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Visbeker Umgehungsstraße soll komplett saniert werden

Die Fahrbahn ist von Rissen überzogen. Für den Schaden aufkommen soll vor allem die damals für die Arbeiten zuständige Firma.

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Risse dieser Art finden sich zahlreich entlang der Visbeker Umgehungsstraße.   Foto: C. Meyer

Risse dieser Art finden sich zahlreich entlang der Visbeker Umgehungsstraße.   Foto: C. Meyer

Die Visbeker Umgehungsstraße muss vollumfänglich saniert werden. Zu diesem Schluss kamen die Mitglieder des Finanz- und Sozialausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Ausgeprägte Rissbildungen machen diese Maßnahme nötig.

Wegen der Beschädigungen an der Fahrbahn gab es zwischen der Gemeinde Visbek und der damals die Arbeiten ausführenden Firma Köster aus Osnabrück seit 2014 einen Rechtsstreit, wie Mario Ahrens vom Bauamt den Anwesenden die Hintergründe erläuterte. Konkret geht es um Risse in der von außen sichtbaren Asphaltdeckschicht sowie Beschädigungen in der darunter liegenden Asphaltbinderschicht. Der Rechtsstreit endete im Februar 2021 mit einem Urteil zugunsten der Gemeinde. Heißt: Der Betrieb muss zwei Drittel der Sanierungskosten in Höhe von 438.000 Euro tragen – diese Zahlung ist bereits erfolgt –, den Rest zahlt die Gemeinde Visbek. Dem Urteil zugrunde liegt ein gerichtlich bestelltes Gutachten, das 2019 erstellt wurde.

77 Prozent der Straße beschädigt

Bestandteil des Urteils sei auch, dass das Unternehmen zu zwei Drittel die Kosten weiterer Sanierungsarbeiten tragen muss, sagte Ahrens. Dieses Detail ist nicht unerheblich. Denn im vergangenen Sommer haben Mitarbeitende des Bauamts gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Frilling und Rolfs aus Vechta eine erneute Bestandsaufnahme der Umgehungsstraße gemacht. Wie sich herausstellte, haben die beschädigten Stellen deutlich zugenommen, sagte Ahrens. Im damaligen Gutachten wurde festgestellt, führte Ahrens aus, dass die Umgehungsstraße zu 35,5 Prozent beschädigt ist. Während des laufenden Rechtsstreitverfahrens durfte die Gemeinde keine Ausbesserungen der Straße vornehmen. Das hat deutliche Spuren hinterlassen. Bei der Überprüfung im Sommer 2021 sei festgestellt worden, dass mittlerweile 77 Prozent der Straße beschädigt sind, erklärte Mario Ahrens.

Deshalb wird empfohlen, die komplette Fahrbahn zu sanieren, da sonst ein „Flickenteppich“ entstünde, sagte der Bauamtsmitarbeiter. Die Kosten dafür liegen nach aktueller Schätzung bei rund 980.000 Euro, wie Bürgermeister Gerd Meyer ergänzte. Meyer sprach sich für die komplette Sanierung der Umgehungsstraße aus – auch hinsichtlich der Tatsache, dass die kommunale Entlastungsstraße danach an das Land Niedersachsen abgegeben werden könne. Gespräche diesbezüglich gebe es schon. Im Gegenzug würden die Wildeshauser Straße sowie die Goldenstedter Straße – bislang Landesstraßen – an die Gemeinde gehen.

Beweissicherung mithilfe von Luftbild

Da davon ausgegangen werden muss, dass die Firma Köster die Kostenbeteiligung nicht einfach so akzeptiert, schlug Mario Ahrens eine Beweissicherung mithilfe eines georeferenzierten Luftbilds vor. Zunächst soll ein solches Bild von der Apshaltdeckschicht gemacht werden, erklärte Ahrens. Nachdem diese abgefräst wurde, soll ein weiteres georeferenziertes Luftbild erstellt werden, um den genauen Schaden der darunter liegenden Asphaltbinderschicht zu dokumentieren. Ahrens wies darauf hin, dass es sinnvoll sei, dafür den selben Sachverständigen hinzuzuziehen, der das damalige Gutachten erstellt hat. Die Kosten dieser Dokumentation liegen bei rund 12.000 Euro.

Ralf Stukenborg (CDU) sprach sich für die 100-prozentige Sanierung aus und betonte, dass die Gemeinde sich mit den Luftbildern absichern sollte, „auch wenn es Geld“ kostet. Dieser Einschätzung schloss sich Josef Langfermann (Grüne) an, der es als „Schande“ bezeichnete, wie die Fahrbahn damals erstellt worden war. Für die Zukunft, regte er an, müsse überlegt werden, wie derartige Sanierungen besser begleitet und vor allem kontrolliert werden können.

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