügbar.

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