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Viktoria Swonik hilft geflüchteten Kindern

Die 19-Jährige hat Deutsch an der Uni in Odessa studiert. Jetzt gibt sie den Mädchen und Jungen aus ihrer Heimat Sprachförderunterricht an der Grundschule Molbergen.

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Kleingruppenunterricht: Deutsch und Mathe lernen die Kinder von Viktoria Swonik und Nadja Kylinshyk (rechts). Foto: Thomas Vorwerk

Kleingruppenunterricht: Deutsch und Mathe lernen die Kinder von Viktoria Swonik und Nadja Kylinshyk (rechts). Foto: Thomas Vorwerk

Viktoria Swonik ist ein Glücksfall für die Grundschule Molbergen. Die 19-Jährige ist wie viele ihrer Landsleute vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet und unterstützt ehrenamtlich den Sprachunterricht in der Molberger Einrichtung. In Odessa hat sie unter anderem Deutsch studiert und vermittelt nun den Mädchen und Jungen die für die Kinder fremde Sprache. "Wir bekommen keine zusätzlichen Stunden und es gibt auch keine weiteren Kräfte, die unterrichten könnten", sagt Schulleiter Gustav Müller. "Die Kinder müssen aber aufgefangen werden."

Swonik lebt in Löningen und kommt an zwei Vormittagen nach Molbergen, um in Kleingruppen die Grundbegriffe der deutschen Sprache zu vermitteln. Eine Grundschul-Lehrerin, die ebenfalls in Löningen lebt und sich dort um die Familie der jungen Frau kümmert, hatte den Kontakt vermittelt. Darüber hinaus konnte Müller über das Paket "Bildung und Teilhabe" zusammen mit dem Bildungswerk für den Nachmittag eine Sprachförderung organisieren. "In jeder Klasse haben wir Kinder aus Spätaussiedler-Familien, die Russisch sprechen", berichtet der Schulleiter. Auch wenn Ukrainisch und Russisch grundverschiedene Sprachen seien, werden viele Worte erkannt, denn oft seien die Eltern der ukrainischen Kinder zweisprachig aufgewachsen. "Deshalb wird es auch von den Kindern verstanden."

10 Stunden Sprachförderung pro Woche

Nadja Kylinshyk, eine ebenfalls geflüchtete Grundschullehrerin, bringt den Kindern Mathe bei. So bekommen die Schülerinnen und Schüler feste Strukturen in den Alltag. "Die Kinder kommen gerne zur Schule", freut sich Gustav Müller über das Ergebnis der Unterstützung. Die sieht wie folgt aus: In der Summe bekommt jedes Kind 10 Stunden Sprachförderung pro Woche. In zwei Gruppen, einmal die Mädchen und Jungen der 1. und 2. Klasse, einmal die des 3. und 4. Jahrgangs, unterrichtet Viktoria Swonik jeweils 5 Stunden. Außerdem gibt an dieser Schule, die Kinder aus verschiedenen Nationen besuchen, eine Lehrerin 3 Stunden Sprachförderunterricht. Hinzu kommen 2 Stunden, die aus dem Paket "Bildung und Teilhabe" abgedeckt werden.

Vieles ergebe sich aber auch im Spiel miteinander, so Müller. In der Ganztagsbetreuung bleibe dafür Raum, aber auch jüngst beim Sportfest haben sich die Kinder gut beteiligt. "Die Vereine können auch eine große Stütze sein und einen wichtigen Baustein bilden, um die Integration zu fördern", meint Gustav Müller. Er weiß aber auch, dass gerade in den ersten Wochen und Monaten eine Menge neuer Eindrücke auf die Kinder einprasseln und man ihnen ein wenig Zeit geben muss.

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