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Visbeker baut Hühnerstall zum Ausleihen

Ludger Wulf aus Wöstendöllen hat während des Lockdowns einen mobilen Hühnerstall gebaut. Mit seiner Arbeit möchte er vor allem Senioren in Pflegeheimen eine Freude machen.

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Alles selbst gemacht: Ludger Wulf hat den Corona-Lockdown dazu genutzt, einen mobilen Hühnerstall zu bauen, den sich zum Beispiel Senioreneinrichtungen ausleihen können. Foto: C. Meyer

Alles selbst gemacht: Ludger Wulf hat den Corona-Lockdown dazu genutzt, einen mobilen Hühnerstall zu bauen, den sich zum Beispiel Senioreneinrichtungen ausleihen können. Foto: C. Meyer

Wie kann man mehr Abwechslung in den Alltag von Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen bringen? Diese Frage beschäftigt Ludger Wulf. Dann liest er einen Beitrag über Hühnerställe in Senioreneinrichtungen. Dort kümmern sich die Bewohnerinnen und Bewohner um die Tiere, haben einen Ausgleich vom Alltag. „Ich habe gelesen, dass ein an Demenz erkrankter sich mehrere Stunden mit den Hühnern beschäftigen konnte“, erzählt der Wöstendöller begeistert. Eine Idee war geboren: „Ich dachte mir, mach das mal.“

Also nahm er sich vor, einen Hühnerstall zu bauen. Doch Tiere zu besitzen bringt viel Verantwortung mit sich. Diese möchte vielleicht nicht jedes Pflegeheim tragen, überlegte sich der Wöstendöller. So baute er Ende vergangenen Jahres einen mobilen Stall, den sich interessierte Einrichtungen für einen gewissen Zeitraum ausleihen können.

Für den gelernten Hand- und leidenschaftlichen Heimwerker stellte dieses selbst erwählte Projekt überhaupt kein Problem dar. Zuerst fertigte er sich eine Skizze an – unter Berücksichtigung von Materialien, die er bereits besaß. „Alte Jalousien hatte ich noch“, sagt er. Diese nutzte er als Wände, die von beiden Seiten geöffnet werden können. Innen verbaute er ein Kunststoffrost und eine Schublade darunter, um die Hinterlassenschaften der Tiere aufzufangen. Mithilfe einer kleinen Leiter können die Tiere auf den Boden gelangen sowie zu dem Fach, in dem die Nester untergebracht werden können. Zusätzlich gibt es eine Voliere, damit die Tiere gefahrlos nach draußen können. Außerdem sei der Stall absolut „vogeldicht“, sagt der Rentner im Hinblick auf die Geflügelpest-Fälle im Landkreis Vechta.

Wulf stellt alles Notwendige zur Verfügung

Unter dem Stall hat Wulf Kufen angebracht, sodass der Stall leicht immer weitergeschoben werden kann. „Die Hühner zerkratzen schließlich den Rasen“, sagt er. Platz finden in dem Stall schließlich etwa 4 Tiere. Der Verwendungszweck des Stalls ist zudem nicht zu übersehen. Auf Plattdeutsch ist „Höhnerstall“ auf einem selbst angefertigten Schild zu lesen.

Wer sich den Stall zum Ausleihen in den Garten stellen möchte, bekommt von Wulf alles Notwendige mitgeliefert. Eigene Hühner hat der Wöstendöller zwar nicht, aber die werden ihm vom Vorsitzenden des örtlichen Geflügelzuchtvereins zur Verfügung gestellt. „Die sind auch handzahm“, sagt Wulf. Für den Transport hat der 69-Jährige einen eigenen Wagen und auch das Futter würde er mitbringen. Vor Ort ist es ihm wichtig, dass es einen Verantwortlichen gibt, dem er die Pflege des Stalls erklären kann. Jemand, der in der Ausleihe-Zeit ein Auge auf den Stall und die Hühner hat.

Der Langeweile begegnen

Und was ist mit den Kosten? „Ich mache das wegen der Sache und nicht wegen des Geldes“, sagt Ludger Wulf. Auf die Einrichtung würde deshalb höchstens ein Unkostenbeitrag für das Futter oder für die Gesundheit der Tiere zukommen, versichert der Handwerker. Der Wöstendöller erhofft sich vielmehr, dass er mit seiner Idee der Langeweile, die er schon oft beobachtet hat, in den Heimen begegnen kann. „Vielleicht können einige die Reste ihres Brötchens zu den Hühnern bringen oder sich morgens selbst ihr Frühstücksei holen“, überlegt Wulf laut.

Der 69-Jährige selbst hat sich schon immer viel beschäftigt. „Schon als junger Mann wollte ich möglichst vielseitig sein“, gesteht er. Damit er im Alter auf diese Fähigkeiten zurückgreifen kann. Der Rentner tüftelt gerne und mit seinem neuesten Werk, dem mobilen Hühnerstall, hofft er, anderen eine Freude machen zu können. „Nicht, dass es an irgendwelchen Hygiene-Auflagen scheitert“, lässt Wulf an seinen Bedenken teilhaben.

Senioreneinrichtungen oder auch Kindergärten, die Interesse an dem mobilen Hühnerstall von Ludger Wulf haben, können sich unter Telefon 04445/480 bei ihm melden. Und wenn sich keiner melden sollte? Wulf lacht. „Wenn’s nicht klappt, dann steht der Stall eben bei mir zu Hause.“

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