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Vor 25 Jahren verwandelt Friesoyther Mühlenverein Ruine in Kulturzentrum

Mit der Übernahme des zerfallenen und denkmalgeschützten Gebäudes starteten die ambitionierten Pläne 1997. "Utopisch", dachten damals große Teile der Bevölkerung.

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Planen ein Jubiläumsjahr: Mühlenvereinsvorsitzender Franz Kröger und  Birgit Meyer-Beylage, 3. Vorsitzende, vor dem Mühlrad. Foto: Wimberg

Planen ein Jubiläumsjahr: Mühlenvereinsvorsitzender Franz Kröger und  Birgit Meyer-Beylage, 3. Vorsitzende, vor dem Mühlrad. Foto: Wimberg

Schönreden konnte man ihn irgendwann nicht mehr. "'Was wird nur aus diesem Schandfleck?' haben sich damals viele gefragt", erinnert sich Mühlenvereinschef Franz Kröger noch gut an die Diskussionen und Schlagzeilen rund um die alte Wassermühle in Friesoythe. Das Gebäude war nach dem Ende des Mühlenbetriebes der Familie Warnken 1982 zerfallen und der Standort an der Mühlenstraße wahrlich kein Aushängeschild. Doch das sollte er wieder werden, beschlossen schließlich die Gründungsväter des Mühlenvereins, die im April 1997 die Herausforderung annahmen, mit der Stadt „handelseinig“ wurden und die Übernahme der Ruine auf Erbpacht perfekt machten.

Dass der Verein noch einmal sein 25-jähriges Bestehen feiern kann, war aus damaliger Sicht keine Selbstverständlichkeit, wissen auch die heutigen Verantwortlichen und kündigen ein Jubiläumsjahr an, das am  27. April (Mittwoch) ab 20 Uhr mit einem hochkarätig besetzten Jubiläumskonzert starten soll. So konnte der Verein Prof. Thilo Dahlmann (Bassbariton) und Götz Payer (Pianist) gewinnen, die Robert Schumanns Dichterliebe sowie diverse englische Lieder präsentieren. Das mit Spendengeldern finanzierte neue Klavier soll „dadurch ebenfalls eine würdige Einweihung erfahren“, betonte Birgit Meyer-Beylage als 3. Vorsitzende.

Kalkulierte Kosten für zwei Bauabschnitte in Höhe von rund 545.000 Euro

Kultur in den Fokus rücken, lautete bereits ab 1995 die Philosophie des Führungsgremiums in einer zweijährigen Findungsphase. Vorsitzender Josef Kleefeld, 2. Vorsitzender Hans Kramer, 3. Vorsitzende Anne Emke, Kassenwartin Dr. Angela Flatken und Schriftführer Hartmud Liebig formulierten in dieser Zeit die Ziele für die Zukunft. Gesellschaftliches Leben und Vereinsleben sollten lebendig gefördert werden, Kunst, Musik, Bildung, Literatur, Theater im wahrsten Sinne einen angemessenen Raum erhalten.

Auseinandersetzungen, inwieweit die Pläne in Konkurrenz zu anderen Einrichtungen stehen, wurden in diesem Zusammenhang von unterschiedlichen Seiten öffentlich geführt. Das während der Maitage 1997 vorgestellte Nutzungskonzept tat ein Großteil der Bevölkerung als „utopisch“ ab. Gleiches galt für die Finanzierung mit kalkulierten Kosten für die ersten beiden Bauabschnitte in Höhe von rund 545.000 Euro.

Doch das ambitionierte Vorhaben wurde unter anderem durch private Leistungen, ein hohes Spendenaufkommen und Zuschüsse realisiert. Der Schandfleck verwandelte sich in das „Kulturzentrum Alte Wassermühle“,  und Zweifel an seiner Existenz und Daseinsberechtigung gehören aus heutiger Sicht schon lange der Vergangenheit an. Ein Weg mit vielen Unwägbarkeiten, „doch der Standort hat sich etabliert“, zeigen sich Kröger und Meyer-Beylage überzeugt.

Komplettiert wird der aktuelle Vorstand vom 2. Vorsitzendem Andreas Strunk, Kassenwart Heiner Schepers und Schriftführer Heiner Dröge. Ein besonderer Dank geht an Sabine Winnat, die seit 21 Jahren für reibungslose Abläufe aller Veranstaltungen sorgt, zu der seit geraumer Zeit auch Trauungen zählen.

Inbetriebnahme der neuen Wasserkraftanlage mit Stromerzeugung

Der Neu- und Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes war nicht nur mit der Einrichtung der Begegnungsstätte mit 120 Sitzplätzen und Bühne im Untergeschoss sowie 80 Plätzen im Obergeschoss verbunden, sondern ab 2004 im dritten Bauabschnitt mit der Wiederherstellung des Wasserrades samt Mahlgang sowie der Inbetriebnahme der neuen Wasserkraftanlage, der Mäander Fischpass und dem Zentrum für regenerative Energien mit eigener Stromerzeugung. Strom, so Kröger, sei am Standort übrigens auch schon mal 1908 erzeugt worden. Acht bis zehn Haushalte konnten davon profitieren.

Zurück in Gegenwart plant der Vorstand anlässlich seines Jubiläums ein weiteres Konzert mit Andreas Kuch, Enkel von Ingo-Maria Voss, der sich ebenfalls maßgeblich um die Mühle verdient gemacht hat. Kuch ist Sänger, Komponist und Arrangeur und wird im Sommer zu Gast sein. Kino zählt ebenfalls zum Programm, das unter dem Dach mit ansteigendem Gestühl, Popcorn und Limo genossen werden kann.

  • Info: Karten für das Jubiläumskonzert können ab Montag (28. März) für 15 Euro in der Buchhandlung Schepers oder im Kulturzentrum erworben werden.

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