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Wanderverein Vechta braucht eine Verjüngungskur

Die Gemeinschaft besteht mittlerweile seit 50 Jahren.  Woran es mangelt, ist der Nachwuchs. Gelegenheiten zum Schnuppern gibt es viele.

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Die Wandergruppe erkundet immer wieder neue Gebiete. Bei einem Jahresausflug haben die Mitglieder das Freilichtmuseum Veenpark in den Niederlanden besichtigt und dabei einen tiefen Einblicke in das Leben der frühen Moorbauern bekommen. Foto: Wanderverein Vechta

Die Wandergruppe erkundet immer wieder neue Gebiete. Bei einem Jahresausflug haben die Mitglieder das Freilichtmuseum Veenpark in den Niederlanden besichtigt und dabei einen tiefen Einblicke in das Leben der frühen Moorbauern bekommen. Foto: Wanderverein Vechta

Der Wanderverein Vechta besteht seit 50 Jahren. Das ist selbstverständlich ein Grund zum Feiern. Doch das goldene Jubiläum hat einen kleinen Haken: Mit der Zeit sind auch die Mitglieder älter geworden. Der Durchschnitt liegt inzwischen bei annähernd 75 Jahren. Wie in vielen anderen Clubs und Vereinen fehlt auch hier der Nachwuchs. Was den Wanderern gut tun würde, ist eine Verjüngungskur.

Für Peter Brackmann, der mit 74 Lenzen zu den „alten Hasen“ der Wanderfreunde gehört und zurzeit den Posten des Vorsitzenden bekleidet, steht fest: „Wir brauchen junge Leute!“ Sein Appell richtet sich insbesondere an nachkommende Generationen. Ab 16 Jahren sei jeder Interessierte willkommen. Auch Familien könnten sich dem Verein anschließen. Mit einem Jahresbeitrag von 10 Euro seien die Kosten durchaus moderat.

Was viele Menschen vielleicht gar nicht wissen, ist, dass sich auch Nicht-Mitglieder an den Aktivitäten beteiligen können. Gelegenheiten zum Schnuppern gibt es genug. Nachdem während der Corona-Pandemie viele Termine ausgefallen sind, nimmt das Vereinsleben jetzt wieder Fahrt auf. „Wir machen jedes Jahr verschiedene Wanderungen. Auch in den nächsten Monaten stehen noch einige Angebote auf dem Programm“, sagt der Vorsitzende.

Gesellige Pause: Bei einer Wanderung in den Dammer Bergen legen die Mitglieder eine Rast ein. Foto: Wanderverein VechtaGesellige Pause: Bei einer Wanderung in den Dammer Bergen legen die Mitglieder eine Rast ein. Foto: Wanderverein Vechta

Für die Ausarbeitung der Strecken ist Wanderwart Peter Richter zuständig. Die Ziele befinden sich vor allem in der heimischen Region. Mal geht es nach Visbek, mal nach Goldenstedt oder auch in die Dammer Berge. Darüber hinaus beschreiten die Vechtaer den bekannten Jadeweg von Wildeshausen nach Wilhelmshaven und beteiligen sich an Wandertagen in Melle und Georgsmarienhütte.

Zum Bedauern des Vorstands hat die Beteiligung in dem rund 80 Mitglieder zählenden Verein nachgelassen. Um zu den Wanderzielen zu gelangen, genügt häufig schon ein Kleinbus. Auch die Touren sind kürzer geworden. Längere Strecken werden in mehreren Etappen bewältigt, sodass die Teilnehmer nach Belieben in das Begleitfahrzeug umsteigen können. An Marschverpflegung darf es dabei nicht fehlen.

Zurzeit richten sich die Blicke auf die „51. Internationale Wanderung und Radwanderung rund um Dinklage“, die nach der pandemiebedingten Zwangspause erstmals wieder am 6. und 7. August stattfindet. Die Veranstalter locken mit ausgezeichneten Wegen durch eine reizvolle Landschaft, abseits von viel befahrenen Bundes- und Landesstraßen. Dabei sind ausdrücklich auch alle Radwanderer angesprochen.

Radwanderungen gewinnen an Beliebtheit

Als die Wandergruppe im November 1971 aus dem Heimatverein Vechta heraus gegründet wurde, ging es zunächst auf „Schusters Rappen“ durch die Gegend. Von Radwanderungen war damals kaum die Rede. Aber das Bild hat sich - nicht zuletzt durch die Einführung der E-Bikes - gewandelt. „Solche Touren sind deutlich mehr geworden. Wir haben das in den letzten Jahren forciert. Da kommen einfach mehr Leute mit“, so Brackmann.

Ihm selbst kommt der Tritt in die Pedale sehr entgegen. Aufgrund eines Fußleidens hat er davon Abstand genommen, sich an den normalen Wanderungen zu beteiligen. Der Schritt ist ihm schwer gefallen. Schließlich hält er den Wanderfreunden schon seit rund drei Jahrzehnten die Treue. Doch durch die Radtouren kann der 74-Jährige weiter am Vereinsleben aktiv teilhaben und die Gemeinschaft erleben.

Das Miteinander spielt für Peter Brackmann eine wichtige Rolle. Das kann auch Ulrich Ahlrichs unterstreichen, der sich im Verein als Pressewart engagiert. „Bei Wanderungen lernt man sich kennen. Unterwegs kann man sich gut unterhalten“, sagt der 75-jährige Vechtaer. Es sei nur problematisch, dass viele Menschen einen Vereinsbeitritt scheuen und stattdessen im privaten Kreis auf Tour gehen würden.

Dass Wandern nach wie vor in Mode ist, steht für die beiden Vorstandsvertreter außer Frage , ebenso wie der positive Einfluss auf Körper, Geist und Seele. „Richtig verstandenes Wandern befreit von Stress, stabilisiert die Gesundheit und stärkt die Widerstandskraft. Wandern ist überall möglich, beliebig variierbar und es ist und bleibt die natürlichste Art der Fortbewegung“, sind sich Brackmann und Ahlrichs einig.

Wieder Flagge zeigen beim Thomasmarkt

In ihrer Vereinsgeschichte haben die Aktiven schon mehrere Anläufe unternommen, um den Nachwuchs für diese wohltuende Freizeitbeschäftigung zu begeistern. Mehr als 10 Jahre hat die Wandergruppe die Ferienspaß-Aktion der Stadt Vechta unterstützt. So konnten allein im Jahr 1976 insgesamt 1250 Kinder animiert werden. Für öffentliches Aufsehen sorgt heute noch die traditionelle Wanderung zum Thomasmarkt.

In den vergangenen 2 Jahren musste die beliebte Wanderung wegen der Pandemie ausfallen. Aber zum Thomasmarkt Ende Oktober wollen die Wanderfreunde wieder Flagge zeigen. Dazu werden dann erneut mehrere hundert Teilnehmer aus der ganzen Region erwartet. Auch hier würde sich der Vorstand um Peter Brackmann über neue Gesichter freuen. Denn so viel steht für ihn fest: „Wir brauchen junge Leute!“

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