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Villa Marischen bietet Geflüchteten ein Zuhause

Das Gebäude im Goldenstedter Ortskern sollte eigentlich im Rahmen der anstehenden Ortskernsanierung saniert werden. Doch bis es so weit ist, dient es einem karitativen Zweck.

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Gemeinsames Foto: Ukrainische Frauen und ihre Kinder finden in der Villa Marischen einen Ort zum Leben in der Gemeinde Goldenstedt. Bürgermeister Alfred Kuhlmann (rechts) dankt Jutta Giesa-Klein (hintere Reihe, von rechts), Uwe Hohnhorst und Maria Böckmann für ihr Engagement. Foto: C. Meyer

Gemeinsames Foto: Ukrainische Frauen und ihre Kinder finden in der Villa Marischen einen Ort zum Leben in der Gemeinde Goldenstedt. Bürgermeister Alfred Kuhlmann (rechts) dankt Jutta Giesa-Klein (hintere Reihe, von rechts), Uwe Hohnhorst und Maria Böckmann für ihr Engagement. Foto: C. Meyer

Zuletzt waren die Wohnungen in der Villa Marischen im Goldenstedter Zentrum nicht bewohnt, sagt Eigentümer Uwe Hohnhorst. Vorgesehen ist, das Gebäude im Rahmen der Ortskernsanierung zu sanieren. Doch Anfang März kamen die ersten Geflüchteten aus der Ukraine nach Deutschland, in den Landkreis Vechta. Es brauchte zusätzlichen Wohnraum. "Die Sanierung zieht sich ja", sagt Hohnhorst, also sei ihm die pragmatische Idee gekommen, die Wohnungen Geflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen. Aktuell leben 4 Frauen und 4 Kinder in den beiden Wohnungen der Villa Marischen.

Hohnhorst habe die Wohnungen wieder so hergerichtet, dass sie bewohnt werden können, sagt er. Miete nimmt er nicht. Laufende Betriebskosten werden von der Gemeinde bezahlt, um die Möblierung kümmerte sie sich ebenfalls. Das Grundstück gehört der Kirchengemeinde St. Gorgonius, führt Hohnhorst weiter aus. Es gibt einen Erbbaurechtvertrag mit einer Laufzeit von 99 Jahren. Die Kirchengemeinde verzichte aber für ein Jahr auf die Einnahmen, sagt Hohnhorst.

120 Geflüchtete aus der Ukraine in Goldenstedt

Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann bezeichnet es als einen "Glücksgriff", dass mitten im Ort Wohnraum für Geflüchtete angeboten werden kann. Außerdem entlaste das Engagement die Verwaltung. Aktuell befinden sich 120 Geflüchtete aus der Ukraine in der Gemeinde, lässt Kuhlmann wissen. Untergebracht seien sie überwiegend privat, da es eine große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung gebe, sagt der Bürgermeister und betont, wie dankbar er dafür ist. Einige Räumlichkeiten habe die Gemeinde angemietet – es gebe auch noch einen gewissen Puffer, versichert er. Da aber mit weiteren Geflüchteten in Zukunft zu rechnen sei, freue er sich, wenn es weiterhin dieses Engagement aus der Bevölkerung gibt.

Doch mit der Wohnung allein ist es schließlich nicht getan. Die Geflüchteten – überwiegend Frauen und Kinder – sprechen die Sprache nicht, finden sich zunächst hier nicht zurecht. Das wusste auch Uwe Hohnhorst und kann auf das Trio Maria Böckmann, Jutta Giesa-Klein und Martina Schnieders zählen, das sich ehrenamtlich um die Betreuung der Neuankömmlinge in der Villa Marischen kümmert. Ob Behördengänge, Besorgungen oder Fragen in Schulangelegenheiten – die 3 Frauen helfen.

Jede Helferin bringt ihre Stärken ein

Einmal die Woche tausche das Team sich aus, sagt Jutta Giesa-Klein, federführend übernehme das Ganze Maria Böckmann. Sie sei gut informiert und verwalte unter anderem die eingegangenen Spenden, gebe die weiter, die in der Villa nicht benötigt werden. Man sei innerhalb der Gemeinde vernetzt, sagt Böckmann. Martina Schnieders erledige "den Papierkram", sagt Giesa-Klein, die selbst als ausgebildete Pflegekraft die richtige Ansprechpartnerin bei medizinischen Angelegenheiten ist. Eine der Frauen in der Villa ist schwanger. Nun gehe es darum, die entsprechende Versorgung sicherzustellen, so Giesa-Klein.

Bei der Kommunikation behelfe man sich mit Übersetzungs-Apps und Basis-Englisch-Kenntnissen, sagt Giesa-Klein. Überdies seien die Ukrainerinnen innerhalb der Gemeinde gut miteinander vernetzt und helfen sich gegenseitig. In der Villa Marischen gibt es im Erdgeschoss Gemeinschaftsräume, es seien regelmäßig Gäste im Haus. Sei sei gerne einer von ihnen: "Ich gehe gerne in die Villa", sagt Giesa-Klein über ihr Engagement.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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