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Was für ein Apfel wächst eigentlich in meinem Garten?

Viele haben einen Apfelbaum zu Hause, doch längst nicht jede oder jeder weiß, welche Sorte dort wächst. Am Sonntag ist Apfeltag in Goldenstedt – mit der Möglichkeit, das Rätsel zu lösen.

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Es gibt zahlreiche Apfelsorten in Deutschland. Wer nicht weiß, welche im heimischen Garten wächst, kann das am Sonntag beim Apfeltag herausfinden.   Foto: NIZ Goldenstedt

Es gibt zahlreiche Apfelsorten in Deutschland. Wer nicht weiß, welche im heimischen Garten wächst, kann das am Sonntag beim Apfeltag herausfinden.   Foto: NIZ Goldenstedt

Am Sonntag (10. Oktober) ist wieder Apfeltag beim Naturschutz- und Informationszentrum (NIZ), Haus im Moor, in Goldenstedt. Besonders beliebt ist die Apfelbestimmung. Wer nicht weiß, welche Apfelsorte in seinem Garten wächst oder welche Krankheit sein Baum hat, kann die Früchte mitbringen und gegen eine Gebühr bestimmen lassen – 5 Exemplare pro Sorte werden dafür benötigt, wie es in einer Ankündigung heißt. Hierfür stehen die Pomologen (Apfelkundler) Dr. Dankwart Seipp und Ariane Müller zur Verfügung. Ebenso hat sich Albert Nordmann bereiterklärt, als Experte über Obstbaumkrankheiten zu informieren. Auch hierfür bittet er darum, Bestimmungsmaterial mitzubringen. 

Im Interview verrät der Apfelexperte Dr. Dankwart Seipp, wie er die Bestimmung der Früchte vornimmt.

Apfelexperte: Dr. Dankwart Seipp. Foto: SeippApfelexperte: Dr. Dankwart Seipp. Foto: Seipp

Was genau bieten Sie an?
Zu uns kommen Besucher mit Apfelsorten, die sie nicht kennen oder wo sie sich vergewissern wollen, was das ist. Und wir bestimmen die dann.

Und worauf achten Sie dabei?
Zunächst auf den Gesamteindruck, also auf Größe und Farbe, ob grün, gelb, rot oder rot geflammt – das sind typische Merkmale für eine Sorte. Dann schauen wir uns die Kelchgrube an, also die Stelle, wo die Blüte gesessen hat. Auch das ist ein typisches Merkmal, genauso wie der Stiel mit der Stielgrube. Um sicher zu gehen, schneiden wir den Apfel senkrecht durch und schauen, wie das Kerngehäuse aufgebaut ist und wie der Übergang von Kelch bis Stiel ist, auch da gibt es bei vielen Sorten charakteristische Formen.

Gibt es auch Äpfel, bei denen Sie nicht sagen können, um was es sich handelt?
Das gibt es schon. Aber das sind nur wenige.

Wie viele Apfelsorten gibt es denn?
Deutschlandweit sicherlich über 1000 Sorten. Viele findet man allerdings nur noch selten. Auch wir machen mitunter noch Entdeckungen. Im Erwerbsobstbau gibt es ein relativ enges Sortiment. Auf den Streuobstwiesen haben wir dagegen eine große Vielfalt.

Gilt das auch für den Nordwesten?
Ja. Es gibt spezielle Sorten, die hier entstanden sind, zum Beispiel „Schöner aus Lutten“. Der ist um 1920 von einem Obstbauern gefunden und auch in großem Umfang angebaut worden. Oder die Sorte „Osterkamps Renette“ aus Visbek, ein schöner großer Sommerapfel. Ebenfalls wichtig für die Region: der „Gelbe Münsterländer“ und der „Rote Münsterländer“. Die gibt es auch heute noch auf Wiesen mit alten Obstbäumen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren das die häufigsten Sorten. Aber das war noch ein ganz anders strukturierter Obstbau mit Hochstämmen und anderen Vermarktungswegen.

"An apple a day keeps the doctor away" – essen Sie jeden Tag Ihren Apfel?
Das ist schon ein vernünftiges Sprichwort. Es sei denn, man ist Apfel-Allergiker. Und weil auch ich da reagiere, esse ich nur noch gekochte Äpfel.

Jede und jeder von uns verzehrt im Schnitt rund 25 Kilo Äpfel im Jahr, auch im Apfelmus, im Müsli oder in Säften. Als beliebteste Sorten gelten der "Braeburn" und der saftige "Elstar".
"Jonagold" wäre noch eine sehr wichtige Sorte. Und von den alten Sorten spielt „Boskop“ immer noch eine Rolle. Und auch "Golden Delicious" wird noch gekauft.

Unterschiedliche Äpfel schmecken zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich gut?
Ja. Es gibt Frühsorten, die nur eine kurze Haltbarkeit haben, manchmal nur 14 Tage ­– die muss man praktisch vom Baum wegessen. Die, die später reifen, sind in der Regel länger haltbar und eigentlich alle top. Jede Sorte hat ihren geschmacklichen Höhepunkt, bis hin zu "Rubinette", den man noch um Weihnachten gut essen kann.

Beim Apfeltag sollte ja jeder Besucher mindestens 5 Äpfel pro Sorte mitbringen. Da haben Sie gut zu tun.
In der Regel sind wir durchgängig beschäftigt. Aber wir sind ja zu zweit.


Der Apfeltag: 

  • Neben der Apfelbestimmung gibt es am Apfeltag beim Haus am Moor noch einiges mehr. Sowohl private als auch professionelle Händler bieten alles rund um den Apfel an, aber auch Pflanzen oder Dekorationsgegenstände.
  • Zahlreiche Aussteller präsentieren ihre regionalen Produkte. Am Stand des Imkervereins können Besucher Wissenswertes über Bienenprodukte erfahren. Heimische Obstbauern bieten Äpfel an, Naturschutzverbände und der Moorladen ermöglichen das Stöbern in Fachliteratur und verschiedene Aussteller bieten Delikatessen an.
  • Es gibt darüber hinaus selbst gebackenen Apfelkuchen, frisch gepressten Apfelsaft, Apfelsuppe, Apfelpfannkuchen, Apfelwaffeln, Bratäpfel oder auch Apfelchips. Die Goldenstedter Landfrauen haben ebenfalls vor, die Besucherinnen und Besucher kulinarisch zu versorgen.
  • Kinder finden genügend Spielmöglichkeiten auf dem Erlebnisspielplatz des NIZ.
  • Bei der Tombola gewinnt jedes Los. Die Preise werden von den Ausstellern und vom Erzeugergroßmarkt in Langförden bereitgestellt.
  • Um 13, 15 und 16.30 Uhr finden jeweils Moorbahnfahrten ins Goldenstedter Moor statt.
  • Für den Besuch des Apfeltages gilt die 2G-Regel. Geimpfte und Genesene sowie Personen, die ein ärztliches Attest vorweisen und zusätzlich getestet wurden, sind willkommen.
  • Wer selbst noch etwas verkaufen möchte, kann sich unter Telefon 04444/2760 kurzfristig bis Mittwoch (6. Oktober) anmelden.

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