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Volkshochschule trotzt den schwierigen Bedingungen

Corona bestimmt auch in der Erwachsenenbildung den Alltag. Die Cloppenburger VHS hat sich zwar gut darauf eingestellt, für Team und Teilnehmer ist es dennoch eine anstrengende Situation.

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Hybridunterricht: Dozentin Maria Meyer-Kamliuk bei einem Sprachkurs, der in der VHS und auch online abgehalten wird.   Foto: Hermes

Hybridunterricht: Dozentin Maria Meyer-Kamliuk bei einem Sprachkurs, der in der VHS und auch online abgehalten wird.   Foto: Hermes

Für einen großen Aufwand sorgt die Corona-Pandemie bei der Volkshochschule. "Durch die Weihnachts- und Neujahrsruhe gelten wieder verschärfte Bedingungen", erklärt Kathrin Würdemann, Direktorin der Cloppenburger Bildungseinrichtung, im Gespräch mit OM Online. Diese soll offenbar noch mindestens bis zum 2. Februar verlängert werden.

Bei der VHS gilt somit die 2G-Plus-Regel, bei Kursen mit mehr als zehn Teilnehmern muss zudem während des Unterrichts durchgehend eine FFP2-Maske getragen werden. "Das ist besonders bei Sprachkursen schwierig, da kommt es auch auf das Visuelle an", erklärt Fachbereichsleiterin Anja Block. Die VHS reagierte mit einer Verkleinerung der Kurse und der Umstellung auf Hybridunterricht.

Positiv überrascht waren die Verantwortlichen über die Impfquote in den Sprach- und Integrationskursen. Entgegen doch so mancher Vorurteile sei ein Großteil vollständig geimpft, einige Teilnehmer bereits geboostert. "Wir haben teilweise Kurse mit einer hundertprozentigen Quote", so Block. Trotzdem sei auch dies aufwändig, so müssten täglich Testnachweise erbracht und auch kontrolliert werden. 

Regelwirrwarr und mehr Bürokratie für Dozenten

Für die Ungeimpften hat sich die Einrichtung etwas einfallen lassen, sie werden beim Hybridunterricht von zu Hause aus zugeschaltet. "Die Digitalisierung ist durch Corona bei uns vorangetrieben worden. Das hätten wir ohne Pandemie in diesem Umfang wohl nicht gemacht", sagt Würdemann. Sie lobt dabei das gesamte Team und die Teilnehmer, die sich eingebracht und auf die neue Situation schnell eingestellt haben. "Wir erleben viel Disziplin und Verständnis beim Einhalten der Regeln sowie auch viel Entgegenkommen untereinander", sagt die Direktorin.

Dennoch sei der Alltag erschwert, die Routine sei weg. Hinzu kämen zahlreiche Anrufe mit Fragen, die auch die Verantwortlichen nicht immer beantworten können. "Manchmal gilt leider morgen etwas anderes als heute", sagen Würdemann und Block. Hinzu kommen ausufernde Nachweis-Forderungen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Beim digitalen Unterricht mussten bislang mehrmals am Tag Screenshots mit Namen dokumentiert werden, und das auch in Papierform. "Da kamen alleine für einen Kurs rund 200 bis 300 Seiten zusammen", so Block, die insgesamt 22 Sprach- und Integrationskurse koordiniert. 

Inzwischen hilft die Digitalisierung und das Angebot wächst

Zurzeit reicht eine Teilnehmerliste, die direkt aus dem neuen Konferenz-Tool erstellt werden kann. In hausinternen Schulungen wurden die Dozenten auf die digitale Arbeit vorbereitet, zudem steht Uwe Schöpperle mit Rat und Tat zur Seite. "Ihm gebührt ein Dank, er setzt sich mit viel persönlichem Engagement ein und ist ein Glücksgriff für uns", sagt Würdemann. Hardware bekomme man, diese müsse aber auch verwaltet und bedient werden. Gearbeitet wird unter anderem mit einer VHS-Cloud, die im Laufe der Pandemie immer wieder erweitert wurde. So können Online-Gruppenräume erstellt werden, auch Dateien können hier abgelegt und geteilt werden. Die Digitalisierung habe viele positive Seiten: So konnte zum Beispiel ein Amerikaner zugeschaltet werden, der als "Native Speaker" mit den Teilnehmern sprach.

„Wir hoffen, dass wir die Distanz bald wieder überwinden dürfen und ein normaler Alltag möglich ist. Es wird aber wohl noch eine Weile dauern."VHS-Direktorin Kathrin Würdemann

Bei den offenen Angeboten nimmt die VHS unterdessen ein zögerliches Anmeldeverhalten wahr, viele Menschen seien einfach vorsichtig. "Wir sind bemüht, nicht alles abzusagen", so Würdemann. Besonders strenge Regeln gelten bei Koch- und Yogakursen, hier müssen sich ausnahmslos alle Teilnehmer vorher testen lassen. Für 2022 wünschen sich die Verantwortlichen frühere Ankündigungen durch das BAMF und auch eine gewisse Verlässlichkeit bei den Corona-Verordungen – auch wenn das bei der dynamischen Entwicklung selbstverständlich schwierig sei.

Maßnahmen verschärft: In den Kursen der Volkshochschule gilt zurzeit 2G-Plus sowie eine durchgehende Maskenpflicht ab zehn Personen. Foto: HermesMaßnahmen verschärft: In den Kursen der Volkshochschule gilt zurzeit 2G-Plus sowie eine durchgehende Maskenpflicht ab zehn Personen. Foto: Hermes

"Wir hoffen, dass wir die Distanz bald wieder überwinden dürfen und ein normaler Alltag möglich ist. Es wird aber wohl noch eine Weile dauern". Nach 2 Jahren sei das Team mürbe und angestrengt, man müsse aufgrund neuer Bestimmungen ständig nachsteuern. Das koste bei solch einem großen Angebot Kraft und Zeit. "Bislang sind wir aber flexibel und haben das gut gemeistert. Da können wir schon stolz auf uns sein", so die Direktorin. Auch nach Ende der Pandemie sollen ihren Angaben zufolge die  Möglichkeiten der Digitalisierung weiter in die Erwachsenbildung integriert werden, wichtig sei dafür auch ein flächendeckend stabiler Internetzugang. Schwerpunkt bleiben aber die Präsenzveranstaltungen und Kurse. "Unsere Stärke liegt im persönlichen Kontakt", sagt die Direktorin abschließend. 

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