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Waldkindergarten in Visbek nimmt Betrieb auf

Seit dem 1. April nehmen sechs Kinder das neue Angebot in der Gemeinde wahr. Insgesamt können 15 Jungen und Mädchen ihren Vormittag in der Natur verbringen.

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Überzeugt vom Konzept: Sabrina Sperling (Leiterin Waldkindergarten St. Hubertus, von links), Klaus Muhle (Ratsvorsitzender), Sarah Geerken (Erzieherin), Gerd Brengelmann (Gemeinde Visbek), Siegfried Böckmann (Andreaswerk), Frank Wahls (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters) sowie Tiak Elberfeld (Erzieher). Mattis (vorne, von links), Felix, Thea und Till toben gerne im Wald. Foto: C. Meyer

Überzeugt vom Konzept: Sabrina Sperling (Leiterin Waldkindergarten St. Hubertus, von links), Klaus Muhle (Ratsvorsitzender), Sarah Geerken (Erzieherin), Gerd Brengelmann (Gemeinde Visbek), Siegfried Böckmann (Andreaswerk), Frank Wahls (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters) sowie Tiak Elberfeld (Erzieher). Mattis (vorne, von links), Felix, Thea und Till toben gerne im Wald. Foto: C. Meyer

Den vielen Platz im neuen Waldkindergarten St. Hubertus in Visbek teilen sich bislang sechs Kinder mit ihren zwei Erzieherinnen Sabrina Sperling und Sarah Geerken sowie mit ihrem Erzieher Tiak Elberfeld. Am 1. April hat das neue Angebot in der Gemeinde seinen Betrieb aufgenommen, lässt Siegfried Böckmann vom zuständigen Träger Andreaswerk wissen. Zum Beginn des neuen Kindergartenjahres im Sommer rechnet er aber damit, dass alle 15 Plätze vergeben werden können.

Das Projekt Waldkindergarten in Visbek zog sich durchaus hin, gibt Böckmann zu. Ursprünglich sollte der Betrieb bereits 2020 starten, doch die Corona-Pandemie machte den Verantwortlichen einen ziemlichen Strich durch die Rechnung. Vor 1 Jahr wurde der Start dann für den Herbst 2021 avisiert. Was sorgte für die erneute Verzögerung? „Es gab etliche Auflagen zu erfüllen“, sagt Böckmann. Das Andreaswerk übernehme erstmalig die Trägerschaft für einen Waldkindergarten. Wie viele Interessenvertreterinnen und -vertreter – beispielsweise die Untere Naturschutzbehörde oder die Landwirtschaftskammer – da in Einklang gebracht werden müssen, das habe auch er unterschätzt. „Das war für uns lehrreich“, zieht er für sich daraus.

Foto: C. Meyer
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Nun schallen werktäglich Kinderstimmen durch den Wald rund um Stolles Hütte in der Nähe des Restaurants Bullmühle. „Es ist ein vollwertiger Kindergarten“, betont Siegfried Böckmann. Mädchen und Jungen ab 3 Jahren können das Angebot zwischen 7.30 und 13.30 Uhr wahrnehmen. Es sei auch möglich, dass Kinder mit Behinderungen die Einrichtung besuchen, sagt Böckmann.

Und wie läuft es bislang? Gut, sagt Sabrina Sperling, Leiterin des neuen Visbeker Waldkindergartens. Noch finde man sich, wachse mit den Kindern zusammen. Es werde viel Wert auf Nachhaltigkeit und auf das Bewusstsein für die Natur gelegt, sagt sie. So werde mit den natürlichen Materialien vor Ort gearbeitet. Das fördere die Kreativität und die motorischen Kompetenzen der Kinder.

Einige Eltern stehen einem Waldkindergarten skeptisch gegenüber. Erzieherin Sarah Geerken hat mal ein Praktikum im Goldenstedter Waldkindergarten gemacht, Erzieher Tiak Elberfeld hat zuvor noch in keinem Waldkindergarten gearbeitet. Stellen sie bereits Nachteile gegenüber dem klassischen Kindergarten fest? „Nein“, sagt Geerken überzeugt. Natürlich seien die Temperaturen ein Thema, aber „der Zwiebellook hilft“. Das Areal, in dem die Kinder sich frei bewegen dürfen, sei zudem klar gekennzeichnet, sagt Elberfeld. „Die Kinder wissen schon, wo die Grenzen sind.“

Bevölkerung zeigt sich interessiert

Sabrina Sperling nimmt großes Interesse aus der Bevölkerung wahr, über das sie sich freut. So gebe es viele Interessierte, die an den Wochenenden mal einen Blick auf den Waldkindergarten werfen. Der Kindergarten ist überdies auf Instagram zu finden. Sogar Anfragen von Eltern aus der Nachbargemeinde Goldenstedt habe es schon gegeben. Dort gibt es bereits seit vielen Jahren einen Waldkindergarten und damit schon entsprechende Erfahrungen und Akzeptanz. Aber die Plätze in Visbek sollen vorrangig Visbeker Kinder vorgehalten werden, sagt Sperling.

Zwar spiele sich der Alltag im Waldkindergarten die meiste Zeit im Freien ab, aber zum Konzept gehört auch ein mobiler Bauwagen, der im vergangenen Jahr dafür extra hergerichtet wurde. Da es sich schwierig gestaltete, einen passenden zu finden, wurde ein eigener, der einst als Geschenk an das Andreaswerk ging, entsprechend kernsaniert. Dieser Bauwagen – mit Heizung – wird als Schutzraum bei schlechtem Wetter oder für Pausen genutzt, sagt Sabrina Sperling. Tatsächlich sei es „für uns ein Segen“, dass sich direkt nebenan die Hütte befindet, die als Abstellort mitgenutzt werden darf.

Das Thema Waldkindergarten war im September 2019 erstmals im Visbeker Familien-, Schul- und Kulturausschuss diskutiert worden. Siegfried Böckmann hatte dem Gremium damals ein mögliches Konzept erläutert. Im März 2020 schließlich hatte sich die Visbeker Ratsmehrheit hinter die Übernahme der Trägerschaft durch das Andreaswerk Vechta gestellt.

  • Info: Wer sich für sein Kind den Besuch des Waldkindergartens St. Hubertus vorstellen kann, kann sich direkt an Sabrina Sperling (Telefon 04445/ 9867220 / E-Mail: sabrina.sperling@andreaswerk.de) wenden.

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