Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Viele Initiativen im Landkreis sammeln in der Umweltwoche den Müll auf den Straßen ein

Bei einem Live-Streaming am Samstag um 18 Uhr wird der Umweltpreis im Landkreis Vechta vergeben – Fußballlegende Ewald Lienen wird hinzugeschaltet.

Artikel teilen:
Mit Trecker und Maske: Zahlreiche Familien sammelten in Holzhausen Müll an den Straßenrändern ein. Foto: privat

Mit Trecker und Maske: Zahlreiche Familien sammelten in Holzhausen Müll an den Straßenrändern ein. Foto: privat

Der Vechtaer Stadtteil Holzhausen dürfte aktuell zu den saubersten Regionen des Landkreises gehören. Das ganze Dorf war am vergangenen Samstag auf den Beinen, um zwischen Stoppelmarkt und Telbrake den Müll von den Straßen und aus den Gräben zu holen. "Vom Autoreifen über Aluplatten und Flaschen bis zur McDonalds-Tüte war alles dabei", berichtet Stefan Warnking, der die Aktion der Dorfgemeinschaft mitorganisiert hatte. "Es gibt fast nichts, was wir beim Müll nicht mit dabei hatten", stellt er fest.

Der Dorfgemeinschaft Holzhausen ist es jedenfalls gelungen, im Rahmen der Umweltwoche rund 60 Aktive zu begeistern, ihren Ort von Unrat zu befreien. Corona-konform klappte dies nach Aussagen Warnkings auch. Es sei immer eine Familie mit maximal einer zusätzlichen Person unterwegs gewesen, viele davon mit Trecker und Anhänger. Die Stadt Vechta stellte hierfür einen Abfallcontainer zur Verfügung, der restlos gefüllt werden konnte. Die Dorfgemeinschaft ist stolz auf das Ergebnis. Das Engagement könnte vielleicht auch noch zusätzlich belohnt werden.

Ewald Lienen berichtet von seinen Erfahrungen

Denn während der Umweltwoche vom 22. bis 27. März waren Schulen, Privatpersonen, Vereine und Gruppen sowie Dorfgemeinschaften aufgerufen, sich auf verschiedenste Weise zum Thema zu engagieren. Der Landkreis lobte hierfür einen Umweltpreis aus. Vergeben wird er für Projekte, Maßnahmen und Initiativen, die einen Vorbildcharakter für den Umwelt- und Naturschutz im Landkreis Vechta besitzen. Neben der Abfallbeseitigung kann dies auch ein Engagement für Natur- Artenschutz, Landschaftspflege, Biotope, Gewässerschutz, Bodenschutz, alternativer Landbau, Klimaschutz oder Umweltbildung sein.

Die Akteure mussten ihre Leistungen und Maßnahmen im Kreisgebiet erbracht haben und konnten sich beim Klimaschutzbeauftragten des Landkreises, Matthias Galle, bewerben.

Zum Finale der diesjährigen Umweltwoche starten die Gemeinde Goldenstedt und der Landkreis Vechta am Samstag (27. März) um 18 Uhr ein Live-Streaming auf den Kanälen des Landkreises bei Facebook und YouTube. Dann werden Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann und Landrat Herbert Winkel die Gewinner der Umweltpreise bekanntgeben. In den Kategorien Schulen, Privatpersonen, Vereine und Gruppen/Dorfgemeinschaften wird je ein Sieger gekürt und erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Die Jury wird zudem einen Sonderpreisträger bekanntgeben.

Im Rahmen der Online-Show wird zudem Fußballlegende Ewald Lienen zugeschaltet. Er wird darüber referieren, "Wie man einen Bundesliga-Club auf Nachhaltigkeit trimmt - und was wir davon lernen können". Der ehemalige Bundesliga-Spieler ist heute technischer Direktor des 1. FC St. Pauli. Er setzte im Stadion am Millerntor ein Mehrwegpfandsytem durch. Der Zweitligaverein achtet zudem auf faire und ökologische Fan-Artikel und fährt meist mit der Bahn zu Auswärtsspielen.

Bei der Veranstaltung ist auch Stefan Wagner aus Mühlen dabei. Er wird den Verein "Sports for Future" vorstellen, der sich für mehr Klimaschutz im Sport einsetzt und unter anderem von der TSG 1899 Hoffenheim, Werder Bremen und Turnweltmeister Fabian Hambüchen unterstützt wird.

Sammelt Müll vom Straßenrand in Visbek auf: Hans-Dieter Haake (58) findet mitunter sogar Bekleidung. Foto: M. NiehuesSammelt Müll vom Straßenrand in Visbek auf: Hans-Dieter Haake (58) findet mitunter sogar Bekleidung. Foto: M. Niehues

Während der Umweltwoche im Landkreis Vechta und auch bereits davor haben sich aber nicht nur Bürger engagiert, die sich um den Preis beworben haben. Hans-Dieter Haake aus Visbek beispielsweise läuft einmal täglich die Schneiderkruger Straße am Rande des Ortes ab, weil er den Dreck, den Autofahrer aus den Fenstern werfen, nicht länger mit ansehen mochte. Seitdem befördert er mit einer eigens angeschafften Greifzange Unrat vom Straßenrand in den Müllsack. Der 58-jährige Heizungsbau- und Sanitärmeister beobachtet, dass die Pandemie Umweltfolgen hat. "Ich habe schon 17 Mund- und Nasenschutzmasken aus den Bäumen gefischt", sagt er. Unerträglich sei auch die hohe Anzahl an McDonalds-Tüten und -Bechern, die er einsammle.

Befreien die Natur von Unrat: Hannah Koehlen (links) und Lyra kl. Hackmann. Foto: M. NiehuesBefreien die Natur von Unrat: Hannah Koehlen (links) und Lyra kl. Hackmann. Foto: M. Niehues

Über Müll dieser Art regen sich aber nicht nur Erwachsene auf. In Vechta engagieren sich seit vielen Wochen bereits die beiden Schülerinnen Lyra kl. Hackmann (12) und Hannah Koehlen (11). Immer wieder machen sich die beiden Freundinnen auf den Weg und sammeln Unrat im Immentun oder in der Nachbarschaft auf. "Wir sollten mehr die Umwelt respektieren", sagt Lyra. Und sie würde sich wünschen, dass sich gerade Erwachsene vorbildlicher verhalten würden. Für den Erhalt der Natur und auch zum Schutz der Tiere müsse mehr Müll vermieden werden, sind beide überzeugt. "Der Wald darf nicht unsere Mülltonne sein", sagt Lyra.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Viele Initiativen im Landkreis sammeln in der Umweltwoche den Müll auf den Straßen ein - OM online