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Vorsicht beim Weihnachts-Shopping: Die Polizei warnt vor Fake-Shops

Die meisten stöbern nach möglichen Geschenken im Internet. Die Polizei warnt vor allzu günstigen Schnäppchen. Im vergangenen Jahr gab es 46 Betrugsfälle im Oldenburger Münsterland.

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Symbolfoto: Hermes

Symbolfoto: Hermes

Ware bezahlt, aber nicht geliefert: Diese Erfahrung machen immer mehr Kunden beim Online-Shopping. Nun warnt die Polizei vor sogenannten Fake-Shops: "Täter nutzen auffällig günstige Angebote, um Interessenten zu ködern." Präventionsexperte Andreas Bonk warnt eindringlich davor, den Verlockungen ohne die nötige Vorsicht nachzugeben.

"Gerade in der Vorweihnachtszeit erwarten wir einen Anstieg der Fallzahlen von Betrugsdelikten beim Warenkauf im Internet", sagt der Beamte der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta. Kriminelle würden die Sorglosigkeit der Konsumenten ausnutzen. "Werden Sie misstrauisch, wenn die angebotene Ware ausschließlich gegen Vorkasse zu erwerben ist. Danach ist das Geld häufig weg und die Ware trifft niemals beim Kunden ein", rät Bonk.

Immer häufiger Betrügereien im Internet

Betrügereien im Internet mit gefälschten Online-Shops nehmen seit Jahren stetig zu. Im Vergleich zum Jahr 2016 haben sich 2019 die Fallzahlen im niedrigen vierstelligen Bereich nahezu verdreifacht. Die Taten von Januar bis Oktober 2020 übersteigen die registrierten Gesamtzahlen des Jahres 2016 sogar um ein Sechsfaches. Für 2021 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor. Im Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta gab es im vergangenen Jahr 46 bekannte Fälle. "Diese Zahl wird vermutlich auch in diesem Jahr erreicht werden", so die Polizei in einer Pressemitteilung.

Andreas Bonk ist bei der Polizei für Prävention zuständig. Foto: HermesAndreas Bonk ist bei der Polizei für Prävention zuständig. Foto: Hermes

Dabei gebe es viele Merkmale, um nicht den Betrügern in die Hände zu fallen: "Achten Sie unbedingt auf die Internetadresse, die Höhe der Preise, die Zahlungsmethoden, überprüfbare Gütezeichen und die Impressumsangaben." Die Täter gehen wie folgt vor: Sie kopieren die Onlineshops namhafter Markenhersteller und übernehmen dabei auch Beschreibungen und Bilder. Zudem ähnelt die Adresse der Internetseite dem Originalnamen, oft macht nur ein Sonderzeichen oder die Endung den Unterschied.

Wie die Beamten weiter mitteilen, werden zudem vermehrt bereits gekündigte Webseiten anderer Nutzer reaktiviert und darauf Fake-Shops eingerichtet: "Die größte Gefahr besteht bei Käufen, insbesondere Spontankäufen, bei unbekannten Online-Händlern". Ein deutlicher Hinweis ist auch die Verfügbarkeit von günstigen Angeboten, die bei vielen anderen Online-Händlern sogar ausverkauft sind. Hier gilt laut Polizei die alte Weisheit: "Ist ein Angebot zu billig, um wahr zu sein, dann ist es auch nicht wahr!" Oftmals wird außerdem ausschließlich die Zahlung per Vorkasse angeboten, bei anderen Möglichkeiten kommt es zu einer Fehlermeldung.

Gütesiegel können überprüft werden

Werden Gütesiegel verwendet, führt ein Klick auf die Seite des Siegelbetreibers. Sollte dies nicht möglich sein oder die Verlinkung ins Leere führen, ist Vorsicht geboten. Unter www.internet-guetesiegel.de werden derzeit fünf Siegel von vier Anbietern genannt, die als vertrauenswürdig eingestuft werden. Eine weitere Möglichkeit ist, die Angaben im Impressum zu überprüfen. Auf unseriösen Webseiten ist dieses unvollständig oder fehlt ganz. Anbieter von Internetseiten sind grundsätzlich dazu verpflichtet, Name/Geschäftsführung, Anschrift, Kontaktmöglichkeit und mögliche Angaben von Handelsregister- und Umsatzsteuernummern zu veröffentlichen.

"Überprüfen Sie Firmenadressen und angebliche Geschäftsinhaber mittels Online-Telefonbuch, Suchmaschinen und Kartendiensten", rät die Polizei. Vor der ersten Bestellung könne man auch die Kontaktmöglichkeiten durch einen Anruf testen: "Erreichen Sie die Firma telefonisch nicht oder ausschließlich per E-Mail, ist Vorsicht geboten". Die Handelsregisternummer kann zudem unter www.handelsregister.de überprüft werden. Ob die Umsatzsteuernummer stimmig ist, können Betroffene unter https://ust-id-pruefen.de testen. Wer dennoch Opfer einer solchen Masche geworden ist, sollte schnellstmöglich Kontakt zu seiner Bank und zur Polizei aufnehmen.

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