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Veranstalter ziehen Bilanz zum Freizeitpark

Rund 60.000 Besucher haben die Westerheide dieses Jahr besucht. Die Veranstalter ziehen ein positives Resümee, doch das Bangen um die Zukunft bleibt.

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Freut sich über die vielen Besucher: der Vorsitzende des Vereins reisender Schausteller Jürgen Meyer. Foto: Bernhardt

Freut sich über die vielen Besucher: der Vorsitzende des Vereins reisender Schausteller Jürgen Meyer. Foto: Bernhardt

Die vergangenen 4 Wochen ging es auf der Westerheide buchstäblich drunter und drüber. In den Fahrgeschäften des Freizeitparks in Vechta konnten die Besucher hoch hinaus. Ob Riesenrad oder Dosenschießen – für Jung und Alt war etwas dabei. Doch nun müssen die Schausteller das Gelände des Stoppelmarktes verlassen und auf die nächste Veranstaltung hoffen.

Rund 20.000 mehr Gäste als im vergangenen Jahr 

Der Vorsitzende des Vereins reisender Schausteller, Jürgen Meyer, zieht eine positive Bilanz: "Angemessen zu dieser Zeit sind wir mit der Veranstaltung sehr zufrieden". Rund 60.000 Besucher haben laut dem Veranstalter dieses Jahr den Freizeitpark besucht. Das sind rund 20.000 mehr als im letzten Jahr. Besonders am Stoppelmarkt-Wochenende seien viele Besucher auf das Gelände der Westerheide geströmt. Auch die Schausteller zeigen sich zufrieden. "Der Freizeitpark war sehr gut organisiert. Trotz des Wetters sind viele Menschen gekommen. Man merkt eben, dass die Leute wieder was erleben wollen", berichtet der Oldenburger Robért Hempen. Er reist mit seinem Fahrgeschäft "Big Bamboo" durch die gesamte Bundesrepublik. 

Auch von den Besuchern gab es positives Feedback: "Wir finden die Idee mit dem Freizeitpark toll. Es fühlt sich nach etwas Normalität an", erzählt ein Pärchen aus Cloppenburg. Zurück zur Normalität zu finden ist auch für Jürgen Meyer ein wichtiges Anliegen. "Der Freizeitpark ersetzt nicht die traditionellen Veranstaltungen wie zum Beispiel den Stoppelmarkt. Mit den 4 Wochen kann man keine komplette Saison kompensieren", erzählt er. Trotz der guten Besucherzahl ist es auch für Markus Heitmann, den Besitzer der Wildwasserbahn Poseidon, nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Alle Schausteller sind sich einig: Die Volksfeste müssen so schnell wie möglich wieder unter normalen Bedingungen zurückkehren. 

"Wir sind froh, dass die Parameter jetzt angepasst worden sind und wir nicht nur noch auf die Inzidenzwerte schauen müssen. Aber trotzdem zehrt es an den Nerven."Jürgen Meyer

Die Hoffnungen auf die Herbstfeste und Weihnachtsmärkte sind groß – aber das Bangen bleibt. "Wir sind froh, dass die Parameter jetzt angepasst worden sind und wir nicht nur noch auf die Inzidenzwerte schauen müssen. Aber trotzdem zehrt es an den Nerven", berichtet Meyer. Die Lage der Schausteller bleibe trotz Möglichkeiten wie dieser angespannt. "Für uns Schaustellerfamilien ist das sehr belastend. Für uns ist das eine Berufung, da hängt unser ganzes Herzblut mit dran."

Trotz der prekären Lage zeigen sich weitere Schausteller dennoch positiv und dankbar für die letzten Wochen. "Man merkt einfach, dass die Vechtaer ein Kirmesvolk sind. Der Stoppelmarkt ist hier tief verankert, das hat den Leuten dieses Jahr gefehlt", erzählt André Schneider, der Besitzer des Autoscooters. Obwohl der Stoppelmarkt dieses Jahr ausfallen musste, wollten die Veranstalter Parallelen schaffen. So fand das traditionelle Frühstück im Riesenrad und die Backstage-Tour auch 2021 statt. "Die Traditionen müssen erhalten bleiben und es ist besonders in diesen Zeiten wichtig daran zu erinnern", erklärt Meyer. Durch unterschiedliche Aktionen wie das wöchentlich stattfinden Feuerwerk oder verschiedene Ausstellungen hätten die Veranstalter zusätzlich versucht, den Freizeitpark attraktiv zu gestalten.

Schausteller sind zu einer solidarischen Gemeinschaft zusammengewachsen

Der Vorsitzende betonte insbesondere die gute Zusammenarbeit mit Stadt und Land, welche es möglich gemacht habe, besondere Vielfalt in den Freizeitpark zu bringen. "Wir haben sowohl letztes als auch dieses Jahr gezeigt, dass eine Kirmes unter diesen Umständen stattfinden kann." Das zeige, dass Weihnachtsmärkte und andere Feste unter den Corona-Auflagen durchaus durchzuführen seien. Besonders stolz ist Meyer aber auf die Schausteller des Freizeitparks welche zu einer solidarischen Gemeinschaft zusammengewachsen seien und sich immer gegenseitig unterstützt hätten. 

Nun hat die gemeinsame Zeit auf der Westerheide allerdings ein Ende. Ab Montag beginnen die Aufräumarbeiten. Ab Ende der Woche wird das Gelände leer sein und die bunten Lichter voraussichtlich erst nächstes Jahr wieder das Gelände erhellen. Das Gebot der Stunde ist nun Hoffen für die Schausteller. Jürgen Meyer zeigt sich dennoch positiv: "Bis nächstes Jahr, auf der Westerheide", verabschiedet er sich.

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