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Vördens Grundschule will gemischte Eingangsstufe

Der kommissarische Schulleiter Ben Bramlage verspricht sich davon eine bessere individuelle Förderung. Und zwar sowohl für leistungsstärkere als auch für leistungsschwächere Kinder.

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Ganz neue Wege: In der Vördener Grundschule soll es ab dem Schuljahr 2022/23 eine Eingangsstufe geben, in der Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden.  Foto: Oevermann

Ganz neue Wege: In der Vördener Grundschule soll es ab dem Schuljahr 2022/23 eine Eingangsstufe geben, in der Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden.  Foto: Oevermann

Bereits seit einigen Jahren arbeitet die Grundschule Vörden in Jahrgangsbereichen und löste damit die aus Sicht der Schulleitung starre Klasseneinteilung ab. Nun möchte die Schule ihr pädagogisches Konzept weiter ausbauen. Sie beabsichtigt, zum Schuljahr 2022/23 eine sogenannte "Jahrgangsgemischte Eingangsstufe" einzuführen. K

Klasse eins und zwei würden dann zusammen unterrichtet. Der kommissarische Schulleiter Ben Bramlage stellte Kommunalpolitikern aus Neuenkirchen-Vörden nun das Konzept vor.

"Wir erleben, dass sich die Schullandschaft in den letzten Jahren sehr verändert hat."Ben Bramlage, kommissarischer Rektor

"Wir erleben, dass sich die Schullandschaft in den letzten Jahren sehr verändert hat", begründete Bramlage den Entschluss der Schulleitung. Zunehmend wiesen Schüler und Schülerinnen unterschiedliche Lernvoraussetzungen auf, die in Zukunft noch deutlicher festzustellen sein werden. Insbesondere durch Schüler, die einen hohen Förderbedarf bei der deutschen Sprache haben.

Aus diesem Grund wurden in Vörden bereits vor einigen Jahren die bestehenden Unterrichtsstrukturen aufgebrochen und geöffnet, um die Kinder individueller fördern zu können.

Leider habe die Corona-Pandemie jedoch dazu geführt, dass die frühere Klasseneinteilung zeitweise wieder verwendet werden musste, sagte Bramlage.

"Wir möchten den Kindern damit das Lernen in ihrem Tempo ermöglichen."Ben Bramlage, kommissarischer Rektor

Ab dem Schuljahr 2022/23 möchte die Schule den 1. und den 2. Schuljahrgang als pädagogische Einheit mit jahrgangsübergreifenden Lerngruppen umgestalten. "Wir möchten den Kindern damit das Lernen in ihrem Tempo ermöglichen", erklärte Bramlage. Jüngere und ältere Kinder arbeiten dabei gemeinsam an ihren jeweiligen Aufgaben.

Für Bramlage ist es wenig zielführend, dass Kinder, die ein bestimmtes Thema schon beherrschen, weiter mit den anderen Gleichaltrigen daran arbeiten. Stattdessen könnten diese Mädchen und Jungen in dieser Disziplin mit älteren Kindern besser gefördert werden.

Das Gleiche gelte für Kinder, die ein Thema oder Schulfach nicht so gut beherrschen. Diese könnten das mit jüngeren Kindern in ihrem jeweiligen Lerntempo besser erarbeiten.

Lehrkräfte sollen vor allem als Moderatoren tätig sein

Die Lehrkräfte sollen in diesem Konzept nach der Vorstellung Bramlages vor allem als Moderatoren im Hintergrund arbeiten, aber auch Kinder individuell mehr unterstützen können als bisher.

"Lehrkräfte können so wesentlich gezielter auf Kinder zugehen und haben wesentlich mehr Zeit, sich um sie zu kümmern", sagte Bramlage in dem Zusammenhang.

Besuch der Eingangsstufe dauert in der Regel 2 Jahre

Die Schüler sollen die Eingangsstufe in der Regel 2 Jahre besuchen. Lernstarke Kinder können aber auch bereits nach einem Jahr in den 3.  Schuljahrgang wechseln. Kinder, die mehr Zeit zum Lernen brauchen, sollen 3 Jahre in der Eingangsstufe bleiben.

Die lernschwächeren Mädchen und Jungen müssten sich so auch nicht an neue Mitschüler gewöhnen, da sie ihre jüngeren Mitschüler bei dem offenen Konzept schon kennenlernen. Zudem sei so der "Stempel des Sitzenbleibens" nicht so präsent in den Köpfen der Kinder, glaubt Bramlage.

"Ihr habt euch eine dicke Aufgabe an den Hals gebunden."Karlheinz Rohe, CDU-Ratsherr

Der langjährige Schulleiter der Oberschule Neuenkirchen-Vörden, Karlheinz Rohe (CDU), erklärte, für ihn sei vieles unklar bei der konkreten Umsetzung des Vorhabens. "Ihr habt euch eine dicke Aufgabe an den Hals gebunden. Ich hoffe, dass es für die Kinder ein Plus haben wird", sagte er in Richtung Ben Bramlages und dessen Kollegiums.

Karlheinz Rohes Parteifreund Holger Walter lobte dagegen das bisherige Vördener Konzept der Jahrgangsbereiche. Ohne es im Schulalltag gesehen zu haben, sei es vielleicht etwas schwierig nachzuvollziehen. Trotz vorhandener Skepsis glaube er, dass das „super spannende“ Vorhaben der Grundschule Vörden klappen wird.

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