Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Was das Chamäleon der Gynäkologie mit einer Humba zu tun hat

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen - Endometriose ist nicht nur ein schweres Wort, sondern auch eine schwere Krankheit. Der März steht als "EndoMarch" im Zeichen der Aufklärung darüber.

Artikel teilen:

„Gebt mir ein E, gebt mir ein N, gebt mir ein D, -ein O, -M, -E, -T, -R, -I, -O, -S und noch ein E. Und was heißt das?“ Keine Ahnung? Da möchte ich Abhilfe schaffen: Endometriose ist nicht nur ein kompliziertes Wort, sondern auch eine Krankheit, die wir alle kennen sollten. Denn obwohl Endometriose zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen gehört, ist sie vielen nicht bekannt.

Ändern wir das: „Bei Endometriose wächst Gewebe, wo es nicht hingehört“, erklärt die Endometriose-Vereinigung. Die sogenannten Endometrioseherde befinden sich außerhalb der Gebärmutter, meist in benachbarten Organen und Geweben im unteren Bauchraum. Das Gewebe ähnelt der Gebärmutterschleimhaut und kann sich entzünden und mit dem Zyklus wachsen und bluten. Damit gehen oft starke Schmerzen einher.

Zur Einordnung, wie stark diese sein können: Es gibt Frauen mit Endometriose, die berichten, dass sie bei der Geburt ihres Kindes erst sehr spät bemerkt haben, dass es losgeht, weil die Schmerzen schwächer waren als ihre Periodenschmerzen. Wenn Frauen mit Endometriose überhaupt Kinder bekommen, denn etwa bei jeder 2. Frau, die ungewollt kinderlos ist, steckt laut dem Berufsverband für Frauenärzte (BVF) diese Krankheit dahinter.

"Denn starke Regelbeschwerden sind nicht normal."Fenja Hahn

„Ihgitt, was erzählt mir diese Frau von Periode, Blut und Schleimhaut?“, denken Sie sich jetzt? Ja, es ist nicht schön – erst recht nicht für die betroffenen Frauen. Gerade deswegen geht es uns alle etwas an, selbst wenn man(n) keine Gebärmutter besitzt oder erkrankt ist. Denn starke Regelbeschwerden sind nicht normal. Wenn wir uns das bewusst machen und zu mehr Aufklärung beitragen, kann Endometriose früher erkannt werden. Bis zur endgültigen Diagnose vergehen im Schnitt nämlich 10 Jahre, so der BVF.

Viele Betroffene werden belächelt, wenn sie wegen Periodenschmerzen in die Notaufnahme müssen. Regelschmerzen welcher Stärke sind schon normal? Dafür gibt es keine Skala. Deswegen nutze ich den „EndoMarch“, um meinen Teil zum größer werdenden Bewusstsein beizutragen. Denn der März steht mit einer weltweiten Kampagne ganz im Zeichen der Endometriose.

Zwischen 8 und 15 Prozent aller Frauen erkranken an Endometriose

Auf der ganzen Welt leben Hunderte Millionen Frauen mit dem „Chamäleon der Gynäkologie". So wird die Krankheit genannt, weil sie sich so unterschiedlich äußert – deswegen gibt es auch nur Schätzungen zur Verbreitung. Zwischen 8 und 15 Prozent aller Frauen zwischen Pubertät und Wechseljahren sollen betroffen sein.

In Deutschland gibt es im Jahr etwa 40.000 Neuerkrankungen und noch keine nationale Strategie. Die hatte zuletzt der französische Präsident Macron in seinem Land angekündigt und dabei erklärt, dass Endometriose kein Frauenproblem ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches. Ich starte jetzt aber keine Humba auf Macron, denn es ist wichtiger, dass Sie Endometriose buchstabieren können, als Emmanuel. 


Zur Person:

  • Fenja Hahn ist Volontärin der OM-Medien.
  • Sie erreichen die Kolumnistin per E-Mail an: redaktion@om-medien.de.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Was das Chamäleon der Gynäkologie mit einer Humba zu tun hat - OM online