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Vom Büro ins "Happenpappen": Gebürtige Cloppenburgerin leitet Restaurant in Hamburg

Catharina Bernhardt ist Inhaberin des veganen Restaurants "Happenpappen" in Hamburg. Corona zermürbe sie und ihren Kolleginnen und Kollegen. Mit ihrem neuen YouTube-Kanal blickt sie nach vorne.

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Kochen ist ihre Leidenschaft: Catharina Bernhardt lebt seit 2012 in Hamburg. Foto: Catharina Bernhardt

Kochen ist ihre Leidenschaft: Catharina Bernhardt lebt seit 2012 in Hamburg. Foto: Catharina Bernhardt

Wenn die Leute nicht kommen, dann zweifelt man erstmal, sagt Catharina Bernhardt. Schon seit 2 Jahren muss sie mit Corona, den wechselnden Bestimmungen und fehlenden Gästen zurechtkommen. Die gebürtige Cloppenburgerin lebt in Hamburg und leitet dort das Restaurant "Happenpappen". Viele Leute hätten gerade einfach Angst Essen zu gehen. "Das ist frustrierend, wenn man gerne kocht", sagt Bernhardt.  

Generell sei sie ein positiver Mensch und Gastronomen seien in der Regel auch sehr belastbar. Die ständige Ungewissheit in der Pandemie zermürbe sie sowie ihre Kolleginnen und Kollegen allerdings. Man könne schlecht planen und die Routinen gingen verloren. 

Mit dem Kochen begann Bernhardt, als sie noch im Büro arbeitete. Sie ist ausgebildete Rechtsanwaltsfachangestellte und wechselte 2012 von einer Kanzlei in Cloppenburg zu einem Konzern nach Hamburg. Die Hansestadt gefiel ihr auf Anhieb, mit ihrem neuen Job war sie allerdings nicht zufrieden. "Ich habe schnell gemerkt, dass das nicht das ist, was ich wollte", sagt sie. Also begann sie, nebenher im veganen Restaurant "Happenpappen" zu arbeiten.

Facebookseite überzeugte damaligen Chef

Sie arbeitete dort nicht nur als Servicekraft, sondern begann auch zu kochen. Sie fing in der Zeit an, sich viel über vegane Ernährung zu informieren. Der damalige Besitzer des Happenpappen war auf ihre Facebook-Seite "veganverliebt" aufmerksam geworden, auf der sie selbstgemachte vegane Gerichte präsentiert, und setzte sie prompt als Köchin ein. Zu Beginn wollte sie ihren Bürojob noch nicht aufgeben, reduzierte ihre Stunden jedoch nach und nach. Mit der Zeit machte Bernhardt ihr Hobby zum Vollzeitjob. 

2016 widmete sich der frühere Besitzer des Happenpappen einer Kochschule und Catharina Bernhardt übernahm das vegane Restaurant. Auch heute steht sie noch in der Restaurantküche und kocht für ihre Gäste. Obwohl sie nun Inhaberin ist, möchte sie das Kochen nicht missen, sagt sie, auch, wenn sie viel zu organisieren habe und es nur noch 2 Tage in der Woche schaffe, Gerichte zuzubereiten.

Bernhardt will Kunden nicht missionieren

Dass ihr Restaurant ausschließlich vegane Gerichte anbietet, soll den Kunden nicht sofort auf die Nase gebunden werden. "Ich will nicht den Messias spielen und andere Menschen zwanghaft von veganer Ernährung überzeugen." Stattdessen sollen ihre Gäste unvoreingenommen ins Happenpappen kommen. Nur wer genau hinschaut bemerkt, dass das Restaurant auf tierische Produkte komplett verzichtet. Bernhardt möchte erreichen, dass vegane Ernährung normal wird. Häufig sei diese mit Klischees verbunden, die die Gastronomin abbauen möchte. "Wir essen nicht nur Gras und Steine", sagt Bernhardt.

"Als Inhaber zweifelt man erstmal, wenn die Plätze leer bleiben"Catharina Bernhardt

Seit einigen Wochen blieben die Gäste auch im Happenpappen viel zu häufig fern. "Als Inhaber zweifelt man erstmal, wenn die Plätze leer bleiben", sagt Bernhardt. In der Hamburger Morgenpost startete sie vor einigen Wochen einen Aufruf. "Geht bitte wieder essen!", heißt es dort. Auch auf Instagram bemüht sich Bernhardt, die Gäste wieder zum Kommen zu bewegen. Aber viele hätten auch einfach Angst vor dem Coronavirus, sagt Bernhardt. In ihrem Restaurant gilt deshalb die 2G-Plus-Regel. Ihre Gäste freuten sich, dass das auch streng kontrolliert wird. Im vergangenen Winter hat Bernhardt auch für Obdachlose und Hilfsbedürftige gekocht und das Essen vor ihrem Restaurant verteilt.

Um einen Überblick über die häufig wechselnden Corona-Regeln zu behalten, hat sich Bernhardt mit anderen Hamburger Gastronomen vernetzt und tauscht sich regelmäßig, zum Beispiel über WhatsApp, mit ihnen aus. 

YouTube-Kanal mit Rezepten

Trotz der Widrigkeiten schaut Bernhardt nach Vorne und hat vor einigen Wochen den YouTube-Kanal "Cathy kocht" ins Leben gerufen. Mit einem befreundeten Regisseur habe sie zuvor "in Bierlaune" die Idee dafür entwickelt. Dort stellt sie vegane Rezepte vor. Hinter der Kamera steht ein professionelles Filmteam. "Ich habe gedacht, wir testen das mal", sagt Bernhardt. Das ganze sei zunächst mal als Experiment gedacht. Zuletzt hat sie vor der Kamera ein Weihnachtsmenü zubereitet, dass sie auch den Cloppenburgern empfiehlt: Gefüllter Seitanbraten mit  Serviettenknödel. Natürlich vegan. 

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