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Visbeker Feuerwehr will litauische Kameraden weiter unterstützen

Ortsbrandmeister Sascha Stelmaszyk war jetzt in Vilkaviškis nennt die Ausstattung seiner hochmotivierten Kameraden veraltet und spartanisch. Es gebe keine Atemschutzgeräte. Das gelte es zu ändern.

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Das ehemalige Visbeker TLF bei einer Übung während des Besuches der deutschen Delegation. Foto: privat

Das ehemalige Visbeker TLF bei einer Übung während des Besuches der deutschen Delegation. Foto: privat

Gebäude- oder Wald- und Wiesenbrände – das seien die Hauptaufgaben der litauischen Feuerwehrkameraden in dem ländlich geprägten Bezirk Vilkaviškis, sagt Visbeks Ortsbrandmeister Sascha Stelmaszyk. Dafür sei das  in Visbek ausrangierte und Ende 2020 dorthin überführte Tanklöschfahrzeug (TLF) bestens ausgestattet.

Sascha Stelmaszyk war jetzt gemeinsam mit Feuerwehrkameradin Natalie Calado sowie Alfons Hoping (Litauenhilfe) und Georg Hake im Baltikum. Ein Grund war das Treffen mit den litauischen Brandschützern, um sich einen Eindruck von der neuen Heimat des ehemaligen Visbeker TLF zu verschaffen.

„Die Feuerwehr ist einfach ausgerüstet, verfügt aber über hochmotivierte Feuerwehrleute!“Sascha Stelmaszyk über die Feuerwehr von Vilkaviškis

„Das Fahrzeug wurde dort dringend benötigt“, meint Sascha Stelmaszyk und schildert die Verhältnisse, unter denen seine Kameraden vor Ort arbeiten müssen: "Die Feuerwehr ist einfach ausgerüstet, verfügt aber über hochmotivierte Feuerwehrleute." Doch diese arbeiteten mit über 40 Jahre alter Technik und seien generell „spartanisch“ ausgestattet. Vilkaviškis habe kein Geld, sagt Alfons Hoping, daher sei es schwierig, etwas an der Sachlage zu ändern. Hier wollen die Visbeker helfen. „Wir bemühen uns, Spender zu finden, um das fehlende Material zu beschaffen“, sagt Sascha Stelmaszyk. „Das ist eine große Aufgabe“, stellt er noch fest und zählt 4 Punkte auf.

Spender für Atemschutzgeräte gesucht

Zuallererst würden Atemschutzgeräte benötigt. In Vilkaviškis seien an keinem der 5 Feuerwehrstandorte Atemschutzgeräte vorhanden. Sascha Stelmaszyk möchte zunächst einen Grundschutz von 2 dieser Masken an allen Wachen in Vilkaviškis etablieren. Auch im Bereich Einsatzkleidung herrsche Handlungsbedarf, vor allem bei Helmen und Handschuhen. Bereits im November 2020 hatte die Freiwillige Feuerwehr Visbek über die örtliche Litauenhilfe von Alfons Hoping eine 1. Tranche Einsatzkleidung verschifft.

Deutsch-litauische Feuerwehrfreundschaft: Vilkaviškis Bezirksbrandmeister Audronius Stroginis (links) und Visbeks Ortsbrandmeister Sascha Stelmaszyk.br
Foto: privat
Das ehemalige Visbeker TLF bei einer Übung in Litauen.
Foto: privat
Gute Zusammenarbeit: Die neue Mannschaft des TLF mit Bezirksbrandmeister Audronius Stroginis (6.v.r.), Ortsbrandmeister Sascha Stelmaszyk (5.v.r.), Natalie Calado (4.v.r.), Bezriksbürgermeister Algirdas Neiberka (3.v.r.), Alfons Hoping (2.v.r.) und Georg Hake (rechts).
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Die Gerätschaften aus russischer Produktion sind inzwischen etwas in die Jahre gekommen.
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Die Ausrüstung auf den Einsatzfahrzeugen der litauischen Kollegen.
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Sascha Stelmaszyk am Steuer eines litauischen Einsatzfahrzeuges.
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Sascha Stelmaszyk zeigt wie es geht. Das Schaumwerferrohr wird weggeklappt und dann heißt es Wasser marsch.
Foto: privat

Neben den bereits genannten 2 Punkten ist Natalie Calado und Sascha Stelmaszyk die Ausstattung der Feuerwehrwachen wichtig. Diese befänden sich oft in alten Scheunen auf dem Land. Hier werde nahezu alles benötigt, von Fliesen über Schränke bis hin zu Duschen und Waschbecken. Genauere Information erhalten interessierte Spender bei Sascha Stelmaszyk unter sascha.stelmaszyk@gmx.de. Darüber hinaus sollen langfristig auch die Feuerwehrfahrzeuge aus russischer Produktion durch moderneres Gerät ausgewechselt werden.

"Das TLF ist bereits voll in die Einsatzkonzepte integriert und hat sich in diversen Einsätzen bewährt."Sascha Stelmaszyk, Ortsbrandmeister Visbek

So ist das ehemalige Visbeker TLF, für das der litauische Bezirk noch marktübliche 35.000 Euro gezahlt hatte, so Alfons Hoping, ein großer Gewinn für die Feuerwehr in Vilkaviškis. Das fast 30 Jahre alte 17,5-Tonnen-Gefährt verfügt über einen 5.000-Liter-Tank, einen Wasserwerfer und Allrad-Antrieb und ist dank der Spende von Dirk Schlarmann, einem selbstständigen Unternehmensberater aus Vechta, komplett ausgestattet – Rohre, Schläuche, Motorsäge - nach Litauen gegangen. Seine Feuerwehrkameraden hätten sich schon gut in die Bedienung des TLF eingearbeitet, berichtet Sascha Stelmaszyk. Seine kleinen Erläuterungsfilme seien gut angekommen. „Das TLF ist bereits voll in die Einsatzkonzepte integriert“, erzählt der Visbeker Ortsbrandmeister und fährt fort, "es hat bereits diverse Einsätze hinter sich".

Die neue Mannschaft des TLF. Foto: privatDie neue Mannschaft des TLF. Foto: privat

8 Feuerwehrleute seien pro Standort Vilkaviškis eingesetzt. Es sei ein Vollzeitjob mit einer 40-Stunden-Woche, so Alfons Hoping. Hierfür bekämen die Feuerwehrleute gerade einmal 700 Euro monatlich, und das bei Supermarkt- und Energiepreisen auf deutschem Niveau, betont Alfons Hoping. Der Astruper berichtet weiter, dass daher nahezu alle Feuerwehrleute in Vilkaviškis einen Nebenjob hätten oder eine kleine Landwirtschaft betreiben würden. Möglich werde dies durch die Diensteinteilung. Die Feuerwehrleute hätten immer eine 24-Stunden-Schicht und anschließend 3 Tage frei. „Das Ganze ist kein optimales System“, sagt Sascha Stelmaszyk über die Situation seiner litauischen Kameraden.

Im November plant Alfons Hoping, den nächsten Hilfstransport nach Litauen zu schicken. Er wolle ein paar Paletten frei halten, um mögliches Feuerwehrmaterial mitnehmen zu können. Ob und wie viel zusammenkommt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

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