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Von Russel, Brimnes und Plantbullar: Wenn Umzüge nicht Stress, sondern Wohlgefühl auslösen

Meine Woche: Erstaunlich, dass sich bei den großen skandinavischen Möbelhäusern seit mehreren Jahrzehnten (fast) nichts verändert hat, inklusive obligatorischem Inbusschlüssel.

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Umziehen – gemeint ist nicht der Wechsel der Kleidung, sondern der Wohnstätte – ist für viele Menschen eine Horrorvorstellung, allein ob des hohen Stressfaktors und der unvermeidlichen Veränderung. Für mich persönlich haben Umzüge dagegen durchaus etwas Heimeliges. Gestern wie heute.

Das hängt natürlich damit zusammen, dass man sich auf das neue Zuhause freut. Das hat aber – wie soeben freudvoll festgestellt – auch etwas damit zu tun, dass sich bei den großen skandinavischen Einrichtungshäusern, die seit langer Zeit quasi dazu bestimmt sind, die deutschen Lebensräume einzukleiden, in den vergangenen 30, 40 Jahren aber mal rein gar nichts verändert hat.

Möbelteileanbieter trifft es besser als Möbelbauer

Nehmen wir einen bekannten schwedischen Möbelbauer. Nein besser: Möbelteileanbieter. Denn: Zusammenbauen muss man ja selber. Auch in diesem Punkt herrscht Kontinuität.

Ich kann mich noch gut an einige Umzüge in den Jahren 1988 und 1989 erinnern, die über die innerdeutsche Grenze führten und zu einigen Kapriolen am Übergang Helmstedt/Marienborn führten. Aber das ist eine andere Geschichte. Hier und jetzt soll sich nahezu alles ausschließlich um die Möbel drehen.

Damals ergab es sich also, dass unter anderem das Bücher-Stehregal NIKLAS (verchromte Träger, Böden aus massiver Buche) angeschafft wurde, das übrigens heute noch immer seine Bestimmung erfüllt. Ebenfalls zu gefallen wusste der Kleiderschrank RUSSEL (zwei Türen, in schlichtem Weiß gehalten), der aber mittlerweile das Zeitliche gesegnet hat.

Aufbau gestaltet sich wie eine Art Zeitreise

Der Aufbau bei diesen und allen anderen Möbelstücken schwedischer wie dänischer Bauart war immer gleich: riesige Pappverpackung aufreißen, größere Holz- und Metallelemente separieren, um einen Überblick zu erhalten, Plastikbeutel mit unzähligen Holzstiften, Schrauben und dem obligatorischen Inbusschlüssel auskippen und die Einzelteile voneinander trennen, Gebrauchsanleitung, die mitunter 38 einzelne Punkte umfasst, aufmerksam studieren.

Und heute? Der Kleiderschrank BRIMNES (zweitürig, zeitloses Design) sowie die vielseitig verwend- und bestückbare Regalreihe KALLAX wurden auserwählt, das neue Heim zu schmücken. Der Aufbau gestaltete sich dann wie eine Art Zeitreise. Verpackung, Teile, Plastikbeutel, Inbus: Alles wie früher. Ein ähnliches Gefühl hatte sich zuvor schon beim Gang in besagtes Möbelhaus eingestellt.

Ab und an tut Veränderung doch mal ganz gut

Begrüßt werden die Kundinnen und Kunden dort wie immer von Bleistift, Maßband und Notizzettel. Was folgte, war natürlich der unumstößliche Gang durch die Ausstellung, um dann im Restaurant zu speisen. Dort hat sich allerdings Revolutionäres getan. Den Fleischklops-Klassiker KÖTTBULLAR gibt es jetzt auch in einer vegetarischen Version namens PLANTBULLAR – auf Basis von Erbsenprotein, Hafer und Kartoffeln.

Was soll ich sagen: schmeckt lecker. Ab und an tut Veränderung doch mal ganz gut. Zumindest bei der Ernährung.

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