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Wähl (noch) mal wieder!

Kolumne: Notizen aus dem wahren Leben – Am Sonntag ist Bundestagswahl. Die Wählerinnen und Wähler haben dann die Qual der Auswahl. Gefühlt waren Wahlentscheidungen früher einfacher.

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"Nach der Wahl ist vor der Wahl!" In diesem Jahr absolut zutreffend. Kaum ist die Kommunalwahl vorbei, steht am Sonntag auch schon die Bundestagswahl vor der Tür. Dabei haben sich wahrscheinlich viele Wahlvorstände und Wahlhelfer noch nicht einmal von den Strapazen des kommunalen Auszählmarathons erholt, der für manche Beteiligte bis in die frühen Morgenstunden ging.

Schon als Wahlberechtigter war es nicht ganz einfach, sich auf den Stimmzetteln im Format einer Mini-Tapete zurechtzufinden. Die Zahl der aufgelisteten Parteien und Kandidaten schien nicht enden zu wollen. Darin als Wahlhelfer 3 Kreuze zu suchen und auszuwerten, grenzt schon an eine Sisyphusarbeit. Herzlichen Dank für eure Ausdauer.

Wahltipps für Unentschlossene von der Kirchenkanzel

Gefühlt waren Wahlentscheidungen früher einfacher. Zwar bin ich in einem Elternhaus groß geworden, in dem Wahlrecht gleichzeitig auch Wahlpflicht bedeutete. Nicht zur Wahl zu gehen, war ein No-Go. Und auch schon damals galt: "Wer die Wahl hat, hat die Qual!" Aber die Qual der Wahl war begrenzt, weil zumindest auf Bundesebene über Jahrzehnte ein stabiles 3-Parteien-System existierte. Zusammen mit dem durch das Elternhaus vermittelten Wertesystem fiel die Wahlentscheidung relativ leicht oder führte zu Protestwahl. Für Unentschlossene gab es zusätzlich noch mehr oder weniger deutliche Wahltipps von der Kirchenkanzel. Damit war eigentlich alles klar.

Dieses fest gefügte Weltbild geriet für mich ins Wanken, als ich 1977 nach Bremen kam, um zu studieren. Da wurde die politische Landschaft doch deutlich vielfältiger und dadurch auch unübersichtlicher. Allein die im Bereich der Universität agierenden politischen Parteien und Gruppierungen waren zunächst kaum zu überblicken. Irgendwann sprach mich jemand an und wollte mich für den KBW begeistern. Klar, dachte ich, warum nicht. Das Katholische Bildungswerk kennst du doch aus Cloppenburg. Im weiteren Verlauf des Gesprächs ist mir dann aber doch sehr schnell klar geworden, dass es sich bei diesem KBW um den Kommunistischen Bund Westdeutschlands handelt! Das musste nicht unbedingt sein.

"Wer nicht wählt, kann auch nichts verändern."Elisabeth Schlömer

Seit meiner Zeit in Bremen ist die bundesdeutsche Parteienlandschaft noch viel bunter und facettenreicher geworden. Selbstverständlich mischen jetzt auch vermehrt Frauen mit. Aber dem gewöhnlichen Wahlbürger ist kaum noch klar, für welche Ziele die politischen Gruppierungen überhaupt eintreten. Die Informationsbeschaffung für eine an Inhalten orientierte Wahlentscheidung geht immer mehr in die Richtung einer wissenschaftlichen Dissertation.

Aber im Dschungel der politischen Informationen naht digitale Hilfe: Der Wahl-O-Mat! Mit diesem kostenlosen Frage- und Antwort-Tool kann jeder ermitteln, welche Partei am bestem zu ihm passt. Egal, wie die Wahlentscheidung auch immer getroffen wird, wichtig ist, zu wählen. Wer nicht wählt, kann auch nichts verändern. Daher mein Aufruf an alle: "Wähl (noch) mal wieder!"


Zur Person:

  • Elisabeth Schlömer (65) wohnt in Cloppenburg. Sie war Leiterin des Ludgerus-Werkes Lohne bis zu ihrem Ruhestand 2019. Momentan ist sie ehrenamtlich tätig bei den "Machern – zu jung um alt zu sein" und beim SKF Cloppenburg.
  • Die Autorin erreichen Sie unter: redaktion@om-medien.de.

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