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Voller Einkaufswagen führt fast ins Gefängnis

Ein 41-Jähriger aus Cloppenburg ist mit 192 Dosen Energy-Drinks durch den Kassenbereich eines Verbrauchermarkts geschoben – ohne zu bezahlen. Dafür hätte er fast in Haft gemusst.

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Foto: M. Niehues

Foto: M. Niehues

Die Tat war mehr als stumpf: Ein 41-Jähriger aus Cloppenburg hat versucht, in einem Cloppenburger Verbrauchermarkt 192 Dosen Red Bull zu stehlen. Er hatte sich die Beute in einen Einkaufswagen geladen und war damit einfach durch den Kassenbereich geschoben, ohne zu bezahlen. Dieser dreiste Diebstahl hätte den Angeklagten beinahe ins Gefängnis gebracht.

Dass es nicht so kam, ist dem Oldenburger Landgericht zu verdanken. Das schwächte gestern in zweiter Instanz ein früheres Urteil des Cloppenburger Amtsgerichtes ab und verurteilte den 41-Jährigen zu 6 Monaten Haft auf Bewährung. Nach dem ersten Cloppenburger Urteil hätte der 41-Jährige diese Strafe noch verbüßen müssen und zusätzlich (nach einem Bewährungswiderruf) frühere Strafen, deren Vollstreckung seinerzeit noch zur Bewährung ausgesetzt worden war.

Letzte Tat liegt 2 Jahre zurück

Doch das Gefängnis bleibt dem Cloppenburger nun erspart. Der Drogenabhängige ist 15-mal vorbestraft. Die letzten Urteile waren noch mit Bewährungsstrafen einhergegangen. Unmittelbar vor der Red-Bull-Geschichte war er zu der letzten Bewährungsstrafe verurteilt worden. Folgerichtig hatte das Cloppenburger Amtsgerichtes dem 41-Jährigen wegen des neuen Diebstahls (Red Bull) eine erneute Bewährung versagt.

Doch es hat sich etwas getan. Die Tat liegt 2 Jahre zurück. Diese Zeit hat der 41-Jährige genutzt, um Pluspunkte für sich zu sammeln. Er hatte sich zunächst in eine Entgiftung begeben, um sich dann einer Drogentherapie zu stellen. Die war nach Überzeugung des Landgerichtes erfolgreich. Der Cloppenburger ist heute clean, hat Arbeit. Diesen positiven Weg wollte die Oldenburger Berufungskammer dem Mann nicht verbauen. Deswegen gab es doch noch eine Bewährungschance. Dass der 41-Jährige sich so gut gemacht hat, ist letztlich auch dem Cloppenburger Urteil zu verdanken. Dieses soll ihm die Kraft gegeben haben, seinen positiven Weg fortzusetzen. Das wurde dann am Mittwoch auch belohnt.

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