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Warum Grippeschutz jetzt wichtig ist

Der Piks kann nicht nur Ältere gegen schwere Verläufe bis hin zu tödlichen Lungenentzündungen schützen. Als günstigster Termin für die Impfung gilt die Zeit ab Oktober bis November.

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Symbolfoto: dpa/Berg

Symbolfoto: dpa/Berg

Kleiner Piks, große Wirkung: Das gilt auch für die Grippeimpfung. Von Anfang Oktober bis Mitte Mai, wenn es kühl ist und sich das Leben meist drinnen abspielt, zirkulieren Grippeviren besonders häufig. Gut, wer dann geimpft ist. 

"Zielgruppe der Grippeimpfung sind zunächst diejenigen, die chronisch krank sind. Dazu kommen Menschen, die 60 Jahre oder älter sind, Schwangere und auch medizinisches Personal. Ich empfehle die Impfung auch Menschen, die viel Kontakt zu anderen Personen haben, weil sie zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse sitzen“, sagt Boris Büssing, Mediziner aus Vechta.

Die vergangene Influenza-Saison bliebt fast aus

Die Grippewelle beginne im Januar oder Februar, erklärt Büssing. Wer sich im Oktober oder November impfen lasse, gebe dem Körper genug Zeit, um Antikörper zu bilden. Wobei: „Es ist besser, sich später impfen zu lassen, als gar nicht“, sagt der Mediziner. Es gebe jedes Jahr eine Grippewelle. Auch wenn die im Vorjahr als Corona-Nebenwirkung schwächer ausgeprägt war. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO war das ohnehin ein weltweites Phänomen. Die Rate positiv gemeldeter Influenza-Proben sei zwischen September 2020 und Januar 2021 auf 0,2 Prozent gesunken – im Vergleich zu 17 Prozent zwischen 2017 und 2020 im gleichen Zeitraum.

Momentan sei die Lage in seiner Praxis noch ruhig. Vor einem Jahr um diese Zeit sei das anders gewesen. „Letztes Jahr haben sich die Menschen schon Ende September gegen die Grippe impfen lassen. Da hatten wir selbst in der Praxis einen Impfstoffmangel. Die Corona-Impfung war zu dem Zeitpunkt noch nicht verfügbar und die Menschen wollten Sicherheit haben. Sie wollten sich schützen, da die Symptome einer Grippe und einer Corona-Infektion ja ähnlich sind und man nicht wissen konnte, welche Infektion man hat“, erzählt Büssing.

Dieses Jahr sei aber alles entspannter. Theoretisch sei sogar denkbar, sich zeitgleich gegen Corona und Influenza impfen zu lassen. Wobei er dazu rate, nach einer Impfung 14 Tage zu warten. 

Interesse auch an anderen Imfpung ist größer als vor Corona

Die ersten Impfwilligen hat auch Christoph Paschen, Facharzt für Allgemeinmedizin in Cappeln, schon in seiner Praxis begrüßt. „Am besten sollte man sich so früh wie möglich gegen die Grippe impfen lassen. Da die Schule und die Kita wieder angefangen haben, steigen die Infektionen“, sagt er.

Dort und an anderen Orten zeige sich übrigens, dass die Maskenpflicht durchaus einen Vorteil habe. Sie lasse auch eine Influenza-Saison milder ausfallen. 

Corona- und Grippeimpfung zu kombinieren, dafür seien viele Bürgerinnen und Bürger offen, sagt der Mediziner. Ohnehin spüre er ein neues Interesse am Thema Impfen an sich. "Die Menschen fragen auch nach weiteren Impfungen, etwa gegen Gürtelrose“, sagt Paschen. Das sei ein guter Trend, lobt der Fachmann. 

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