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Warum im Dammer Freibad Freude und Abschied nah beieinander liegen

Nach mehr als 29 Jahren hat die "Dersaklause" ihre Pforten geschlossen. Das Gebäude wird im Zuge des 2. Sanierungsabschnittes des Freibads abgerissen. Viele sind deswegen traurig.

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Vorbei: Marianne Lüttmann hat die Dersaklause geschlossen. Foto: Röttgers

Vorbei: Marianne Lüttmann hat die Dersaklause geschlossen. Foto: Röttgers

"Tschüss, Dersaklause!“ hieß es ein für alle Mal Ende vergangener Woche. Die Gastwirtschaft am Dersa-Sportpark wird im Zuge der 2. Freibad-Sanierung zusammen mit den alten Umkleidekabinen komplett abgerissen.

Seit dem 3. Juli 1993, und damit mehr als 29 Jahre, hatte die Dammerin Marianne Lüttmann als Wirtin ihre "Kneipe mit Kultstatus" geführt, wie Nachbar und Unternehmer Roland Zerhusen sagte. "Die Dersaklause hatte so vielen Stammgästen ein zweites Zuhause geschenkt, und jeder war stets willkommen. Damit ist Marianne Lüttmann ein Eintrag in den Dammer Geschichtsbüchern sicher", erklärte der Unternehmer, der darauf hofft, dass Marianne Lüttmann den Dammern möglichst als Wirtin weiter erhalten bleiben möge.

11. Kompanie benötigt neue Anlaufstation

Für die rund 70 Mitglieder starke 11. Kompanie "Die Gebirgsjäger im Regiment" des Schützenvereins Damme von 1838 war die "Dersaklause" stets der Anlaufpunkt als Kompanielokal. Erst in diesem Jahr durften die Kompanie ihr 50-jähriges Jubiläum in den Räumen feiern.

Kompaniechef Manuel Ronnebaum erinnerte an die "tolle Gastfreundschaft", da sich die Kompanie bei der "Mutter der Kompanie" immer sehr wohlgefühlt haben.

In des Bürgermeisters Brust schlagen 2 Herzen

Auch Dammes Bürgermeister Mike Otte äußerte sich etwas wehmütig, gleichwohl er sich auch über die nun beginnende Sanierung freue. "Die Dersaklause ist vielen Bürgerinnen und Bürgern ans Herz gewachsen, sie werden sie vermissen“, wünschte Otte Marianne Lüttmann alles Gute und Gesundheit.

"Wir werden dich vermissen", sagte der Ehrenvorsitzende des Sportvereins Rot-Weiß Damme, Günter Zerhusen. Jahrelang sei Marianne Lüttmann eine gute und freundliche Wirtin gewesen. "Du hast uns getröstet, wenn wir verloren haben und hast dich über unsere Siege gefreut. Du gehörst einfach dazu."

Auch die Mannschaften beim RW Damme sagten ihr "Dankeschön!" in einer von Andre Hoyka und Jörn Schröder initiierten Videobotschaft.

"Eine Ära geht zu Ende."Moritz Enneking

"Eine Ära geht zu Ende", bedauerte der Präsident der Dammer Carnevalsgesellschaft von 1614, Moritz Enneking, der nach eigenen Angaben in der "Dersaklause" das Knobeln erlernt hatte. "Marianne Lüttmann war mit offenem Herzen und offenen Ohren für alle da."  Zudem erinnerte Moritz Enneking daran, dass es in der Gastwirtschaft die „weltbesten Frikadellen“ gab.

"Traurig, dass Marianne Lützmann aufhört“, erklärte auch Angelika Meyer als Kollegin der Gastwirtschaft "Macka" (Butke-Bollmann). "Das geht mir richtig ans Herz", sagte sie. Vielleicht finde Marianne Lüttmann eine neue Bleibe, "Roberts Hotel" an der Großen Straße wäre ja frei.

Resonanz auf das Freibadfest ist riesig

Der Abschiedsschmerz hier, Freude dagegen da: "Mit dieser riesigen Resonanz haben wir einfach gar nicht gerechnet", freute sich der 1. Vorsitzende des Fördervereins Freibad und der Ortsgruppe Damme der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Jens Droppelmann, über die große Resonanz auf das Freibadfest.

Fast 800 Besucher waren erschienen, um sich vor dem Abriss der Sanitärgebäude und damit dem Beginn des 2. Sanierungsabschnittes ins kühle Nass zu stürzen. Rund eine Million Euro hat die Stadt für die neuen Funktionsgebäude mit Umkleidekabinen und Duschen sowie einen Verkaufskiosk auf dem Freibadgelände veranschlagt.

"Freedom Squad" gewinnt "Spiel ohne Grenzen"

Beim Freibadfest ermöglichte der Förderverein aber nicht nur den reinen Badespaß. Beim "Spiel ohne Grenzen" sicherte sich die Gruppe "Freedom Squad“ mit Jakob Dietzel, Finn und Till Morthorst, Noah Riati und Hannes Wessel den Siegerpokal vor "Die düsenden Delfine" mit Marit Arkenau, Isabella Ladziak, Solvei Koch, Julia Rahner und Franziska Vogelsang.

Ebenfalls noch auf das Siegerpodest schafften es "Die flotten Flossen" mit Nele Arkenau, Kira Kalkhoff und Josefine Vogelsang, die sich über den 3. Platz freuten. Insgesamt nahmen 12 Mannschaften beim Wettbewerb rund um den Wasserspaß teil. Alle Teilnehmer erhielten eine Medaille als Anerkennung.

Bei den Erwachsenen gewann die Mannschaft "Flippers" mit Maike kleine Kamphake, Carolin Markus und Yvonne Stark den begehrten Wanderpokal. Die wirklich letzte Abkühlung dieser Saison erlebten abends die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des "Mitternachtsschwimmens".

So sehen Sieger aus: Beim Spiel ohne Grenzen“ gewann das Team Freedom Squad“ (vorne), vor Die düsenden Delfine“ (2. Reihe) und Die flotten Flossen“. Jens Droppelmann (hinten rechts) gratulierte mit Pokalen und Preisen.  Foto: RöttgersSo sehen Sieger aus: Beim „Spiel ohne Grenzen“ gewann das Team „Freedom Squad“ (vorne), vor „Die düsenden Delfine“ (2. Reihe) und „Die flotten Flossen“. Jens Droppelmann (hinten rechts) gratulierte mit Pokalen und Preisen.  Foto: Röttgers

Außerdem hatte der Förderverein eine Versteigerung von Gegenständen aus dem Gebäude organisiert, bei der über 500 Euro als Erlös für zukünftige Anschaffungen rund um das Freibadgelände zusammen kamen.

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