Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Warum am Kardinal-von-Galen-Haus bald Hühner und Kaninchen leben

Das Tiergehege auf dem ehemaligen Tennis- und Hockeyplatz soll zum nächsten Schuljahr bezugsfertig sein. Das Projekt basiert auf der Tiergestützten Pädagogik.

Artikel teilen:
Mit der KAB-Spende wird das Hühnerhaus finanziert: Bei der Spendenübergabe dabei waren (von links) Lehrerin Kathrin Lampe, KAB-Vorstand Andreas Nordiek, KAB-Präses Michael Krone, Lehrer Stefan Bannas, Schulleiter Guido Venth und KAB-Kassierer Christian Garvels.  Foto: Böckmann

Mit der KAB-Spende wird das Hühnerhaus finanziert: Bei der Spendenübergabe dabei waren (von links) Lehrerin Kathrin Lampe, KAB-Vorstand Andreas Nordiek, KAB-Präses Michael Krone, Lehrer Stefan Bannas, Schulleiter Guido Venth und KAB-Kassierer Christian Garvels.  Foto: Böckmann

Aus einem ehemaligen Tennis- und Hockeyfeld ein Tiergehege machen? Welches im schulischen Alltag auch noch eine wichtige Rolle einnehmen soll? Was vor ein paar Jahren im Kardinal-von-Galen-Haus in Dinklage noch völlig illusorisch schien, nimmt nun an der Förderschule langsam mehr und mehr Formen an. Denn das Tiergehege auf dem in die Jahre gekommenen Sportplatz soll spätestens zum nächsten Schuljahr „bezugsfertig“ sein – mit einem Haus für 6 Hühner sowie einem Haus für 6 Kaninchen und 6 Meerschweinchen und einem Pflanzenbeet. Basierend auf dem Konzept der Tiergestützten Pädagogik, welches sich das Kardinal-von-Galen-Haus von einer Förderschule in Osterode (Harz) abschaut hat.

Dafür haben in den vergangenen Monaten ein Arbeitskreis von 8 Lehrern unter der Leitung von Stefan Bannas und die Schüler im Unterricht die ersten Vorarbeiten geleistet. Jetzt sollen für das Projekt in den nächsten Wochen die entsprechenden Häuser aufgebaut werden. Schon jetzt sind die Schüler am Tiergehege beteiligt. Sie bauten im Werkunterricht etwa ein Kaninchendorf, in den Mathestunden wurden zudem die richtigen Maße für die Häuser ausgerechnet. Es sind nur 2 Beispiele von vielen, die zeigen, wie Tiergestützte Pädagogik im Schulalltag funktionieren kann. Doch was heißt der Begriff überhaupt konkret?

Der Umgang mit Tieren soll nach und nach eine größere pädagogische Rolle einnehmen. Den Schülern soll in ihren Klassen oder in ihren Arbeitsgemeinschaften der Umgang mit Tieren nahegebracht werden. Sie sollen die Tiere füttern und pflegen, sie sollen Kaninchen heranwachsen sehen und ihre Ställe säubern. Kurzum: Sie sollen Verantwortung für die Tiere übernehmen, wie es Diplom-Biologe Bannas ausdrückt. Denn: „Tiere regen die menschlichen Sinne an, wecken Gefühle und Empfindungen.“ Im Konzept heißt es: „Studien haben ergeben, dass Kinder und Jugendliche, die einen Zugang zu Tieren hatten, ein insgesamt besseres, sozial wirksameres Verhaltensrepertoire aufwiesen als Heranwachsende ohne Tiere innerhalb ihres Milieus.“ Vor allem verhaltensauffällige Schüler würden von dem Konzept profitieren, ist Schulleiter Guido Venth überzeugt.

Viele Spender unterstützen das Projekt

Überzeugt von dem Konzept waren auch viele Spender. Denn für das Projekt fehlte bei der Vorstellung im Herbst noch eine vierstellige Summe. Die ist mittlerweile zusammen. Die Eltern der Schüler spendeten rund 6.000 Euro. Aus dem Golfclub Gut Brettberg Lohne gab es Gelder – und jetzt auch einen symbolischen Spendenscheck über 1.000 Euro der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Dinklage. Präses Michael Krone sagte: „Das ist ein tolles Projekt mit einer sinnvollen Aufgabe.“

Das findet auch Lehrer Stefan Bannas. Die Vorfreude ist ihm deutlich anzumerken. Ihm schwirren viele Gedanken durch den Kopf. „Das ist ein Projekt, das immer weiter wachsen wird“, ist er überzeugt und träumt zum Beispiel von einem Bauwagen, der das Areal bereichern würde. Das Kardinal-von-Galen-Haus möchte nicht nur alle eigenen Einrichtungen, sondern auch andere in Dinklage – wie zum Beispiel die nur wenige Hundert Meter entfernte Kita St. Franziskus und die St.-Anna-Stiftung – einbinden. Geschehen soll das „inklusiv und kooperativ“, sagt Venth. Doch das ist noch Zukunftsmusik. 

  • Info: Wer die Tiergestützte Pädagogik unterstützten möchte, egal ob finanziell oder materiell, kann sich an den Schulleiter Guido Venth wenden (04443/979124 oder venth@kv-galen-haus.de).

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Warum am Kardinal-von-Galen-Haus bald Hühner und Kaninchen leben - OM online