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Von der Zombie-Apokalypse und dem Sport

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Beim Sport fällt es mir schwer, mich zu motivieren. Deswegen lasse ich mich von Zombies verfolgen.

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Sprichwörter über Sprichwörter. Sie vereinen, sie polarisieren. Doch bei einem sind sich wohl alle Menschen einig: Sport ist Mord. So wäre es zumindest, wenn es nach mir ginge. Vor ein paar Wochen habe ich wieder angefangen zu joggen. Der Auslöser war eine Freundin – die Worte „Wir wohnen so nah beieinander, hättest du nicht mal Lust, mit mir laufen zu gehen“, um genau zu sein. Unwissend sagte ich zu. So fand ich mich am Wochenende in meiner Jogginghose wieder – und das zum Sporttreiben. Das war die Gute nicht mehr gewohnt.

Zugesagt habe ich ja eigentlich nur, weil ich ein naiver Mensch bin. Meine Freundin hatte mich ja beruhigt. „Wir fangen langsam an“, „Ich war ja auch schon lange nicht mehr laufen“, sagte sie. Am Samstagnachmittag fand ich dann heraus: Gelogen hat sie.

4 Kilometer waren es dann schlussendlich, über die wir uns kämpften. Na ja, sie lief gelassen, ich habe ab Kilometer 2 auf Notstrom umgeschaltet. Dass ich nicht mehr so sportlich bin, wie ich es einst war, wusste ich schon, aber an meinem Ego hat die Abendrunde schon gekratzt. Also fasste ich einen Entschluss: Ich fange jetzt an zu laufen – aus purem Trotz.

"Die 4 Kilometer schaffe ich mittlerweile ohne Pause. Mal sehen, wie weit ich noch komme."Ella Wenzel

Da stieß ich aber auf ein Problem: Mir wird sehr schnell langweilig; Joggen ist extrem langweilig. Wie motiviere ich mich jetzt also dazu, meine Lunge an ihre Grenzen zu bringen? Die Lösung des Problems? Zombies. Natürlich keine echten, sondern die App „Zombies, Run!“. Sie macht genau das, was sie verspricht: Sie jagt einem Zombies hinterher. In dem Mix aus Lauf-App und Nerd-Podcast wird der "Runner 5", also ich, aus einem Helikopter direkt in eine Zombie-Apokalypse geschmissen. In der kleinen Stadt Abel Township fand ich Anschluss und jetzt verbringe ich meine Läufe damit, Ressourcen für die Stadt zu sammeln und die Orte, Menschen und Geschichten der Welt kennenzulernen.

Es kommt aber noch besser: Sammelt man genug Gegenstände, kann man seine Stadt ausbauen – und es gibt Easter Eggs wie Sand am Meer. Easter Eggs sind so etwas wie kleine Überraschungen in Filmen oder Spielen. So habe ich letztens beim Laufen einen Zeitungsartikel eingesammelt. Beim Durchschnaufen danach konnte ich ihn lesen – und siehe da: In ihm bekomme ich einen kleinen Einblick in den Auslöser des Zombie-Ausbruchs. Das war aber noch nicht alles. Die in dem Artikel erwähnte Person hat einen echten Twitter-Account. Lauf für Lauf puzzle ich mir nun die Geschichte zusammen. Das ist allemal interessanter als die verschiedenen Baumarten auf der Strecke zu identifizieren.

Auf der Probe steht jetzt nur noch, wie lange meine Motivation anhält. Die 4 Kilometer schaffe ich mittlerweile ohne Pause. Mal sehen, wie weit ich noch komme. Und falls ich mal einen schwachen Moment habe, muss ich nur daran denken: Die Zombies hinter mir nehmen da keine Rücksicht drauf.


Zur Person:

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