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Verurteilter Doppelmörder bleibt in Haft

Der Mörder von Christina Nytsch und Ulrike Everts bleibt im Gefängnis. Die vorzeitige Haftentlassung wurde abgelehnt. "Die einzige richtige Entscheidung", sagt Manfred Nytsch gegenüber OM online.

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Gedenktafel am Ort des Verbrechens: Der Tod von Christina Nytsch ist noch immer im Cloppenburger Nordkreis  gegenwärtig, Archivfoto: dpa

Gedenktafel am Ort des Verbrechens: Der Tod von Christina Nytsch ist noch immer im Cloppenburger Nordkreis  gegenwärtig, Archivfoto: dpa

Der als "Ronny Rieken" bekannte Doppelmörder bleibt in Haft. Das hat Dr. Susanne Ehret, Richterin am Landgericht Lüneburg,  auf Anfrage von OM online bestätigt. Wie bereits berichtet, wurde ein neuer Haftprüfungstermin für dieses Jahr angesetzt. Die Auswärtige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Lüneburg in Celle habe eine vorzeitige Haftentlassung abgelehnt. Die Nachricht sorgt bei Manfred Nytsch, Vater der ermordeten Christina Nytsch, für Erleichterung. "Wir sind froh, dass das Ergebnis so ausgefallen ist", sagt er am Donnerstag gegenüber OM online.

Die Nachricht auf eine mögliche Haftentlassung des verurteilten Mörders sorgten bei ihm aber auch bei der Bevölkerung  im Cloppenburger Nordkreis für Unruhe - auch nunmehr 23 Jahre nach der Tat. Im Interview mit OM online äußerte Manfred Nytsch Angst und Unverständnis, dass der Täter wieder frei kommen könnte. 

Rückblick: Ende der 90er Jahre wurde zunächst die Leiche der damals 11-jährigen Christina Nytsch in einem Waldstück nahe Lorup entdeckt. Nachdem das Mädchen vermisst wurde, begann eine groß angelegte Suchaktion.  Gefasst wurde der Täter durch einen damals einmaligen und weltweit größten DNA-Massentest. Über 90 Prozent aller aufgerufen Männer meldeten sich an den zahlreichen Sammelstellen, unter ihnen – aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit – auch der Mörder.

Im Zuge umfangreichen Ermittlungen konnte dem Täter nachgewiesen werden, dass er bereits 1996 die damals 13-jährige Ulrike Everts aus Jeddeloh vergewaltigt und ermordet hatte.

Suchaktion Ende der 90er-Jahre: Die Ermittlungen zum Tod von Ulrike Everts und Christina Nytsch sorgten bundesweit für Schlagzeilen.Suchaktion Ende der 90er-Jahre: Die Ermittlungen zum Tod von Ulrike Everts und Christina Nytsch sorgten bundesweit für Schlagzeilen.

Das Landgericht Oldenburg stellte damals eine besondere Schwere der Schuld fest, was eine Mindesthaftdauer von weit über 15 Jahren nach sich zieht. Er verbüßt seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Celle. Bei einer Haftprüfung im März 2012 wurde festgestellt, dass der Elisabethfehner seine Taten nicht aufgearbeitet hatte. Das Landesgericht Lüneburg hat es abgelehnt, die lebenslange Freiheitsstrafe des Mädchenmörders in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln. Rieken, der mittlerweile einen anderen Namen angenommen hat, sollte damit hinter Gitter bleiben - zumindest bis zum nächsten Haftprüfungstermin in diesem Jahr.

Der fand nun am 20. Januar statt, wie Richterin Dr. Ehret berichtet. Dafür wurde ein Sachverständigengutachten eingeholt.  Das Ergebnis der Kammer: Die vorzeitige Haftentlassung und Strafrestaussetzung ist "aufgrund einer ungünstigen Sozial- und Legalprognose wegen nach wie vor bestehender Rückfallgefahr derzeit nicht verantwortbar". Bei dem Entschluss sei außerdem das "Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit" berücksichtigt worden.

Zum Ort des furchtbaren Geschehens zurückgekehrt: Nellys Vater Manfred Nytsch an der Stelle, wo seine Tochter Christina vor 23 Jahren entführt wurde. Foto: HöffmannZum Ort des furchtbaren Geschehens zurückgekehrt: Nellys Vater Manfred Nytsch an der Stelle, wo seine Tochter Christina vor 23 Jahren entführt wurde. Foto: Höffmann

Es sei "die einzig richtige Entscheidung", meint Manfred Nytsch, nachdem er von der Ablehnung der Haftentlassung erfahren hat. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die frühere Haftentlassung des Täters. Damals, 1993, saß er wegen der Vergewaltigung der eigenen Schwester im Gefängnis. "Das war ein verhängnisvoller Fehler", kritisiert Nytsch noch heute. Wäre er nicht frei gekommen, hätte er die beiden Morde nicht begehen können. Das Kapitel sei für ihn aber auch jetzt nicht abgeschlossen: "Dies ist noch lange nicht der endgültige Schlusspunkt. Der Mörder sitzt weiter in Haft und wartet auf seine Chance."

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