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Warum ein "Full Pull" die Trecker-Herzen in Langwege höher schlagen lässt

Mehrere Hundert Zuschauer besuchten das Motorsport-Spektakel am Hof Blömer. Die Landjugend als Veranstalterin war mehr als zufrieden.

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„Ordentlich Kapelle geben!“ ist das A und O beim Trecker-Treck: Der Szenespruch bedeutet, „Vollgas geben und zügig schalten“, wie diese Momentaufnahme eindrucksvoll beweist. Foto: Röttgers

„Ordentlich Kapelle geben!“ ist das A und O beim Trecker-Treck: Der Szenespruch bedeutet, „Vollgas geben und zügig schalten“, wie diese Momentaufnahme eindrucksvoll beweist. Foto: Röttgers

Was war das für ein Spektakel! Die katholische Landjugendbewegung (KLJB) Dinklage hat eine mehr als gelungene Premiere ihres ersten Trecker-Trecks gefeiert. Von 3,5 bis sage und schreibe 14 Tonnen war bei der Veranstaltung am Hof Blömer in Langwege alles vertreten, was Rang und Namen in der heimischen Treckerszene hat. Aus nah und fern starteten insgesamt mehr als 100 Traktoren in den einzelnen Gewichtsklassen. Zum Teil nahmen die Fahrer mit ihren tonnenschweren Fahrzeugen mehr als 50 Kilometer Anreise in Kauf, um bei diesem Motorsport-Event dabei zu sein. Sehr zur Freude der mehreren Hundert Besucher, die trotz des zum Teil regnerischen Wetters den Trecker-Treck an der Holdorfer Straße besuchten.

„Ordentlich Kapelle geben“, war das „A und O“ beim Trecker-Treck. Der Szenespruch bedeutet so viel wie „Vollgas geben und zügig schalten“. Bei diesem Wettbewerb zogen Traktoren – oder auch „Schlepper“  – einen sogenannten Bremswagen über den Acker. Dieser spezielle Anhänger hatte vorne eine Kufe, hinten Räder und auf dem Wagen befand sich ein Gewicht. Während der Fahrt wanderte das Gewicht dann weiter nach vorne, bohrte die Kufe in den Acker und machte so das Ziehen schwieriger.

Die Dinklager Landjugend hatte sich dafür extra einen Bremswagen des „Teams Nienhof“ aus Hannover gemietet. Das Ziel dieses Spektakels rund um jede Menge Pferdestärken (PS) war der sogenannte „Full-Pull“, bei dem der Traktor den Bremswagen die 100 Meter lange Strecke vollständig ins Ziel geschafft hat. Der am weitesten gezogene Wagen gewann jeweils den Wettkampf in seiner Gewichtsklasse.

Organisatoren denken schon einen Schritt weiter

Nicht nur für die Veranstalter war es eine gelungene Premiere, auch die erst 16 Jahre alte Marie Honkomp feierte ihre Erstaufführung. Die junge Fahrerin zeigte eindrucksvoll, dass das „Trecker-Treck“ keine reine Männerdomäne sein muss. „Ich habe von diesem Spaß in der OV gelesen und habe mich spontan angemeldet!“, erklärte die Holdorferin, die gleich zweimal mit Traktoren der Marke Fendt bei 8 und 9,5 Tonnen startete.

Tractor Pulling“ ist keine reine Männerdomäne: Die 16 Jahre junge Marie Honkomp aus Holdorf ging gleich zweimal an den Start. Foto: Röttgers„Tractor Pulling“ ist keine reine Männerdomäne: Die 16 Jahre junge Marie Honkomp aus Holdorf ging gleich zweimal an den Start. Foto: Röttgers

Ludwig Seelhorst und sein 2 Jahre jüngerer Bruder Hubert hatten als Gäste am Rande der Strecke alles richtig gemacht. Die begeisterten Brüder kamen gleich in rustikalen Gummistiefeln, denn das Gelände war doch ziemlich matschig. In 5 Jahren wollen die Schüler ebenfalls starten.

Ursprünglich stammt der Motorsport „Tractor-Pulling“ aus den USA, ehe er sich in den 70er Jahren zunächst unter dem Namen „Trecker-Treck“ in den Niederlanden und anschließend in ganz Europa verbreitete. Der Vorsitzende der KLJB Dinklage, Chris Schlüter, zeigte sich abschließend hochzufrieden mit der Resonanz. Er und sein Vorstandsteam sind sich schon jetzt einig: „Es wird auf alle Fälle eine Neuauflage in 2 Jahren geben“, erklärte ein sichtlich zufriedener Veranstalter.

Doch bis es so weit ist, fiebert die Landjugend bereits ihrem nächsten Event am 6. November entgegen. Dann lädt die Landjugend zum „Erntedankfest“ auf den Hof Kenkel an der Feldstraße in Langwege ein. Um 19 Uhr geht es mit einer Heiligen Messe los. DJ Simon Kalvelage legt ab 20.30 Uhr auf der anschließenden Party auf.


Das sind die Gewinner

  • Erst im Stechen gewann Alfons Büermann mit seinem 60-PS-Traktor „IHC 654“ in der Klasse 3,5 Tonnen mit 103,2 Metern den 1.Platz
  • Yannik Niehaus schaffte mit seinem 4,5 Tonnen-Gefährt, einem 135 PS starken „Fendt 614s“, 95,7 Meter in der nächst höheren Klasse und belegte damit den 1. Platz.
  • Bei den 5,5 Tonnen schweren Traktoren ging es sogar in ein zweifaches Stechen, aus dem Julius Arlinghaus auf seinem „Fendt 410“ mit 100 PS als Sieger mit 63,5 Metern hervorging, nachdem er in den ersten beiden Durchgängen jeweils über 100 Meter geschafft hatte. Im 3. Durchgang lagen alle Ergebnisse weit unter dem „Full Pull“, da zwischenzeitlich der Boden durch Regen aufgeweicht worden war.
  • So erklärte sich auch, dass in der Gruppe der 6,5 Tonner Jan Seelhorst vom „Agrar Team Dinklage“ mit 38,2 Metern und zuvor 100 Metern auf seinem 125 PS starken „Fendt 512“ den 1. Platz belegen konnte.
  • Bei den Schleppern mit 8 Tonnen gewann mit einer Länge von 75 Metern Maik Böckmann auf seinem „John Deere 7710“. Mit insgesamt 28 Startern war diese Gruppe am zahlreichsten vertreten.
  • Bei den 9,5 Tonnern machte es Joseph Hackstedt beim Stechen unglaublich spannend: Er gewann mit sage und schreibe „nur“ 57 Zentimetern Vorsprung auf seinem „John Deere 7710“ vor Stefan Nietfeld, der mit seinem „Fendt 916“ exakt 77,98 Meter schaffte. Mit moderner digitaler Messtechnik konnten die Ergebnisse auf der Rennstrecke ganz genau festgehalten werden.
  • Bei den 11 Tonnen schweren Schleppern gewann im Stechen David Balster auf seinem 300 PS starken „Fendt 930“, nachdem er mit einem „Full Pull“ ins Ziel gelangte, mit 65,7 Metern.
  • Sage und schreibe 420 PS fuhr Lukas Bockhorst mit seinem „Fendt 942“ ins Ziel bei der höchsten Gewichtsklasse von 14 Tonnen. Im Stechen reichten ihm dann 37,7 Meter für das Siegerpodest.

Info: Viele Bilder vom Trecker-Treck gibt es bei Made in Dinklage

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