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Viele Kita-Kinder zeigen Verhaltensauffälligkeiten

Löningens Erzieherinnen schlagen Alarm: Sie fühlen sich mit den wachsenden Aufgaben überfordert. Eine externe Fachberatung soll ihnen jetzt helfen.

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Deutschland entdecken: Den Kitas fällt bei der Integration eine Schlüsselrolle zu. Foto: dpa/Gensch

Deutschland entdecken: Den Kitas fällt bei der Integration eine Schlüsselrolle zu. Foto: dpa/Gensch

In den Löninger Kitas gibt es immer mehr Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten. Das geht aus einem Antrag hervor, über den der städtische Ausschuss für Wirtschaft, Soziales, Kindergärten und Sport am Montagabend beriet. Konkret ging es um die Kostenübernahme für eine externe Fachberatung.

Im Februar hatte die Kindertagesstätte St. Elisabeth die Hilfe des Caritas-Vereins Altenoythe in Anspruch genommen. Hintergrund waren "massive Auffälligkeiten bei vielen Kindern", wie Leiterin Klaudia Hake in einem Schreiben an die Stadt erklärt. Die stellvertretende Leiterin der Frühförderung und Entwicklungsberatung beim Caritas-Verein, Gaby Nobis, benennt in ihrem Sachstandsbericht eine "überdurchschnittliche Anzahl an umfangreichen Sprachauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen". Zugleich lobt sie das Engagement der Erzieherinnen.

Auch die Pfarrgemeinde St. Vitus stellte später den Antrag auf Kostenübernahme einer Fachberatung für alle in ihrer Trägerschaft befindlichen Kitas. Die aktuelle politische Lage – gemeint ist der Ukraine-Krieg – belaste den Alltag in den Kitas, heißt es zur Begründung. So würden die Einrichtungen geflüchtete Kinder mit traumatischen Erlebnissen aufnehmen. Hinzu kämen Verständigungsschwierigkeiten. 

Finanzierung auf 2 Jahre befristet

Die externen Beraterinnen besuchen die Gruppen monatlich und führen anschließend Gespräche mit den Erzieherinnen. Von diesen werde die Hilfe gern angenommen, betonte Maria Övermeyer, Leiterin des St.-Michael-Kindergartens in Bunnen. Sie warb im Ausschuss eindringlich für die Finanzierung der Maßnahme. Dieser empfahl denn auch einstimmig die Kostenübernahme von jährlich rund 54.000 Euro. Allerdings schlägt das Gremium eine Befristung auf 2 Jahre vor. Danach müsse der Nutzen der Fachberatung überprüft werden. 

Bürgermeister Burkhard Sibbel wies darauf hin, dass die Stadt die Ausgaben freiwillig schultert. Er kritisierte zugleich das von der Bundesregierung angekündigte Förderende für die sprachliche Früherziehung in Kindergärten und forderte ein stärkeres Engagement von Bund und Land. "Am Ende bleibt die Aufgabe bei den Kommunen hängen." Von Seiten der Kirche gebe es ebenfalls keine Signale, sich an den Kosten für die Fachberatung zu beteiligen, hieß es im Ausschuss.

Geld auch für Kita St. Marien und Schützen

Über 12 Seiten lang ist die Mängelliste für den Kindergarten St. Marien. Die älteste Kita in Löningen – sie feierte kürzlich ihr 60-jähriges Bestehen – benötige zahlreiche kleinere Renovierungen, wie Fachbereichsleiter Ulrich Keil erläuterte. Auch müsse das Internet auf Vordermann gebracht und neues Mobiliar angeschafft werden. Der Ausschuss stimmte der Bewilligung eines Zuschusses in Höhe von 40.000 Euro nach kurzer Diskussion zu. Die nicht geringen außerplanmäßigen Ausgaben begründete Keil damit, dass die Kita die in den vergangenen Jahren bewilligten Haushaltsansätze nie völlig ausgeschöpft habe.

Bereits fortgeschritten ist die Instandsetzung der Schützenhalle in Löningen. Ein Teil der Arbeiten, darunter die Neugestaltung des  Eingangsbereichs sowie energetische Maßnahmen an der Hallendecke, wurden bereits abgeschlossen. Die Gesamtkosten liegen laut Schützenverein bei rund 56.000 Euro. 30 Prozent davon, so will es der Ausschuss, soll die Stadt übernehmen.

Auf eine Geldspritze können sich auch die Mitglieder der Sportschützengruppe Angelbeck freuen. Für rund 17.500 Euro wollen sie die Heizungs und Beleuchtungsanlage in ihrer Schützenhalle sanieren. Der Ausschuss stimmte ebenfalls einer 30-prozentigen Kostenübernahme zu. Alle Empfehlungen müssen noch vom Stadtrat beschlossen werden.

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