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Viele Südoldenburger kaufen weiterhin mit Maske ein

Auch wenn die Maskenpflicht zum Schutz gegen das Coronavirus weitgehend weggefallen ist, lassen die Menschen vor Ort offenbar häufig Vorsicht walten. Das ist auch das Ergebnis einer OM-Online-Umfrage.

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In den meisten Geschäften im Oldenburger Münsterland herrscht keine Maskenpflicht mehr. Dennoch halten die meisten Kundinnen und Kunden daran fest. Foto: dpa/Hoppe

In den meisten Geschäften im Oldenburger Münsterland herrscht keine Maskenpflicht mehr. Dennoch halten die meisten Kundinnen und Kunden daran fest. Foto: dpa/Hoppe

Zahlreiche Übergangsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus sind ausgelaufen. Dazu zählt etwa vielerorts die Maskenpflicht. Doch obwohl die Bürgerinnen und Bürger in den meisten Geschäften nun wieder „oben ohne“ einkaufen könnten, lässt ein Großteil von ihnen lieber Vorsicht walten und hält an der Mund-Nasen-Bedeckung fest. Das haben Vor-Ort-Recherchen von OM-Online im gesamten Oldenburger Münsterland ergeben.

Beispiel Visbek: Die Supermärkte und Einzelhandelsgeschäfte in der Rechterfelder Straße sind am Montag trotz des schlechten Wetters gut besucht. Und: Fast alle Kundinnen und Kunden tragen in den Geschäften weiterhin FFP2-Masken, obwohl an den Filialen keine Schilder mehr angebracht sind, die das vorschreiben. Im Edeka-Markt allerdings wird per Durchsage auf das freiwillige Tragen der Masken zum Schutz der Mitmenschen hingewiesen. Dazu passt: Die Schilder mit Hinweisen zum Abstand halten sind ebenso stehen geblieben wie die Hygienestationen mit Desinfektionsmitteln.

Auch die Verkäufer und Verkäuferinnen tragen weiterhin Masken. Zusätzlichen Hygieneschutz bieten weiterhin die bekannten Plexiglasscheiben. Kundin Uschi Adrian aus Visbek, die den Edeka-Markt mit FFP2-Maske besucht, sagt. „Omikron ist immer noch da, keine Maske zu tragen finde ich leichtsinnig und naiv. Schließlich schütze ich mich damit vor einer Infektionskrankheit, auch wenn es unpraktisch ist." Hinzu komme, dass es nicht nur leichte Verläufe gebe. "Man macht das ja für die Wenigen, die eben schwere Krankheitsverläufe erleiden“, erklärt die Rentnerin, die früher selbst im medizinischen Bereich tätig war.

Unterschiedliche Beweggründe werden angeführt

Ein anderer Kunde aus Visbek, der anonym bleiben will, trägt beim Einkauf ebenfalls eine FFP2-Maske, argumentiert aber anders: „Ich trage wegen den hohen Inzidenzen eine Maske, auch wenn ich am liebsten keine tragen würde. Ich selbst hab gar keine Angst mehr vor Corona, ich trage die Maske eigentlich nur aus Solidarität.“ Passend dazu fasst eine Verkäuferin der Aldi-Filiale zusammen: „Bisher haben erst 2 Kunden bei mir keine Maske getragen. Erstaunlich, dass am Anfang niemand Maske tragen wollte und nun kaum einer darauf verzichten will.“ Dagegen ist eine Kundin, die ebenfalls anonym bleiben möchte, ganz anderer Meinung. Sie verzichtet bewusst auf das Tragen der Maske: „Ich habe keine Angst vor einer Infektion, ich hatte Corona trotz Boosterimpfung. Außerdem muss so langsam auch mal Normalität einkehren."

Auch im Süden des Landkreises Vechta scheinen die Vorsichtigen in der Mehrheit zu sein. Für Sigrid Stritzke und Bernhard Oevermann, beide aus Damme, ist jedenfalls klar, dass sie beim Einkaufen auch in Zukunft noch Masken tragen werden. Die Zahlen bei den Coronainfektionen seien ihr noch viel zu hoch, sagt Sigrid Stritzke. Deshalb sei das Maskentragen für sie eine Sicherheitsmaßnahme. So sieht das auch Bernhard Oevermann. Er spricht sich angesichts der weiter hohen Inzidenzwerte sogar dafür aus, die Maskenpflicht in den Geschäften zumindest erstmal bis Ende April zu verlängern und dann die Lage neu zu bewerten.

„Bisher haben erst 2 Kunden bei mir keine Maske getragen. Erstaunlich, dass am Anfang niemand Maske tragen wollte und nun kaum einer darauf verzichten will.“Eine Verkäuferin in der Aldi-Filiale in Visbek fasst ihre Beobachtungen zusammen

Weder Stritzke noch Oevermann wollen allerdings Geschäfte meiden, die die Pflicht zum Maskentragen aufgehoben haben. In dem Zusammenhang macht der Dammer am Montagmorgen eine interessante Beobachtung: Den Verbrauchermarkt, in dem er sich soeben aufhielt, betraten ausschließlich Maskenträger.

Apropos Geschäftswelt: Wie halten es die Südoldenburger Händler und Dienstleister denn eigentlich mit der Maskenpflicht? In Friesoythe etwa ist keine einheitliche Linie zu erkennen. Manche Geschäfte haben die Maskenpflicht abgeschafft und setzen auf die Eigenverantwortung der Kunden, andere nutzen ihr Hausrecht und haben das Maskenschild in der Tür hängen lassen. Wie auch immer: In allen befragten Geschäften trägt das Personal beim Kundenkontakt weiterhin die Mund-Nase-Bedeckung.

„Wir haben die Schilder in der Tür gelassen, weil wir gerade eben einen Coronafall im Betrieb hatten“, sagt Holger Knelangen, Inhaber des gleichnamigen Fahrradgeschäftes. „Und auch wegen der hohen Inzidenzzahlen ist uns das einfach sicherer“, fügt er an. Ähnlich sieht es Jürgen Gamers vom Phone House. „Aus Sicherheitsgründen bitten wir unsere Kunden weiterhin, die Maske zu tragen“, erläutert er. „Das ist auch kein Problem, bislang kamen heute alle Kunden mit Maske, wir mussten niemanden darauf hinweisen.“

Angestellte arbeiten weiter häufig mit Maske

Das hat auch Silvia Stuke festgestellt. „Bei uns dürfen die Kunden selbst entscheiden, wir gängeln niemanden“, betont die Inhaberin eines Schmuck- und Uhrengeschäftes. „Aber sie kommen alle nach wie vor mit Maske“, ergänzt sie, und lässt den Blick durch den Laden schweifen, in dem tatsächlich alle Kundinnen und Kunden Maske tragen. Das ist im Modehaus Thien ähnlich. Auch hier, so erläutert Mitarbeiterin Marlene Böckmann, ist den Kunden das Tragen der Maske freigestellt. Und tatsächlich verzichtet nur etwa ein Drittel der anwesenden Kundinnen am Montagvormittag auf die Mund-Nase-Bedeckung. Für die Verkäuferinnen allerdings kommt das nicht infrage. Wie überall setzen sie beim Kundenkontakt routinemäßig ihre Maske auf.

Weiter südlich ist das nicht anders: Die Maskenpflicht ist seit Montag auch in der Alte Königs Apotheke in Löningen aufgehoben – allerdings nur für die Kunden. Heißt: Apotheker Justus Bleß und seine Mitarbeiterinnen werden einstweilen weiter mit Maske und Schutzscheibe arbeiten. „Wir werden uns außerdem einmal wöchentlich testen“, sagt Bleß. „Ich persönlich und mein Team unterstützen die Aufhebung der Maßnahmen zum aktuellen Zeitpunkt nicht“, erklärt der Apotheker. Auch der Testcontainer, den Bleß betreibt, wird deshalb zunächst nicht abgeschafft.


Ergebnis des Social-Media-Votings von OM-Online

Auch das Ergebnis einer Umfrage auf den Social-Media-Kanälen von OM-Online zeigt: Eine deutlich Mehrheit will die Maske vorerst beim Einkauf auch weiterhin tragen – es sind immerhin von 72,4 Prozent der Teilnehmer des Votings auf Instagram und Facebook. 3809 Nutzer haben ihre Stimme abgegeben. Das Ergebnis im Detail:

  • Instagram: 2933 Teilnehmer beim Voting. 2194 wollen weiter die Maske beim Einkauf tragen, 739 nicht.
  • Facebook: 876 Teilnehmer. 565 wollen weiter die Maske beim Einkauf tragen, 311 nicht.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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