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Vechtaer Weihnachtsmarkt: Regeln für Gastronomie noch unklar

In der Vechtaer Innenstadt haben die Standbetreiber mit dem Aufbau begonnen. Die Verwaltung wartet noch auf konkrete Vorgaben aus Hannover.

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Die Vorbereitungen sind in vollem Gange: Mit einem Verladekran wurden am Freitagmittag die Bauteile von "Stratmanns Glühweinstübchen“ auf dem Alten Markt in Vechta platziert.   Foto: Speckmann

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange: Mit einem Verladekran wurden am Freitagmittag die Bauteile von "Stratmanns Glühweinstübchen“ auf dem Alten Markt in Vechta platziert.   Foto: Speckmann

Der 15 Meter hohe Tannenbaum steht schon seit gut einer Woche auf dem Alten Markt in Vechta. Nun kommen die Buden und Fahrgeschäfte hinzu. Im Herzen der Kreisstadt hat am Freitag der Aufbau des Weihnachtsmarktes begonnen. Dabei kommt schweres Geschütz zum Einsatz. Mit einem Kran werden die Bauteile von "Stratmanns Glühweinstübchen“ von der Ladefläche eines Transporters auf das Pflaster gehoben. In der rustikalen Hütte soll vom 25. November bis 30. Dezember der Ausschank stattfinden.

Schausteller Peter Stratmann hat mit dem Aufbau alle Hände voll zu tun. Aber den Stress nimmt er gerne in Kauf, zumal er am Vortag noch mit sorgenvoller Miene nach Berlin geguckt hat, wo der Bundestag und die Ministerpräsidentenkonferenz über die weiteren Corona-Maßnahmen entschieden haben. „Wir sind froh, dass der Markt weiter möglich ist“, sagt der Beschicker und spricht damit seinen Branchenkollegen aus der Seele.

Ob für Besucher 2G oder 3G gilt, ist derzeit noch unklar

Die Stadt Vechta hält trotz der gefährlichen Entwicklung der Pandemie an ihren Plänen fest und orientiert sich dabei an den Vorgaben des Landes Niedersachsen. „Wir haben von vornherein gesagt, dass wir uns an die Verordnung und die Warnstufen halten“, erklärt Bürgermeister Kristian Kater (SPD). Inzwischen gehe es nicht mehr allein um die 7-Tage-Inzidenz, sondern es werde auch die Hospitalisierungsrate berücksichtigt.

Ohne Kontrolle geht es nicht: Schausteller Peter Stratmann nimmt den Mehraufwand beim Ausschank in Kauf. Foto: SpeckmannOhne Kontrolle geht es nicht: Schausteller Peter Stratmann nimmt den Mehraufwand beim Ausschank in Kauf. Foto: Speckmann

Unklar ist derzeit allerdings noch, ob sich die Besucher des Vechtaer Weihnachtsmarktes, wie zunächst geplant, an die 3G-Regel halten müssen oder auf 2G umgestiegen wird. In diesem verschärften Fall dürften nur vollständig geimpfte und genesene Menschen die gastronomischen Angebote in Anspruch nehmen. Ein Schnelltest würde dann beim Kauf von Glühwein, Bratwurst oder gebrannten Mandeln nicht mehr ausreichen.

„Zunächst müssen wir auf die konkreten neuen rechtlichen Vorgaben aus Hannover warten, die nach Verlautbarung des Landes Niedersachsen erst zu Beginn der kommenden Woche vorliegen sollen. Für die Planungen macht es für uns aber zumindest bis zur Anordnung einer einfachen 2G-Regelung keinen Unterschied", erklärt Herbert Fischer, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Marktwesen, am Freitag auf Anfrage.

"Wir sind also vorbereitet und können den Weihnachtsmarkt sowohl unter einer 3G-Regelung als auch unter einer 2G-Regelung betreiben.“Herbert Fischer, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Marktwesen der Stadt Vechta

Die Stadtverwaltung habe ohnehin schon für eine 2G-Regelung die entsprechenden Vorbereitungen getroffen, da die Möglichkeit durch die Warnstufen in der bisherigen Corona-Verordnung des Landes Niedersachen bereits geregelt seien, so Fischer weiter. "Wir sind also vorbereitet und können den Weihnachtsmarkt sowohl unter einer 3G-Regelung als auch unter einer 2G-Regelung betreiben.“

Aus freiwilliger Basis auf 2G zu setzen, wie es beispielsweise beim Weihnachtsmarkt in der Nachbarstadt Lohne der Fall ist, kommt für Vechta offenbar nicht in Betracht. „Sofern rechtlich nichts dagegen spricht, wollen wir so vielen Leuten wie möglich den Besuch ermöglichen. Sie sind zum Einkaufen in der Innenstadt und sollen über den Markt bummeln können“, sagt der Stabsstellenleiter.

Fischer weist ferner darauf hin, dass die Umsetzung der Regeln in Lohne etwas einfacher sei, weil das dortige Marktgelände eingezäunt sei. Eine solche Maßnahme wäre am jetzigen Standort in Vechta äußerst schwierig. Die Geschäfte und Lokale am Alten Markt und Europaplatz müssten für die Kundschaft erreichbar bleiben. Eine Verlegung des Trubels komme nicht in Betracht.

Farbige Bändchen sollen den Ausschank erleichtern

Ob 2G oder 3G: Für die Betreiber der Imbiss- und Getränkestände bedeuten die aus der Gastronomie bekannten Regeln in jedem Fall einen erhöhten Aufwand. Sie müssen jeden Kunden kontrollieren. Die Nachweispflicht gilt übrigens nicht nur für den Käufer, sondern auch für die dahinter stehenden Profiteure. Will heißen: Sowohl derjenige, der Glühwein für mehrere Personen bestellt, als auch die Abnehmer müssen sich ausweisen.

Für Peter Stratmann ist die Verfahrensweise akzeptabel: „Das müssen wir in Kauf nehmen. Wir wollen schließlich Geld verdienen“, sagt der Vechtaer. Eine wesentliche Erleichterung dürften jedoch die Bändchen darstellen, die Gäste bei ihrer Überprüfung an den Ständen erhalten können. Sie werden jeden Tag in einer anderen Farbe ausgegeben und ersparen die wiederholte Vorlage des Nachweises.

Bürgermeister Kater ist davon überzeugt, dass die Regeln von den Standbetreibern eingehalten werden. Die Schausteller hätten in der Pandemie schon gezeigt, dass sie flexibel seien und sich an die Vorgaben hielten. Es sei schließlich auch in ihrem Interesse. Gleichwohl werde die Stadt auch Kontrollen durchführen. Zudem geht ein Appell an die Besucher: „Die Bürger sind für ihr Verhalten selbst verantwortlich.“

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